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Tannusblütter.

Zeitung

für das Herzogthum Nassau.

Hsr. 4. Samstag den 1. April 1848

Die verhängnisvollen Tage Naffan's, der ®v 3., 4. März L8L8.

Der Thenrungsdruck und schlechte Zeiten, Der beiden jüngst vergang'nen Jahre Wv!!'n heut sich um den Vorrang streiten. Was schneller liefert uns zur Bahre, 'Ob Hungersnoth durch Wuchersiege? Ob Knechtesbrod an Fürstenwiege! ?

Der Hungersnoth sind wir entgangen, Und was durch sie vom Körper schwand, Würd' in dem Geiste aufgefangen; Jetzt reichen Beide sich die Hand! Der Körper konnt' den Druck ertragen, Der ihn getroffen, lang fürwahr; Vom Geiste kann man das nicht sagen, Selbst unterm Joche dreißig Jahr-- Bewegt die Schwingen er doch frei, Und zeigt weß' Geistes-Kind er seh!

So Wür's auch hier vor wenig Tagen: Die Menschenmassen drängten sich, Aus allen Lippen hört' man Klagen Und Rache schwur man fürchterlich! Es stürmte Alles fort und fort! Zu ihm allein sucht auf den Ort Wo sich der Mann verborgen hält, Dem wir zum Schutz den Sohn gestellt! Laßt seinen Pallast uns zertrümmern,

Laßt seine Farben untergeh'n, Laßt seinen Bruder um ihn wimmern, Wenn uns nur Freiheitsfahnen weh'n!-- So schrie der Körper, und bewiest, Daß Heller Geist ihn ganz verliest!

Als so schon lange er gewüthet, Da trat der Geist beruh'gend vor, Und hat mit Bruderhand verhütet, Daß nicht gebrochen schwaches Rohr! Und gleich des Meeres dumpfem Laute, Nach eines wilden Sturm's Gewalt, Verzog das Volk sich, und vertraute Dem hellen Geist, ihr Schicksal bald!

Dies war das End' des ersten Tags! Doch ein recht unheimlich Bangen' Faßte Jeden vor Verlangen Was der zweite Tag wohl bringt, Ob die Freiheit Sieg erringt, Ohne Körperkraft Gewalten, Ohne Blut und ohne Brand!? Bruder! Biete Du die Hand!

Geist! Du wirst es gut gestalten!,

Auch der zweite Tag verstrich Unter bangen dumpfen Sorgen. Bis dann selbst der Himmel sich Heiterte am dritten Morgen.

Gleich als wollt' er uns beweisen, Daß, des Geistes -Aug' ist klar,