Seite 116 r^^^^^^i^^^^^e^ Unsere Heimat ^t^^c^^c^^c^^^^^ Nr. 12
scheinet. — In der Genealogia sind weibliche Nachkommen nicht aufgeführt. Ritter Ludwig hatte aber noch 3 Töchter: Magdalene verheiratet mit Friedrich von Hutten-Steckelberg; Margarete (?) verheiratet mit Walther von Mörle gent. Böhm in Uerzell und Margarete verheiratet mit Georg von Schlüchtern; Jörge und Margaretha von Schlüch- tern schenkten 1470 dem Kollegiatstift eine Wiese ober Alda, ein Neugerodt daselbst und eine Wiese zu Ulmbach, sowie 2 Tornes Zins auf ein Gütchen zu Steinau, damit alle Abend im Advent zu Ehren Gottes und Maria, seiner werten Mutter, das Salve gesungen werde. (C).
Zu 10. * Ludwig hat sich verheiratet an die von Bibergau, welches Geschlecht ansehnlich begütert zu und um Salmünster; nach dessen Absterben ist es (das Vermögen) kommen auf die Stämme: Hütten, Bischofrod und Reipprecht. Denen von Bischofrod haben die von Hütten, als gemeldet, ihr Teil ab- kaufet. Den Reipprechten Teil hat jetzo der von Breidenstein10) zu Salmünster. —- Nach dem Tode Ludwigs 1479 legierte die Witwe Margarete dem Kollegiatstift 15 Fl. Ferner schenkte sie und ihr Schwager Eberhard von Bischofrod dem Stift die 30. Garbe in der Romsthaler, Eckardrother, Wahler- ter und Kerbersdorfer Gemarkung (C). Im Jahre 1481 schloß Margarete eine zweite Ehe mit Johann von Nordeck zur Rabenau.
Zu 11. * Haus hat friedlich mit seinen Vettern gelebt.
Zu 12. * Da Dietrich (14) in dem 4. Jahr seines Alters ein Waislein worden, ist sein Vetter F r 0 w i n sein Vormund worden; hat sich mit Dietrichs Stiefvater Herrn Johann von Nordeck lang darum ge- zanket, endlich aber Vormund blieben vermöge des Burgfriedens. - Frowin, der 1463 im Dienste des Grafen Philipp von Hanau stand, starb 1481 kinderlos; seine drei Neffen beerbten ihn.
Zu 13. * Nach dem Ab sterben Frobens ist sein ältester Neffe Jakob in die Vormundschaft Dietrichs getreten. — Die Brüder Jakob, Hans und Ritter Frowin haben am 28. Januar 1497 ihre sämtlichen väterlichen Güter geteilt, wobei Jakob der Erbsitz zu Burgjoß, Hans der zu Hausen. und Frowin der zu Salmünster zufiel. „Falls Frowin den Burghof zu Salmünster mit einer neuen Behausung bauen will, soll Jakob ihm 50 und Hans 150 Fl. zu Steuer geben und diverse Güter, ausgeschieden der Hautzensee n), der unser Gebrüder gemein sein und bleiben soll; auch soll gemein sein das Amt Salmünster (Schultheiß, Ungelt, Wegegeld usw), ferner die alte Kemnate zu Hausen, darzu der Burg- sitz zu Soden und Steinau (B). 1503 verkaufte Jakob den 6. Teil seiner Güter und Rechte an Hans und seinen Vetter Dietrich, wozu Ritter Frowin Genehmigung erteilte, im folgenden Jahre den übrigen Teil an Frowin (B). Letztern Verkauf beurkunoet Jakob auch dem Stiftskapitel Salmünster (A).
Zu 14. * Dietrich hat mit den von Hütten zu Hausen wegen getragener Vormundschaft viel Streit gehabt. Junker Dietert unb seine Gemahlin stifteten an der Kollegiatkirche zwei Jahrlage (C). Er
10) Die von Breidenbach gent. Breidenstein waren von 1564—1650 Besitzer des heutigen Oberförstereihofs in Salmünster.
u) Bei der Hautzenmühle zu Hausen gelegen; heute Ackergelände.
war Hanauischer Amtmann und wohnte auf dem Stolzenberg.
Zu 15. Fro w i n zählte zu den vortrefflichsten und wohlhabendsten Rittern seiner Zeit. Nicht nur der Kurfürst von Mainz schätzte seine Tüchtigkeit und ernannte ihn zu seinem Geheimrat uno Hosmarschall, sondern auch der Kaiser Maximilian, der ihn am 20. Oktober 1516 zu seinem Rat und Diener von Haus aus erhob. Deshalb konnte es Frowin nicht schwer fallen, von seinem kaiserlichen Gönner mancherlei Vergünstigungen zu erlangen so z. B. oas Recht, in Salmünster und Oberndorf einen Zoll zu erheben (von einem Pferd 2 Pfg., einem Ochsen 1 Pfg., einem Schwein oder Schaf 1 Heller); ferner in Salmünster 2 Jahrmärkte und Wochenmarkt halten zu lassen; über den Joßgrund erhielt er den Blutbann und das Recht, bei seinen Schlössern zu Hausen und Burgjoß Stock und Galgen zu errichten. (B). Seinen religiösen Sinn ersieht man daraus, daß er für die Besucher der Hausener Schloßkapelle in Rom einen Ablaß nachsuchte, und seine Wühltätigkeit, daß er dem Kollegiatstift den von seinen Vorfahren verliehenen Zehnten von neuem bestätigte.
(C). Als tapfern Kämpfer und Ritter finden wir ihn im Jahre 1522 auf Seiten des Ritters Franz von Sickingen gegen den Kurfürsten von Trier und dessen Verbündete Kurpfalz und Hessen. Indes vermochten beide gegen die Uebermacht nicht standzu- halten. Philipp von Hessen nahm am 10. Oktober Frowins Besitzungen zu Salmünster, Soden und Hausen und setzte Georg von Bischofrode als Amtmann darüber ein. Vier Jahre später stellte jedoch der Landgraf die beschlagnahmten Güter wieder zurück — nur Alsberg und der Schönhof erklärte er als hessisches Lehen —, „dieweil Frowin von Hütten sich seithero und besonderlich in jüngster gewesener peurischen emporung (im Bau-rnkrieg besiegte Frowin die Aufständischen bei Königshöfen) gegen uns und sunst chur- und fürstlichem stande, auch aller ober- und erbarkeith teutscher nation z 1 gutem dienende, für andern arbeitsam, gutwilliglichen und fleißiglichen mit wagung seines leibs und lebens dermaißen erzaigt und gehalten, daß wir Jme mith besondern gnaden genaigt.. (B).
Im Vorgefühl des Todes und um für seine Töchter zu sorgen - Söhne hatte er nicht —, verkaufte Ritter Frowin am 23. Sept. 1528 alle seine Güter auf der Jossa, zu Hausen, Salmünster, Stolzenberg und Soden, so Lehen, Pfandschaft und eigen waren 12) an seine beiden Vetter Ritter Ludwig von Hütten zum Derbern Frankenberg und dessen Bruder Ulrich aus der fränkischen Linie um 15 940 Fl. Die Güterveräußerung nahmen ihm aber seine Vettern aus der Stolzenberger Linie Ludwig, Lukasund Rabe, die Söhne Dietrichs, sehr übel. Darum heißt es in der Genealogia: „Dieser (Frowin) ist's, so wider geschworenen Burgfrieden, was er mit seinen Vettern zum Stolzenberg gemein und vor sich gehabt, ohne einige Noth 1529 (?) an Herrn Ritter Ludwig und Ulrich von Hütten verkaufet. Diese haben mit Dietrichs sel. Söhnen deswegen viel Streit gehabt."
Am Freitag nach Jnvocavit (1. Fastensonntag) nahmen die neuen Herren im Beisein des Herrn Martin von Heusenstamm, Ritter, Wolfs Behem,
I2) S. unten.