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Seite 98 m^k^i^^s^c^^c^^ Unsere Freimut c^^^c^k^i^i^c^rsc^d^c^ Nr. 9/10

Die TapserkeitsniedmU e erhielt Musketier Adam Drebert aus E l m. Vefördert zum Leutnant der Lehrer Friedrich Heid aus Steina u.

Das VerdtenstkreuZ für Kriegshilfe in der Heimat erhielten: Nikolaus Basermann, Prorektor Keller, Stadtsekretär Alt, Kaufmann Fenner, Frau M.

Fehl, Bahnmeister Dettmer in Schlüchtern, Förster Emmel- uth in Schwarzenfels, Beigeordneter Kuhl in Salmünster, Stadtkämmerer a. D. Zehner in Soden, Hegemeister- ring in Breunings, Freifrau Ludovica v. Stumm (Schloß Ramholz), Direktor F. Kaupe in Sterbfritz, Holzhauer- meister Rüffer in Ahlersbach, Bahnmeister Pohle in Sterb­fritz, Bürgermeister Ist in Marborn, Bürgermeister Möller in Wallroth, Bürgermeister Nöll in Herolz.

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Unsere Lebensmittelsammlung vom Frühjahr für Aermste in der Großstadt hatte ein recht schönes Ergebnis. Wir durf­ten in gar vielen Fällen wirklich Hilfe bringen und Mangel stillen, wenn auch die Gaben lange nicht so reichlich slossen wie im Vorjahre. In Schlüchtern selbst wurde nicht durch die Schulen gesammelt, weil diese mit einer Sammlung für andere Zwecke beschäftigt waren. Aber eine große Anzahl Hausfrauen hatte nach Kräften freundlich beigesteuert. Vom Lande kamen Sendungen von den Herrn Lehrern Naumann in Hintersteinau, Storch in Herolz, Euler in Vollmerz, Klau- er in Weichersbach, Fischlein in Niederzell, Zipf in Breiten­bach, Pauli in Hinkelhof, Hölzer in Wallroth, Kreß in Hüt­ten, Bodenburg in Hohenzell, Oetzel in Seidenroth, Edeling in Neuengronau, Ulrich in Bellings, Agricola und Frl. Neu- kirchen in Züntersbach, Zinkhan in Breunings, Diegelmann in Marborn, sowie aus der Gemeinde und dem Schloß Ram­holz. Verwahrt und versandt wurden die Gaben zunächst von Frau Prorektor Nielsen und nach deren Wegzug von Fräulein Anna König, die als Kreisfürsorgerin den ganzen Kreis bereist und so am besten gewahrt, wo besondere Not Hilfe heischt. In der Hauptsache bestand die Sammlung aus über 15. Ctrn. Dürrobst, Marmelade, Gelee. Mehrere Schu­len hatten aber auch Mehl, Eier, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse, Gerste u. a. gestiftet. Sogar etwas Speck und eini­ge Würste waren dabei. Es war uns eine besondere Freude, durch zuverlässige Freunde, gerade mit diesem Letztgenannten, besonders arme, alte, sieche Verlassene in Frankfurt zu er­freuen. Das wenige Mehl, etwas Hülsenfrüchte, die Eier sind aus dem Kreise nicht hinausgegangen. Es wurde durch Frl. König an Wöchnerinnen, Genesende und einige kinder­reiche Familien im Kreise selbst verteilt. Etwas Dürrobst er­hielt auf Wunsch auch Lazarett 2 in Schlüchtern. Alles übri­ge ist uns persönlich bekannten Vertrauensleuten in Frank­furt zugegangen, die selbst in der Armenpflege stehen und deren Quittungen und Dankbriefe vorliegen. Zwei von Ih­nen seien hier mitgeteilt

An den Heimatbund in Schlüchtern.

Nach 2. Cor. 8, V. 14 habt Ihr gehandelt, Ihr lieben Brüder und Schwestern vom Heimatbund, die Ihr unserer Gemeinde ermöglichtet, an 37 alleinstehende Personen das Gesandte zu verteilen. Mit frohen, dankbaren Gesichtern zogen sie hin, als sie es abholten. Habt Dank alle auch im Namen der Armenkommission! Möchten Zeiten kom­men, in denen wir es wahr machen können, daß wir Ue- bersluß haben an irgend einer Sache und Ihr Mangel, dann wollen wir Euch nicht vergessen."

Herr Geheimrat D. Kayser schreibt:

An den Heimatbund für Heimatkunde und Heimatpflege im Kreise Schlüchtern.

Sie haben uns durch das reiche Geschenk einer Lebens­mittelsendung für unsre Armen zu großem Danke verpflich­tet. Diese aus Liebesopfern der dortigen Gemeinden zu­sammengekommene Spende ist unseren Armen in kritischer Zeit eine wesentliche Hilfe gewesen. Auch den armen, kränklichen Kindern in unseren Erholungsheimen Wald­mühle und Odenwaldhaus soll ein Teil der Gaben zugut kommen. Nehmen Sie alle herzlichen Dank für die großherzi­ge Spende, welche unserer städtischen Bevölkerung in be­sonders eindringlicher Weise bezeugt, was wir unseren lie­ben Landsleuten aus dem Lande verdanken, die uns mit soviel Treue helfen, durch schwere Kriegszeit hindurchzukommen. Den gütigen Spendern entbieten wir mit unserem innigen Dank herzlichen deutschen Gruß und wünschen ihnen reichen Gottessegen auch in diesem Sommer."

Doch nun genug. Wir haben helfen wollen, und das ist gelungen. Der Herr, der verheißen, den Becher Wasser, dem Dürstenden gereicht, vergelten zu wollen, wird keinen, der Barmherzigkeit geübt, ungesegnet lassen.

Unser Bund will mit seinen Heimatabenden in diesem Herbste früh beginnen und bittet seine Helfer überall vorzubereiten. Oberkalbach und Heubach sollen diesmal den Anfang machen. Zwei Vorstandsmitglieder übernehmen die Vorträge über Der Heimat Not"

Dem Vernehmen nach gehen nun doch auch die beiden größten Glocken der Stadt Schlüchtern aus dem Turme der evangelischen Kirche im Oktober in den Krieg. Nur das Vaterunserglöcklein bleibt uns. Auch bei uns wird wohl eine kirchlicheAbschiedsfeier" an dem Sonntagabend, da sie zum letzten Male zum Gotteshause gerufen haben werden, stattfinden. Jahrhunderte lang haben die nunmehr Scheiden­den über unser Tal dahingesungen und Väter und Vorväter bis weit in vergangene Zeit gegrüßt, geladen und geleitet. Keinem Menschen wäre je der Gedanke gekommen, daß dies ihr Ende sein würde. Ihr Abschied hat unserer Gemeinde eigentlich viel zu sagen. . .

D er Heimatbund sucht einen durchaus zu­verlässigen, gewandtenMann (Kriegsbeschädigten) der den Verkauf von Büchern und Schriften aller Art in allen Orten des Kreises, wo keine Buchhandlungen sind, übernimmt und seine Ware von Haus zu Haus trägt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er auch im Sommer auf andere Weise wird beschäftigt werden und seine Stellung mit der Zeit eine feste wird. Bewerber wollen ihre Gesuche schrift­lich dem Vorsitzenden des Heimatbundes einreichen.

Der Entwurf der neuen Satzungen geht den Helfern näch­stens zu. Wir bitten, ihn mit den Mitgliedern der Orts­gruppe zu besprechen und das Ergebnis hierher mitzuteilen. Mitte November wird die Hauptversammlung stattfinden.

Diese Nummer des Heimatblattes geht noch einmal allen feldgrauen Söhnen Schlüchterns in Heimatferne zu. Da die Herstellungskosten sehr gestiegen sind, wird die nächste nur denjenigen zugehen, die uns auf Karte kurz mit­teilen, daß sie das Blatt auch weiterhin haben wollen. Wir müssen das erbitten; es geht nicht anders.

Herzl. Heimatgruß! Flemmig.

Ms Sondergaben fürUnsere Heimat" übermittelten Herr W. Gähringer 10 M., Herr M. Wolf 5 M., Herr Lehrer Walther in Reinhards 2 M., Herr Jean Freund in Hanau 2 M., Herr Jakob Rosenbaum 10 M., Herr Adolf Adler 5 M., Gefr. Schütze in Beverloo 4 M., Herr Pfarrer Hattendorff in Wehrda 5 M., Frau Viktor Wolf in Frankfurt a. M. 25 M., Herr Battenhausen 3 M., Herr Jean Freund in Darmstadt 5 M., Frau Baronin v. Stumm, Schloß Ramholz 300 M., Herr Leo Rothschild 5 M., Frl. Marie Schultheis, z. Zt. Schloß Wiesentheid 5 M., Herr Leutnant H. Freund (a. d. Felde) 7 M.

Herzlichen Dank!

Der Vorstand des Heimatbundes :

Medizinalrat Dr. Cauer.

Als Manuskript gedruckt: H. Steinfeld Söhne, Schlüchtern. Schriftleitung: Lehrer Flemmig in Schlüchtern. Verlag des Heimatbundes in Schlüchtern.