Seite 96 g^i^^^^r^^ Unsere Heimat ^/^^^r^^^^/^/^c^ß^ Nr. 9 10
Meinem Bruder, dem Württembergischen Soldaten, dessen Namen ich nicht kenne, der am 30. Dezember 1914 in Bois de la Gruerie, indem er voll Edelmut von seinem tödlichen Beginnen abließ, mir das Leben rettete; dem Freunde Le- onhard Helm, der im Kriegsgefangenlager Darmstadt mich wie ein guter Vater pflegte, und den Kameraden Erhardt, Albert Kiefer und Karl Businger, die mit mir wie Menschen sprachen, ungerechnet die manchen anderen, deren Name ich nicht kenne: ihnen widme ich in Herzlichkeit diese Zeilen.
Die Häuser aus!
Auf ein Stuck vergessener Jugendpflege richtet im Iuliheft der „Frauenhülfe" ein Rezensent die Aufmerksamkeit. Anknüpfend an einen Satz daraus : „Unserer Lehrer Frauen haben wir nie kennen gelernt!“ schreibt er u. a.: „Mündliche und gedruckte, öffentliche und persönliche Aussprache über Jugendpflege geht ins Uferlose, alle größten und kleinsten Lebensgemeinschaften sind förmlich erdrückt von den hier erwachsenden Aufgaben. Die Betriebssamkeit des Vereinslebens ist so reich entwickelt, daß davor gewarnt werden muß, die Jugend dem natürlichen Mutterboden ihres Lebens, der Fa
milie, zu entziehen. In der Tat bedarf es hier der Gesundung und der Selbstbesinnung. Aber nicht bloß so, daß die Jugend zuerst dem eigenen Elternhaus gehört. Auch die Häuser der „guten Freunde und getreuen Nachbarn" sollten den jungen Männern offen stehen. Ich denke an meine Mitschüler. Ein sehr großer Teil meiner Klassengenossen wohnte in trostlos öden Pensionen, und es gab kein Haus, das ihnen offen stand; der Sonntag war der langweiligste Tag in der Woche. Ich denke an meine Studentenzeit. Wir hatten wie so viele Studenten ein Stück Heimat in unserem studentischen Verein. Aber wie dankbar waren wir für offene Abenve, offene Sonntag-Nachmittage in den Häusern verehrter Pro- fefforep! Ich denke an gegenwärtige Bekannte. Sie fürchten sich vor dem Sonntag und vor manchem freien Abend in der Woche. Es wäre manchem von diesen Einsamen geholfen, wenn ein freundliches Haus sich ihnen öffnete! Und was von diesen Söhnen der gebildeten Stände gilt, das gilt eben so sehr von den anderen Söhnen unseres Volkes. Es sollte für sie alle offene Häuser geben: der Segen des Familienlebens sollte ihnen erschlossen sein." Natürlich gibt es das hier und da noch überall. Aber in der grundsätzlichen Durchführung bildet es doch fast ein Stück vergessener Jugendpflege.
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Der Kalender des Heimatkundes für W
ist im Verlage von H. Steinfeld Söhne in Schlüchtern erschienen und von denselben zu beziehen.
Inhalt: Vorbemerkung. — Ein wenig nur an jedem Tag. — Kalendarium. — Gott zum Gruß und den Herrn Jesus Christus zum Trost! Von F. F. — Lebensglauben. Von A. Kreß. — Das Steinauer Zehnuhrläu- ten. Von G. Maldfeld. — Schaffender Tag. Von Helene Brehm. — Nix wie heim! Von G. Flemmig. — Der Ortsdiener als Erzieher. Von G. Flemmig. — Die FUr- sorgeftelle des Kreises Schlüchtern für Kriegsbeschädigte und Kriegswitwen und -Waisen. Von Pfr. Kurz — Etwas über Jugendpflege. Von A. Agricola. — geb’ Jahr. Von K. E. Knodt. — Vom Wert des Familienlebens. Von Pfr. ®epb._ — Im Bauernstübchen. Von Helene Brehm. — Ein Feldpostbrief. Skizze von A. Agricola. — Die Fleischkarte. Von Ad. Kreß. — Junger Pflüger. Von Helene Brehm. — Uralte Weisheit. — Am Sterbebett der Mutter. Von Iürnjakob Swehn. — Die große Sehnsucht. Don Helene Brehm. — Lehren und Errungenschaften des Krieges für die Landwirtschaft. Von Inspektor Preiß. — Die alte und die neue Kirchenorgel. Von K. Freund. — Päffer onn Saälz. — De Schujrssch. Von Ad. Heilmann. - Unsere Jugend, unsere Zukunft und Hoffnung. Von g Walther. — Das Wohlfahrtsamt des Heimatbundes. Von Büraermeister Stückrath. — Anhang: Amtliches aus dem Kreise Schlüchtern.
Der Preis des Kalenders beträgt 6 0 Pfennig, und geschieht die Versendung nach auswärts nur durch Nachnahme.
„Leidenschaft."
Zeichnung von W. Praesent.
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Jn treuer Pflichterfüllung fielen ferner für das Vaterland -
aus Schlüchtern:
54. Gefreiter Leonhard Weitzel, Bäcker, geb. am 29. April 1887, am 2. August 1918. Sein Grab befindet sich hart nördlich Eaffies an der Aisne. Er hinterläßt Witwe mit 2 Kindern.
55. Musketier Ifidor Seelig, Kirchstraße, Schuhmacher, geb. am 7. Dezember 1895, am 17. August 1918 durch Kopfschuß beim Rückzug an der Lys norm. 11 Uhr.
aus Sterbfritz:
15. Seesoldat Kaspar Stang, am 30. Juli 1918, 21 Jahre alt.
aus Mottgers:
6. Unteroffizier u. Offiziersaspirant Willi Ehringhaus nach schwerer Verwundung im Westen.
aus W a h l e r t:
2. Schütze Richard Hausmann infolge Verwundung am Kemmel in einem bayr. Kriegslazarett am 24. Mai 1918. aus Schwarzenfels:
16. Musketier Nikolaus Rö l l, Sohn des Schindelmachers Ioh. Adam Röll, am 11. Inni 1918 durch Artill.-Geschoß als zweiter von 6 im Felde stehenden Brüdern
17. Sergeant Johannes Schnarr, Sohn des Maurers Iohs