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Seite 44 ^i^i^^ft%^i^Ab£^^ unsere Heimat ^^^^^^^^«^c^^o^ Nr. 8/6

Söhne des 77jährigen Krämers Nikolaus Müller ist die Flucht aus russischer Gefangenschaft gelungen. Gesund ist er in der Heimat angelangt.

Die letzte kriegswirtschaftliche Sammlung der Stei- nauer Stadtschule brächte folgendes Ergebnis: 2860 Pfd. Altpapier, 1220 Pfd. Lumpen, 851 Pfd. Kno­chen, 36 Pfd. Altmetall, 26 Pfd. Staniol, 20 Pfd. Gummi, 58 Pfd. Altleder, 3 Pfd. Frauenhaare,1692 Flaschen. Die Stadtschule üb er wies aaus ihrem letzt­jährigen Erlöse für gesammelte Mehlbeeren, Hage­butten und Zwetschensteine 100 Mark zu Wohlfahrts- zwecken.

In Bischofsheim verschied durch Herzlähmung Herr Lehrer Wilhelm Klauer.

Der Unterverband der Raiffeisenvereine im Kreise feierte sein 25jähriges Bestehen am 14. März. Der gegenwärtige Leiter desselben ist Herr Pfarrer Frisch- korn in Wallroth.

Her Bürgermeister Fink in Steinau feierte am 16. März sein 25jähriges Amtsjubiläum.

Für die 8. Kriegsanleihe wurden gezeichnet bei der Kreissparkasse 800 000 Mark, bei der Stadtspar­kasse in Schlüchtern 700 000 Mark, beim Bankge­schäft Abr. Sichel 375 000 Mark, bei der Landes- renterei 62 700 Mark.

In Oberzell zeichneten die politische Gemeinde 10 000 Mark, der Darlehnsverein 10 000 Mark, die Kirchengemeinde 4000 Mark, durch die Tätigkeit eines Werbers wurden gezeichnet 23 635 Mark.

In Uttrichshausen verstarb ein Mann an der Toll­wut. Er war einige Wochen vorher von einem tollen Hunde gebissen worden. Auch aus anderen Gegenden kommt Kunde von Tollwut unter den Hun­den. Wer von einem solchen gebissen ist - auch Kratzwunden sind äußerst gefährlich! muß sich sofort in das Heilinstitut gegen solche Krankheiten in Berlin begeben. Dort gibt's Rettung, sonst sehr selten.

Eine Zusammenstellung der Liebesgabensammlung des Heimatbundes für die Bedürftigsten der Groß­städte soll die nächste Nr. vonU. H." bringen. Für heute nur den einen Satz aus einem Frankfurter Dankschreiben:Herzlichen Dank" undVergelt's Gott!" allen Gebern! Schade, daß sie nicht alle dabei sein können, die Freude und Dankbarkeit mit- zufühlen und zu sehen, die ihre Gaben in den Herzen der so schwer geprüften und kämpfenden Alten und Kranken wecken!"

Die Papiernot ist so, groß, daß, wie wir einer Berliner Ztg. entnehmen, an manchen Orten kein Neues Testament mehr zu kaufen war. Dabei er­scheint die schmutzigste Leseware flott weiter. Wie das nur möglich ist?

Die Gemeinde, die im Gotteshause am Sonntagabend derer vor dem Ewigen gedenkt, die

draußen zwischen riesengroßer Not und bitterm Ster­ben um Sieg und Frieden ringen, ist in der Heimat gar klein geworden. Wir klagen nicht darüber, weil in solchen Dingen alles aus dem freien Wollen der Herzen quellen muß, sondern konstatieren nur eine Tatsache.

Wir lesen, daß manche Stellvertr. Generalkomman­dos die Tanzmusiken erneut streng untersagen muß­ten. Tanzt man nur deshalb nicht, weil es verboten ist?

28 Knaben und 30 Mädchen wurden am Palm­sonntage in Schlüchtern konfirmiert. Sagt, wie mag wohl diese leid- und lastenreiche gewaltige Zeit aus die Kinder wirken? Welche Keime mögen aus ipr in ihr Seelenleben fliegen, die helfen werden, kom­mende Jahrzehnte zu gestalten? Das ist von nicht geringer Bedeutung, denn alles, was jetzt Kind ist, ist Träger der Verheißung dieser Jahre. Die Kinder haben eine Zukunft und sind eine Zukunft. Das Innenleben aber ist den Einflüssen der Außenwelt stark ausgesetzt. Einsamkeit und Gemeinschaft, Reich­tum und Armut wirken auf es ein. Wissenschaft und Bildung veredeln es oder stumpfen es ab. Sogar die Arbeit kann zum Fluch oder Segen werden. Und da sollte das gewaltige Geschehen spurlos über Die Kinderwelt von heute dahingehen? Vieles von dem, was jetzt von ihnen in's innere Leben ausgenommen wird, trägt einmal Frucht. Entweder Tollkirschen, an denen wieder andere sich den Tod essen, oder Brotkörner, andere zu nähren bestimmt. In 60 Jahren wird man auch fragen, was wir in dieser Zeit getan, um an und mit den Kindern Zukunft zu bauen. Wir tragen, weil unsere Kinder zwischen uns werden, dazu bei, Kriegsunkraut, das reich­lich sproßt, weiterzupflanzen, oder den Kriegsweizen, der auch vorhanden, zu fördern. Es geschieht ja unsäglich viel, um die Kinder hinüberzuretten in eine bessere Zeit. Für sie wird ja gekämpft, geblu­tet, gestorben, gesorgt, gesonnen. Aber achten wir auf die Keime, die jetzt durch Wort und Vorbild der Erwachsenen in die Seele fliegen? Wird man für die Autorität- und Respektlosigkeit einer kommen­den Zeit Wuseln in unseren Tagen finden? Leh­ren wir die Kinder rechte, nie verlöschende D a n k - barkeit gegen die, welche für sie leiden und ster­ben ? Zeigen wir ihnen das Wunder unserer Tage, wie und wodurch sich eine Minderzahl gegenüber einer überwältigend großen Macht behaupt^, sie sogar besiegt? Weisen wir sie hin auf die Riesenmacht des Bösen im Menschengetriebe! Lassen wir sie schauen, was es kostet, heiligste Volksgüter zu erhalten, zu retten? Es würde gut sein, damit man hernach mit Frieden, Volkseinigkeit, Vaterland, Hei­mat, Freiheit und Recht nicht spielt. Flg.

Wohlfahrtspflege.

Von Bürgermeister S t ü ck r a t h, Schlüchtern.

n Beiträgen für unser Wohlfahrtsamt wur= P den weiter zugesagt, bezw. gezahlt

Einmalige Kosten der ersten Einrichtung:

Kreisausschuß Schlüchtern 300 M.

Sterbfritzer Schamotte- und Tonwerke 100

Herr Jean Leipold, Schlüchtern 10 M.

Metallwarenfabrik Salmünster 50

Laufende jährliche Beiträge:

Handwerkskammer Caffel 50 M.

Kreisausschuß Schlüchtern 250