Nr. 3/4 c^^c^^^^^c^^^i^c^) Unsere Heimat c^mc^^c^^c^^^^c^r^ Seite 39
den ich zu bewahren hatte, machte mich aufmerksamer, vorsichtiger, und ihm gegenüber nehmen oft Kleinigkeiten große Dimensionen an.
Jüngst, es war schon spät, mein Zögling lag schon in tiefem Schlafe, ich aber nach meiner Gewohnheit studierte noch. Plötzlich schreckte mich ein ungewöhnlich starkes Gepolter auf, das dem Schalle nach in der Eallerie oder in einem der an sie stoßenden Räume entstanden sein mußte. Ich nehme die erste beste Waffe zur Hand und eine Handkerze, rief dem Orazio, der im Vorzimmer eingeschlafen war, teilte ihm den Vorfall mit und befahl ihm, ebenfalls eine Kerze in der Hand, mir zu folgen. Der arme Kerl erschrak zum Tode, behauptete, es wäre nichts, ich hätte mich Mohl getäuscht. Nun, so bleiben Sie hier indessen", rief ich, „und machen Sie Lärm, wean ich nicht sobald zurück sein sollte". Nun wäre er aber um keinen Preis allein geblieben, und er zog vor in meiner Gesellschaft zu bleiben, und wäre es auch auf dem Wege der Gefahr. Ich untersuchte den Salon. Da war nichts zu sehen. Ich durchging die Gallerie, den Speisesaal, den Tanzsaal, überall alles an seinem Orte. Die Fenster und Läden geschlossen. Alles in Ordnung. Nur in den Wandspiegeln war Bewegung. Da schwebte geisterhaft mein eigener Schatten. Orazio ging mehrere Schritte hinter mir her und belustigte mich durch seine Geberden. Als ich nun die Flügeltüren des tempelgleichen, hohen Saales aufmachte, wo das große Gemälde Benvenati's, oie von ihrem Hof umgebene Prinzessin Elisa als Groß- herzogin von Toscana vorstellend, an der Wand hängt, die Marmorbilder der Napoleon Familie aber mitten und ringsumher ausgestellt sind, Madame Lae- tizia (von Ganova) und der Kaiser besonders hervortreten, und als ich nun aufmachte und das Licht auf die merkwürdige, wirklich einen Schauer erregende Versammlung fiel, da hat Orazio wahrscheinlich gemeint, es seien lebendige Gestalten, denn er fuhr mit einem Schrei zurück. Ich mußte lachen. Allein, oa ich nun unter diese Gestalten trat, da überkam mich ein ganz unnennbares Gefühl, daß ich alles andere und auch 'das Poltern darüber vergaß, und daß ich
nicht hätte lachen können, auch wenn noch so Lächerliches um mich herum vorgefallen wäre. Ich bin nun froh, daß ich vom Schein getrogen wurde, denn es wäre mir sonst wohl nie eingefallen, diesen Saal in der Mitternachtsstunde zu besuchen und da der Eeistermusik, einer der grandiosesten, zu lauschen. Ich empfand einen Schauer, dem ich mich hingab. Es war nichts Süßes dabei, aber doch Rührendes, wenn auch nichts Heiliges, so doch Geweihtes, Geheiligtes. Es war nichts Süßes dabei, sag ich — und doch es kam hinzu, als ich an meinen Zögling dachte, den jüngst geborenen Enkel der Mutter des Kaisers und der Könige, die da auf ihrem Armstuhl vor mir saß.
Fortsetzung folgt.
Ein Urteil T H. Fontanes über die Briten: „Sie sagen Christus und meinen — Kattun!" Feldgrauer Humor.
„Es muß doch einmal Friede werden, Hans!" — „Solang die Marmelade nicht alle ist?"
Verkehrte Welt. (Aus einem Kriegsbriefe.) „Da hört man immer, der Appetit wachse während des Essens, meiner aber wächst stets mit dem Hunger."
Kriegsmischung.
„Was rauchst du denn für 'ne Sorte Zigarren?" — „Marke Dienstmädchen, mein Lieber; sie will zu oft ausgehen und zieht erst, wenn ihr gekündigt wird."
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Unsere Kassenführerin, Fräulein König, bittet, in diesem Jahre bei Beitragssendungen den Posteinlieferungsschein als Quittung zu betrachten. Die Teuerung zwingt dazu, die Versendung besonderer Mitgliedskarten zu vermeiden.
Unser Preisrätsel ist von gar vielen gelöst worden. Die ausgesetzten Bücher können gelegentlich von folgenden Empfänger a b g e h o l t werden: Jugendheim Breunings, Käthe Lotzenius in Sannerz, Heinrich Fink in Steinau, Gefr. Schmidt in Ioffa, Marg. Zehner in Ramholz.
Die neuen Vignetten in den Blättern verdanken wir der Güte eines Freundes unserer Heimatsache, des Herrn Lehrers Praesent in Großenhausen.
Dem Berichte unserer Helferin in Soden entnahmen wir (Einzelheiten brächte die Schl. Ztg.), daß die Ortsgruppe in öffentlichen Veranstaltungen besonders tätig gewesen ist. Herr Pfarrer Nüdling aus Aufenau, Herr Lehrer Spehnkuch aus Offenbach, Herr Dr. Strünckmann, Frl. Hanna Walther hielten Vorträge, Fräulein Max er, Herr stud. phil. Salditt, Fräulein Kreß liehen ihre Kraft gleichfalls dem H.-B.
Viele Briefschreiber bitte ich, Geduld zu haben, wenn ich nicht sofort antworte. Ich will in den Osterferien alles nachholen. Herzensdank für die Zuschriften von „draußen"!
Flg-
^Ile Sondergaben für „Unsere Heimat" sandten Frl. Wille, Bad Rothenfelde 2 M., Herr Leutnant Henning (a. d. F.) 10 M., Herr Dr. Freudenthal 5 M., Herr Landrat v. Trott zu Solz 5 M., Herr Off.-Stellvertr. M. Wolf (a. d F.) 20 M., Frau Hölzinger, Hanau 2 M., Herr Leutnant H. Seibert (a. d. F.) 5 M., Gefr. Schmidt, Ioffa 3 M., Herr Lehrer Siemou, Frankfurt 20 M., Herr Iustizrat Henrichs, Würzburg 10 M., Herr Apoth. Hafner, Melrichstadt 5 M., Herr Lehrer Lotz, Oberreichenbach 7 M., Herr Landesrentm. Barthelmes, Schmalkalden 10 M., Herr Unteroff. Kreß, Altengronau 7 M., Herr Assistent P. Heil, Elm 5 M., Herr Reg.-Baum. Hübler, Heidelberg 5 M., Ldst. Heinbuch, Schlüchtern 2 M., Herr Prof. Anacker, Wiesbaden 7 M, Schwester Aug. Becker 3 M., Ungenannt 3 M., Frau E. Lübbert, Honnef 5 M., Herr Georg Müller, Spediteur hier 5 M., Gefr. Max Oppenheimer (a. d. F.) 5 M., Herr Direktor Winneberger, Frankfurt 10 M., Herr Studienassessor Dr. Fenner in Rawitsch 10 M., Herr Oberlehrer Wulfs in Eschwege 6 M.
Herzlichen Dank!
Der Vorstand des Heimatbundes:
Medizinalrat Dr. Cauer.