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Seite 274 SKAAAAASSKAAKAASSAWASAAA Unsere kfeimat 66ee66Se66e8@@e Nr. 34/36

gen betrifft, so halten wir folgendes für höchst nötig: 1) Die Einführung eines der Zeit und der Lage von Schlüchtern angemessenen Lehrplans für das Gymna­sium. Wir fügen hierüber einen von dem Herrn Tonsistorialrat Heinemann verfaßten Entwurf bey und bemerken, daß wir über ihn bereits mit den Lehrern des Gymnasiums und den beiden Herrn Predigern zu Schlüchtern Rücksprache genommen und von diesen die Versicherung erhalten haben, daß er sehr wohl ausführbar sey. Es dürfte dieses Gutachten nunmehr von einer aus den Lehrern des Gymnasiums, den beiden Predigern zu bildenden Schulkonferenz zu er­fordern und dem Herrn Vektor Hasselmann zugleich als Schema der Lektionen für das nächste Winterhalb­jahr zu entwerfen und zur Genehmigung einzusenden sein.

2) Die gehörige Verwendung des dortigen Schul- personals für den Lehrplan. Nach diesem würde a) Zinkhan als der 4. Lehrer am Gymnasium anzusehen sein und in seine Schule [Klaffe] dürften keine Schüler ausgenommen werden, welche noch nicht vollständig lesen können. Dagegen würde b) dem Schullehrer Aschenbach *) noch der Unterricht in einigen Gegen­ständen im Gymnasio zu übertragen sein. c) Die Gym­nasiallehrer behalten die ihnen in dem Schema anzu- weisenden Lehrgegenstände.

3) Die Zuziehung des jedesmaligen zweiten Predi­gt Der bisherige Lehrer der eingegangenen lutherischen Volksschule.

Steinauer Erinnerungen

von Zolldirektor i. R.

Aufsichtsbeamter im Bezirk Steinau war der alte Steueraufseher Schott, das Urbild eines alten Kur- hessischen Steueraussehers. Er hatte, wenn ich nicht irre, beim kurhessischen Leibregiment h als Unter­offizier gedient, war dann schon vor dem Anschluß Hannovers an den Zollverein, also vor dem 1. Ia- nuar 1854, kurhessischer Grenzaufseher geworden und hatte in dergrauen Katze", jetzt einem sehr belieb­ten Ausflugsort im malerischen Fuldatal bei Kassel, damals einem Grenzaufseherwachthaus an der die Grenze gegen Hannover bildenden Fulda, Dienst getan. Das interessierte mich als Kaffelaner natürlich sehr, und ich habe oft und gern seinen Erzählungen aus jener Zeit gelauscht. Ghne etwa Trinker zu sein, hatte Schott, wie viele seiner alten kurhessischen Kolle­gen, bei dem schweren Dienst, den damals die Auf­seher hatten, sich an den regelmäßigen Genuß von Branntwein gewöhnt. Ietzt im Alter mußte er mor­gens erst einen Schnaps trinken, ehe er seinen Na­men schreiben konnte. pflichttreu und gewissenhaft, stets bei Wind und Wetter im Dienst, habe ich den alten Mann, der mit seinen fast 6 Fuß Länge immer noch eine imposante Figur darstellte, hoch schätzen gelernt und denke noch gern an ihn zurück.

Noch erwähnen möchte ich einen Pensionär, der im benachbarten Mernes wohnte, den Steueraufseher a- D. Klebingat. Er erschien an jedem Monatsersten, holte seine Pension, ging in irgend eine Wirtschaft,

5) 1919 als königl. preußischer Infanterie-Regt. Landgraf Friedrich 1. von Hessen - Kassel (1. Kurhessischer) Nr. 81 auf­gelöst.

gers ZU Schlüchtern zur Erteilung des Religions-Un- terrichts im Gymnasio. Herr Pfarrer Gsius hat sich dazu gegen uns bereitwillig erklärt und seinen Rmts= Nachfolgern dürfte dieses in ihre Instruktion zu setzen sein.

4) Die nachfolgenden Bau-Einrichtungen: a) Zur Erhellung der Sekunda dürfte gleichförmig mit dem vorhandenen noch ein Fenster zu brechen sein, b) Die gehörige Austünchung der Schulstube des Kantors Iöckel und die Vorrichtung eines Getäfels an den Wänden, wo die Kinder sitzen, c) Die Vergrößerung der Schulstube des Zinkhan.

5) Die Anschaffung des nötigen Lehr-Apparates, z. B. Bücher, Landkarten, Globus u. s. w.

6) Angemessene Verbesserung der Besoldungen der Lehrer. Unserer Meinung nach müßte sich der Rector hasselmann nicht unter 900 fl., der Tollaborator Ereß, welchem der Eitel Tonrector zu erteilen sein dürfte, nicht unter 600 fl., der Tantor Iöckel nicht unter 500 ft, der Schullehrer Zinkhan, welcher alsdann auch das Tantorat zu übernehmen hätte, nicht unter 300 fl., der Schullehrer Aschenbach für die Mädchen­schule und den Unterricht im Gymnasio, sowie auch für die Versehung der dem Zinkhan abzunehmenden Grganistenstelle nicht unter 250 fl. an fixem Gehalt stehen. Sodann dürften dem zweiten Prediger für den im Gymnasio zu erteilenden. Religionsunterricht 100 Thaler zuzulegen sein.

(Schluß folgt)

woringer, Kassel (Schluß) hielt alle Gäste, die darauf eingingen und solche fanden sich immer frei, bis die Pension verbraucht war; dann zog er abends nach Mernes zurück. Un­verheiratet und mit etwas vermögen begabt, konnte er sich das leisten- Er war schon frühe zur Ruhe ge­setzt, da er geistig wohl nicht ganz gesund allerlei komische, aber keine schlimmen, Sachen ver­übt hatte. Als er dann disziplinarisch abgeurteilt wurde, erschien er in Kassel mit einem sog. Schieß- ranzen voll Geld, um sofort die Kosten des Verfah­rens zu bezahlen!

Die Dienstgeschäfte, die mir oblagen, erforderten keine Anstrengung. Zoll kam fast gar nicht vor. Nur einige Wochen lang kamen regelmäßig Sendungen aus Wien. Eine Wiener Firma zeigte damals in den deutschen Zeitungen Sendungen zum preise von 3 Mk. an, die 12 oder noch mehr einzeln genannte nütz­liche Gegenstände enthalten sollten. Auf diese An­zeige fielen, wie an anderen Grten, so auch in Steinau, viele Leute hinein, die dann wütend waren, wenn sie den übersandten Schund sahen und dafür auch noch 10 Pfennig Zoll bezahlen mußten. Brau= und Branntweinsteuer machten auch nicht viel Ar­beit. Die Zornsche Bierbrauerei in Steinau und die Thalersche in Schlüchtern waren allein im Betrieb- Die Kaisersche Branntweinbrennerei auf dem Vieh­hof in Steinau war für mich besonders interessant, weil dort Mais gebrannt wurde. Das war damals in Kurhessen eine Seltenheit, und ich konnte hier allerlei lernen- Sehr stark war die Einnahme an preußischer Stempelsteuer (Reid)sftempel kam nicht