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23, Jahrgang
Schlächtern, Mgust/September 1^31
Nr. 32/33
nochmals
„Das Prenßje von Schlüchtern" von Victor Reis, Köln
TSer im Iahre 1815 von Ludwig Emil Grimm gezeichnete Mordechai Löb, '^bekannt urter dem Namen „das Preußje", schrieb sich nach dem Verzeichnisse der neuen deutschen Familiennamen für Iuden — Steinau d. d. 28. Dezember 1811 - Mordechai Preuß.
Lr wurde geboren am 7. Röar 5505 a. m. (anno mundi) = März 1745. Sein Vater war der in der Liste der Iudenschaft von 1761 u. a. aufgeführte „3ub Löb der Kleine".
Mordechai preuß, der keine Söhne hatte, wohl aber eine in Frankfurt verheiratete Tochter, wohnte in der Nähe der alten Synagoge, dicht am ©bet« tor, Nr. 12 (jetzt Fuldaerstraße 31 Heinrich Lins) im Hause seiner verwandten der nächstjüngeren Generation, nämlich bei den Brüdern L. M. preuß und Israel preuß; zu ersterem war er Gevattersmann.
In einer Fußnote zu der von dem Schreiber dieser Zeilen stammenden Veröffentlichung im Ianuar/Februar-Heft 1930, erzählt Herr Lehrer Nußbaum in Viersen einige Begebenheiten aus dem Leben seines Urgroßvaters Israel Preuß.
Dieser ist aber mit dem oben beschriebenen Mordechai Löb alias preuß nicht identisch, der wie aus einem unter seinem Bilde (i. B. von Frau Mirj. Schwarzschild in Brückenau) befindlichen Handschriftvermerk hervorgeht 1745 geboren und am 20. Ijar 5577 a. m. ;= 6. Mai 1817 gestorben ist.
Da Preuß mit weniger Ausnahme allwöchentlich Montags und Donnerstag aus althergebrachter Frömmigkeit fastete, scheint im Volksmunde der seinem Todestag, Dienstag 6. Mai 1817, unmittelbar voraufgegangene Montag mit dem hohen Fasttage, dem Versöhnungstage, in legendärer Beziehung gebracht worden zu sein, als wenn er an diesem Tage gestorben wäre. Im Einnahmebuch der Renterei Steinau für
1807 (Staatsarchiv Marburg) ist unter der Rubrik „Begräbnisgelder von Iuden 4. Quartal" eingetragen: „Mordechai Löb Ehefrau gestorben"; demnach war preuß seit dieser Zeit Witwer, und die Zeichnung die ihn mit seiner Frau (Frau Schildchcn) zeigt, ist von L. L. Grimm wohl nach Schilderungen oder aus dem Gedächtnis gefertigt.
hiermit dürften alle Fragen über die verwandtschaftlichen Beziehungen und die Lebensdaten des originellen Mannes restlos geklärt sein.
Anfang des vorigen Iahrhunderts gab es in Schlüchtern noch eine dritte Linie Preuß; auch ihre Nachkommen sind wie die anderen zum größten Teile nach Amerika ausgewandert.
Der in L. L. Grimms Erinnerungen erwähnte Iochil, von dem Iakob Grimm einst den ersten hebräischen Unterricht erhielt, hieß Iochil Riefe (vonAkiba), von 1811 an Iochil Strauß, und wohnte im Hause Nr. 69, letzt Hanauerstraße 34.