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23. Jahrgang Schlächtern,
Heimweh -
Wenn einer sehen will, wie durch Gottes Barmherzigkeit aus einem jugendlichen Diesseitsmenschen ein Greis wird, der sterbend auf nichts mehr hofft al§ auf die Hilfe, das Heil aus der Gnadenhand des Ewigen, der lese einmal die Lebensgeschichte des Erzvaters Jakob mit der Absicht, dies zu finden.
Es scheint, als sei sie geradezu deshalb nisder- geschrieben, um Rite zu trösten, die ihre Jugendwege auch nicht unsträflich gingen, weil sie sich nicht hielten an Gottes Weisung.
Unser aller Jugendleben weist Taten auf, deren wir uns jetzt schämen. Und solche Scham und Reue ist allemal gut und von Gott gewirkt.
Über sie darf nicht so weit gehen, daß wir uns scheuen vor dem Hohn der anderen, wenn wir nun die Bibel in die zitternden Hände nehmen und nach Vergebung und Kraft jenseits des Bruchs mit dem vorigen Wandel suchen.
Wohl jedem, der in der Fremde Heimweh bekommt, ehe er heim soll! Das Heimweh war ja das Hauptmittel, das Gott anwandte, um den mit allen Fasern an der Erde hängenden Jakob zu kurieren.
Denkt nur an die Seit, als der Ewige den Irrgänger in seine Schule nahm! Unvergessen blieb diesem lebenslang die einsame Nacht, da er, das Haupt auf einen Feldstein gebettet, auf der Flucht vor dem berechtigten Zorn seines Bruders getröstet wird: „Du sollst heimkommen!"
rgn?3/niaM?^ Nr. 27/2?
ein Heilmittel
— Nie vergessen hat er sicherlich auch jene andere Nacht, als er furchterfüllt am Jabbokflusse um die Gewißheit von Gottes Nähe und Güte rang und siegte.
Unvergessen blieb ganz gewiß bis ans Ende auch jener letzte Abschied vom Heimatland in hohem Rlter "bei Bersaba an der Landesgrenze, als er vor dem Hunger nach klegypten flüchtete.
Rd), war das ein Leben voll Wechsel und Unsicherheit! Wenn einer, so hat er gelernt: „Wir haben hier keine bleibende Statt." Eine Wanderschaft voll hin und her, Gewinn und Verlust, Bangen und Klagen zwischen einer Söhneschar, der er nicht mehr trauen konnte! Und nun ist er am Ziel.
Noch einmal ruft er alles zusammen, was er an —' trotz allem — geliebten Menschen hinter sich läßt, und mahnt, verheißt, tröstet.
Dann aber ist er mit der Erde ganz fertig, legt still seine Füße zusammen und bittet: „Herr, ich warte auf dein Heil!"
Dies Wörtlein: „Ich warte!" tut's einem an. Er weiß nicht nur, daß das heil, die volle, endgültige Hilfe, von seinem Gott kommen muß, sondern wartet auch darauf. Er sehnt sich, harrt, verlangt nach dem Licht, das aller Welt scheinen will, nach der Heimat der Barmherzigkeit.
Und Gott enttäuscht keinen, der seiner harrt!
G. SIg.