Seite 260 999999999999999999999999 Unsere Heimat ESS«OOEHOHSHtzHGDOßEOOHSO Ar. 32/33
nach Kassel kommen lassen, wo sie es gewiß gut bei uns gehabt hätte. Carl hat sie voriges Jahr noch angetroffen, und Wilhelm hat ihr noch 26 Gulden geben lassen, was bei Steinauern schon viel ist; aber wir alle können ihr das nicht bezahlen, was sie für uns alle getan !" Kehnlich lautet das Urteil Ferdinands Grimm über sie. (Stoll aaD. S. 563/64.) Wilhelm teilt ihren Tod seinem Bruder Jakob in einem Brief vom 25. RNüz 1815 mit (Briefwechsel aus der Jugendzeit S. 444): ,,Betrübt hat mich, was venhard nur in drei Worten meldet, daß unsere gute Marie vor drei Wochen gestorben ist, seltsam, daß wir hier etwa gerade um die Seit einen Abeno von ihr sprachen und der Louis auf seiner Rückreise sie zeichnen wollte. (Es freut mich recht, daß sie noch m Sommer die Unterstützung erhalten". Wie mir Herr Rektor Maldfeld in Steinau (f) mitteilte, hieß das langjährige Dienstmädchen der Grimms eigentlich Anna Margarete und war am 24. April 1761 als Tochter des Bäckermeisters Friedrich Wilhelm Nagel geboren. Sie heiratete am 21. Februar l805 den Bürger und Häfner (-Töpfer)meister Johannes Heid. In dem Trauungseintrag wird sie Maria Margarete Nagel genannt. Sie starb am 21. Januar 1815. Im Sterberegifter steht wieder Anna Margarete Ejeiö geb. Nagel.
12) Mannes Müller, der ehemalige Rutscher der Familie Grimm, der nach dem Wegzug der Mutter Grimm sich 1810 mit Margarete Glöck verheiratete und als Rutscher bei Baist in der „Krone" 1822 starb. 3m Frühjahr 1815 ließ er durch Wilhelm venhard eine Pension von den Brüdern Grimm erbitten, weil er alt und nicht mehr dienstfähig sei. Darüber berichtet Wilhelm seinem Bruder Jakob nach Wien in dem obenerwähnten Brief vom 25. März 1825 (Briefw.echsel aus der Jugendzeit S. 444). Die Brüder werden aber wohl schwerlich auf das Gesuch eingegangen sein. Ueber ihn schreibt Ludwig Grimm in seinen „Lebenserinnerungen" (Stoll aaD. S. 561); ,,Ver Möller (Rutscher) ist noch auf den Beinen und spricht gern vom Platteputzen, kratzt sich ein wenig im Ohr und schiebt die Rappe hinauf. Er trägt Sonntags noch des Vaters Livree, Grau mit Gold und Silber, und ist auch darin zu mir gekommen. Er ist schon in den achtziger Jahren und eben in der „Krone“. An einer anderen Stelle berichtet Ludwig Grimm, daß großer Jubel herrschte, wenn die Mutter Grimm mit ihren Rindern zur Familie Stickel in Schlüchtern oder auf den Hundsrück zur Familie Rose fuhr und der alte Müller mit Baists Pferden in Grimms Rutsche sie dorthin fuhr (Stoll aa®. S. 57). Bei besonderen Familienfestlichkeiten, wie der Taufe der Lotte Grimm oder hohen Besuchen, mußte der Rutscher Müller in Livree bei Tisch bedienen.
>3) Sänne (Susannne) Nagel, geb. 22. Dkt. !755, Schwester der Marie, starb am 8. Dezember 1818 unverheiratet.
") Gemeint ist wohl Ottilie Heid, geboren am 28. Februar 1752, die Schwester des Töpfermeisters Johannes Heid.
% Ratharina Hopperspachin war die Witwe des Schneidermeisters Christoph Hoppersbach. Sie starb am 26. November 1820, 71 Jahre alt. Die Familie war von auswärts zugezogen.
10) wohl der bei Stoll aa®. S. 42 erwähnte Stadtschreiber Möller, dessen Sohn Philipp mit Ludwig Grimm die Lateinstunden beim Präzeptor Zinckhan besuchte.
17) Der Pagenhofmeister Joh. Ditmar Stöhr (gest. 9. Dezember 1806) in Rassel, bei dem die Brüder Grimm französischen Unterricht erhielten. Stoll aa®. S. 79 ff.
1S) Stadtchirurg und Bürgermeister Vr. med. Ronrad Bernhard Wagner, der Schwiegersohn des Oberförsters Müller und Sohn des Apothekers Heinrich Wagner. Er starb 78jährig im Jahre 1821, Er war sehr befreundet mit der Familie Grimm und wurde von Ludwig Grimm gezeichnet. Stoll aaD. 32 u. 558 Anm. 1.
19) Stoll aa®. S. 40 u. 556.
20) Georg Philipp Gottschalk, Rrzt und Amtsd)irurg in Steinau, ein Schulkamerad Ludwig Grimms. Stoll aa®. S. 24, 40, 558.
20a) Joh. Peter Ereß geb. 16. Gkt. 1751, war Bäckermeister und gehörte dem Stadtrat als Stadtfähndrich und später als Stadtleutnant an.
20b) Stoll aa®. S. 59 ff.
21) Frau des Salzverwalters Stickel in Schlüchtern, 6es Besitzers des „Schlößchens". Sie war eine geb. Walter und starb 1848 im „Schlößchen".
22) vielleicht ein verwandter des Geheimen Kriegsrats Karl Frdr. Sipf, der 1831 in Hanau starb (Stoll aaD. S. 200). In einem Brief Ludwig Grimms an feinen Bruder Ferdinand vom 29. April 1816 über seinen fünfwöchentlichen Besuch in Steinau im Herbst 1815 heißt der Postmeister Röhler, was wohl auf einer Verwechslung b.ruht. Stoll aaD. S. 560.
2S) Der hier erwähnte Jude Jochil hatte Jakob Grimm den ersten hebräischen Unterricht erteilt.
24) Stoll aa®. S. 35 Anm. 3. Später kaufte der Wirt ,,3um weißen Roß" Eckhardt den Garten.
25) Ratharina Eharlotte, die Tochter des Pfarrers Schlemmer (gest. 1825), die in erster Ehe den Rirchenverwalter Jakob Friedrich venhard (gest. 24. Nov. 1813), in zweiter Ehe am 18. April 1815 den verwitweten Nmtskommissar Jakob Carl Renouard heiratete. Eine F. E. Schlemmer hat sich am 23. Oktober 1804 in Wilhelm Grimms Stammbuch eingetragen, vergl. „Volk und Scholle", 8. Iahrg. (1930), Heft 10, Seite 309/10 und Stoll aa®. S. 70 und 562. Die Honoratioren des Städtchens waren vielfach durch Heirat und Gevatterschaft miteinander verbunden.
26) Wohl identisch mit dem Rutscher Müller in der Krone, vergl. Anm. 12.
2r) Der lutherische Präzeptor. Stoll aa®. S. 562.
28) Stoll aa®. S. 557. Ein Schneider Stanislaus Chichofski wurde nach dem Ratsprotokoll am 3. Januar 1800 als Beisaß und am 4 Januar 1802 als Bürger ausgenommen. Er war wohl ein Pole.
29) Töpfer Ehristoph Euler, genannt das „Ulterstöffelche", den Jakob Grimm noch Anfang der vierziger Jahre besucht haben soll. vergl. „Hessenland" 1898, S. 62.
so) Kaufmann Peter Buß, geb. 3. August 1770, gest. 20. Februar 1819, 48 Jahre alt, war Stadtfähndrich und wohnte dem Amtshaus schräg gegenüber. Er war mit einer Tochter des Pfarrers Pauli zu Marjoß (1753 — 1782) vermählt. Die Hochzeit fand am 30. Mai 1797 statt. In Ludwig Grimms „Lebenserinnerungen" wird er nicht erwähnt.
SI) Friedrich Christ. Poppelmann, geb. 1765, ein Vetter der Brüder Grimm, trat 1806 in psenburgische Dienste und starb 1853 als Nrchivrat. Ludwig Grimm besuchte die Familie noch einmal im Jahre 1820. In seinen „Lebenserinne- rungen" (Stoll aaD. S. 340) berichtet er, daß er mit Venhard „vor 5 Jahren schon einmal ein paar Wochen dort gehaust hätte." In Wirklichkeit waren es nur 3 Tage.
Das Vlaufarbenwerk Schwarzenfels
Don Dr. jur. u. phil. A p e I
9. Allmählicher Verfall und Untergang.
Aber dieser günstige Stand der Knappschafts- Kasse kann niemand darüber täuschen, baft es mit dem Schwarzenfelser Blaufarbenwerk zu Ende geht. Seine Blütezeit hat eigentlich nur 1/2 Jahrhundert gewährt. Die beiden Farbenwerke zu Karls= Hafen und Schwarzenfels waren seit 1733 mit einem jährlichen Reingewinn von 38305 Tlr. angesetzt, und dieser Rnsatz ist in vielen Jahren weit überschritten. Die Farben waren so gut, daß die preise noch im Jahre 1780 um '1/2 Tlr- pro 3tr. erhöht werden konn-
f Marburg a. d. £. (Fortsetzung)
ten. Seitdem sind aber neue Blaufarbenfabriken in Norwegen und Oesterreich entstanden, die den deutschen Werken im Rusland und selbst im Inland Konkurrenz machten. Die sächsischen Farbwerke haben ihre Farbenpreise schon um 6/8% ermäßigen müssen, auch in Karlshafen sind sie zurückgegangen. In Schwarzenfels hält man noch an den alten preisen fest, obwohl sich bei einer Revision herausstellt, daß Kobaltvorrat im Wert von über 40 000 Tlr- noch ungenutzt auf der Fabrik lagert, ebenso andere Materialien weit über Verbrauch beschafft sind. Anstelle des