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Nr. 32/33 AAAAAAAAKAAAAKAS-AAAKAKA Unsere Heimat GHHHKHHHHHGHKHEHtzHHtzHHHH Seite 257

Ludwig Grimms Gesuch in Steinau im gerbst 18]5

Steinau a. d.

Liebe Geschwister-

Henschel p, Steinmüller ^) und Rrnolb3) haben mich begleitet etwas weiter als Zwern, wo wir noch an einem Wald Kartoffeln gegessen haben und ich gerad Tassel u- die ganze schöne Gegend überschauen konn­te,' um 4 Uhr kam der Postwagen- Ich fand darin ein Zdjudant vom p. General v. Borstel mit Namen v- Hacke, dann ein Pfarrer aus der Gegend von Münden nebst Tochter, die aber in Gießen abgingen und ich in Frankfurt morgens 11 Uhr ankam und zu Schars H gegangen, gleicht etwas im Gesicht dem Ferdinand (hat auch etwas wie mir scheint die Ma­nieren v- T. Brentano5), aber nicht so unangenehm,- er erinnert sich mit großer Freude Iakobs Beisam­mensein in Wien und wünscht bald einen von euch in Frankfort zu sehn. Wie ich hinkam, blieb ich dort zum Mittagessen- Herr Thomas ^) kam auch bald, ist ein angenehmer Mann, u. hat den Gang v- Jacob u. hat mich eingeladen bei ihm zu essen. Scharf führte mich ins Haus, wo Stein H arbeitet- Wie ich ins Zimmer trat u- nach ihm fragte, kam er auch schon auf mich zu u. war über die Maßen fröhlich u. that in einer Minute mehr Fragen als ich im Stand war zu beantworten,- wir gingen dann zusammen zu seiner Frau, die mir recht gut gefiel, sie hat ein gescheites Gesicht und angenehme Züge und spricht auch nicht zu viel überflüssiges Zeug. Sie erinnern sich Euer mit großer Freude und er hat mir auch in großer Freude mehr als 1OOO mal erzählt, daß Jakob ihn besonders öfters besucht hat als alle sonstige Bekannte, worauf er sich etwas zu gut that- Zbends ging ich mit Stein ins Theater, wo sehr gut gespielt wurde.

Morgens früh 4 Uhr setzte ich. mich auf den Post­wagen und fuhr nach Steinau. In Hanau blieben wir ungefähr eine Stunde- Don Gelnhausen bis Stei­nau ist die Gegend wirklich ganz außerordentlich fruchtbar und schön. Ich hatte gerad das schönste Wetter von der Welt- Gegen 1/28 Uhr kamen wir Steinau nah, die bekannten Weinberge erkannte ich mit Freude gleich in der Ferne, und mehrere Leute, die mir vor der Stadt begegneten, erkannte ich an denen noch bekannten Gesichtszügen, aber die Na­men wußte ich nicht mehr. Wir fuhren ein und die Leute saßen vor den Thüren, und es roch. noch in den Straßen nach allerley Fett und Gel- Zn der Krone wurde still gehalten, ich erkannte vor allem gleich den jungen Baift8), der vor Dicke kaum mehr in der Thüre stehn kann- Ich ließ meinen Mantelsack, den mir Steins einstweilen gelehnt hat­ten, ins Weiße Noß zum Tckhart bringen, dann ging ich zu Denhards, wo gerad niemand zu Haus war als die Magd, die mich für (Einquartierung hielt- Ich ließ den W. Denhard^) rufen, unterdessen kam die Sophie, die auf dem Steinweg bei Renouarbs10) war und meine Zukunft schon gehört hatte. Ich hatte doch niemand meinen Namen gesagt, aber der Tkhart und mehrere, die mich sahen, sagten gleich, ich müßte ein Grimm sein, unterdessen kam Wilhelm auch, der mich aber nicht kannte, bis es ihm gesagt

Don Dr. Wilhelm § choof, Hersfeld (Sortierung)

S tr., den 6. Zug. 1815. würbe; ich wohne da, und sie sind gegen mich sehr artig und freundschaftlich. Den nemlichen Zbend kam noch der Hannes Heidn), der Müller 12), der Marie ihre Schwester13), die Gtilieh "), die Hoperspachin °5)

etc. und ich mußte Zudienzen ertheilen, bis wir schlafen gingen- (6s wird hier bloß in der Praecep- tors Manier geredet wie in Tafsel, auch- habe ich noch viele andere Sachen und Zusdrücke, die vergessen waren, wiedergehört, und es ist mit dem Praeceptor ein wahrer Spektakel, besonders die Kirchenmusiken und das Ueberhören machen wir recht gut.) Den Samstag find wir zuerst bei dem Zmtsafsessor Möl­ler 16) gewesen, die alle, artig waren. Tr gleicht etwas dem P. H. Stöhr1T), spricht auch so. Seine Frau sieht noch, gut aus und plaudert noch so viel wie sonst. Don den Mädchen ist die Taroline, die etwas größer als die Lotte, sehr schön gewachsen, trägt auch die Haare so und hat eine gute Farbe wie auch die Sophie die jüngste. Aber ihre Gesichts­züge sind grob und mehr unangenehm als angenehm- Dann zum jungen Nentmeister Weitzel, dessen Frau ober beständig krank und dabei ausnehmend häßlich ist. Des Weitzels Mutter wohnt in der Stadt neben Buchbinders Haus- Es geht ihr schlimm, weil ihr der Sohn nicht viel gibt- Ihre Tochter Hauchen ist bei ihr, die recht hübsch ist, aber ganz leblos. Der jüngste Sohn Heinrich wird Zpotheker, der älteste Kaufmann. Der Dotter Wagner18) ist etwas älter geworden, hat immer noch, wenn er etwas spricht, den Stock am Kinn. Das Mariakatrinchen ist in Gelnhausen an einen Wirt verheiratet und soll den Haushalt unordentlich und schlampicht führen- Fritz studiert jetzt in Heidelberg aus, von den übrigen Kindern ist das größte 18 Iahre alt und ein hübsches Mädchen. Rm Sonntag war ich in der Kirche und auf dem Platz, wo ich eingesegnet worden bin, und auf der Qrget, wo noch alle unsere Namen eingeschnitten stehn, und die Bank, wo der Praeceptor immer ge­sessen wie auch dem Läuthannes^) sein Stühlchsn hinter der Orgel- Nach der Kirche haben wir Got- schalk^°) besucht, der im Schloß ein hübsch (Quartier hat- Tr ist etwas magerer geworden, aber immer lustig, spricht auch noch gern lateinische Worte wie Salve, wenn man zu ihm kommt etc. Tr hat die Tochter vom kleinen Fändrich Kre^:20 a), eine nied­liche gute Frau. Tr spielt noch Tlavier und Violine geläufig, aber die geschmackloseste Musik von der Welt, dann aber wird einem erst elend, wenn er seine Tompositionen vorspielt, was er gerne thut- Dann zum Zmtsafsessor Möller zum Mittagstisch, wo recht aufgewichst wurde. Dann Mittags 3 Uhr bin ich mit Wilhelm D- auf den Hundsrück gegan­gen, es war gerad alles recht still und gar zu schön, und ich fand noch jeden Weg, Baum, und alles wie sonst und wie freute ich mich wieder auf den Stellen zu sein, wo ich sonst so vielmal war- Unter dem Thor bellt einem noch ein Hund entgegen, aber nicht Rofens Sultan. Ich war in allen Zimmern und habe aus jedem Fenster die Gegend betrachtet, die überall herrlich ist. Die Umgebung -des Hunds- rücks ist so wie Volbes(?) Landschaften ganz mit großen dicken alten Tichen umgeben, wo die dicken