Leite 252 AAKAAKKWKKAUAAHAAAGAsKSÄ Unsere stiegen 3 Sekundaner in die prima ^und im übrigen nur 1 Schüler aus der (Quarta in die Eertia aus.
Nach dem Herbstexamen dieses Jahrs schrieb Rektor Hafselmann resigniert in das Schüleralbum ein: „1811 ist in Schlüchtern am 3- September das Schul- examen an dem nun schon gewohnten Platze (nämlich in den einzelnen Rlassenzimmerns, womit wir uns der Rriegsunbilden wegen schon 4 Jahre lang haben absinden müssen, abgehalten worden. Nach Lrledi- gung der eigentlichen Schulangelegenheiten habe ich den von musikalischen Darbietungen umrahmten Teil der Schulfeier mit einer Rede eröffnet- hierauf ist die Verteilung der Prämien erfolgt- Zur Universität entlassen ist Bernhard Eberhard h, der Sohn des Pfarrers Lberhard zu Schlüchtern, nachdem er nach der alten Gewohnheit in selbstverfaßter lateinischer Rede öffentlich von der Schule Rbschied genommen hatte." Diesem einzigen Schlüchterner 'Abiturienten des Jahrs 1811 haben wir eine noch etwas ausführlichere Schilderung dieser Schulfeier zu verdanken. Bernhard Eberhard schreibt von ihr in seinen Erinnerungen, die er im höheren Alter als gewesener kurhessischer Staatsrat (Minister) und Oberbürgermeister von Hanau in der Zeit von 1850—1853 unter dem Titel „Aus meinem Leben" niedergeschrieben hat:
„Am Schlüsse des Sommersemesters im Juli 1811 wurde ich in einem Alter von etwas über 16 Jahren zum Besuch der Universität für reif erklärt. Zwar fehlte noch manches für solche Reife, wie ich erst später wohl erkannte- ich hatte aber doch, das war begründet, die Kenntnisse. erlangt, die als das Lehrziel des damaligen Gymnasiums in Schlüchtern betrachtet werden konnten. Der feierliche Augenblick, in dem ich zum Studenten promovirt werden sollte, war erschienen. Nach einer einleitenden Rede des Rektors des Gymnasiums (Hasselmanns trat ich, zitternd an Arm und Bein, auf den Ratheder vor die versammelten Honoratioren des Städtchens Schlüchtern und der Umgegend und meine bisherigen Mitschüler, um die (nicht ohne fremde Hilfe) ausgearbeitete, sorgfältig memorierte Rbschieds- und Danksagungsrede herzusagen. Rm Schlüsse überreichte mir der Rektor nach damaliger Sitte einen Stahldegen, der sich- auf meinen weiten, gelben Pantalons (Hafens ganz eigen aus- nahm und mit dem ich auch dem Gebrauche gemäß zwei Sonntage hintereinander in der Rirche nächst der Orgel meine Stelle einnahm- Jenem feierlichen Akte folgte der Studentenschmaus, den meine Eltern, wie es nicht weniger gebräuchlich- war, in unserem Hause verunstalteten und auf-dem es, d- h. unter der Jugend, sehr munter herging."
Ruch im Herbst des Jahres 1812 fanden noch die Examina im Schlüchterner Gymnasium und die Verteilung der Prämien, wie dem betr- Einträge in das Album des Gymnasiums zu entnehmen ist, ordnungsgemäß statt- Drei Primaner konnten zur Universität entlassen werden. Versetzungen von Schülern in eine höhere Klaffe konnten nur in der (Quarta v-orgenom- men werden, aus der 4 aus Schlüchtern stammende Schüler in die Tertia aufrückten-
Es ist der letzte derartige Eintrag von der Hand
y von allen Schülern des ehemaligen Gymnasiums zu Schlüchtern hat es Bernhard Eberhard aus Schlüchtern in seinem späteren Leben wohl am weitesten gebracht, nämlich bis zum burhessischen Minister des Innern.
Heimat eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeceee Nr. 32/33 des Rektors Hafselmann, den das Schüleralbum enthält.
Warum sich Rektor Hafselmann von da an darauf beschränkt hat, in das Album des Gymnasiums nur noch die Namen der neu aufgenommenen Schüler ein- zutragen, von den Versetzungen der Schüler in die höheren Klaffen und der Entlassung der Primaner zur Universität aber nichts mehr zu vermerken, wissen wir nicht, da irgendwelche Aeußerungen von ihm in dieser Beziehung nicht vorliegen.
Erst im Herbste des Jahres 1813 bekam auch Schlüchtern und mit ihm sein Gymnasium noch einmal die Schrecken des Kriegs aus erster Hand zu kosten.
Rektor Hafselmann berichtet darüber in seinem Manual (Tagebuch für die Ein- und Ausgaben] das Folgende:
„Das verhängnisvolle Jahr 1813, in welchem nach der Schlacht von Leipzig meine Wohnung für den Mann zum Nachtquartier genommen wurde, der so lange Zeit dem Tontinent Gesetze vor geschrieben hat, war für mich ausgezeichnet wichtig, wichtig einmal dadurch, daß ich eine persönliche Unterredung mit Napoleon hatte, deren Inhalt man in der Schrift „Schlacht bei hanau" findet,' schmerzlich durch einen bedeutenden Verlust an vermögen, verursacht durch den Rückzug und die Notwendigkeit, meine Wohnung aus Mangel an Lebensmitteln endlich verlassen zu müssen,' schmerzlich auch durch den bald darauf folgenden Verlust mehrerer nahen Freunde und auch meines Tollegen, des donrectors Wörishofer."
Mit der von Rektor Hafselmann erwähnten Schrift „Die Schlacht von hanau" kann wohl nur die von dem hanauer Mineralogen Tarl Taesar v. Leonhard verfaßte geschichtliche Darstellung dieser Schlacht gemeint gewesen sein, in der sich der Aufenthalt Napoleons im Schlüchterner Kloster auf Grund der Hassel- mannschen Mitteilungen eingehend geschildert findet, wir lesen daselbst: „Kaiser Napoleon kam am 28- Oktober [1813] Nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr in Schlüchtern an. Mit einer eigenen Vorsicht hatte man zum Aufenthaltsorte für den Monarchen nach einem feuerfesten Gebäude geforscht. Das Kloster wurde bestimmt, ihn aufzunehmen- Die daran stoßenden Gärten, der Rlosterhof, selbst die Mauerwiese u. s. w. bildeten den Bivouac (Biwaks der Garde, welche, die in der Stadt und den nahe gelegenen Dörfern befindlichen Truppen mitgerechnet, wohl 50 bis 160 000 Mann betragen haben mag. In der Umgebung der Kaiserlichen Wohnung herrschte die größte Ruhe. Der Fürst von Neuch-ateM), welcher seine Zimmer auf dem ersten Vorplatz der Rlosterwohnung hatte, ging ab und zu. Er und der Großstallmeister speisten mit dem Kaiser. Für das übrige zahlreiche Gefolge waren in andern Zimmern und Häusern Tafeln bereitet-
hier trug sich eine Rnekdote zu, welche mitgeteilt zu werden verdient-
Der Kaiser unterhielt sich eine geraume Zeit mit seinem Wirte, dem Professor (richtig: Rektors am dortigen Gymnasio. welche Stelle bekleiden Sie ? fragte er den Eintretenden, lesen Sie die Messe?
2) Marschall Berthier, dem am 30. März 1806 das Fürstentum Neuchutel [Iteuenburg in der Schweizs von Baiser Napoleon verliehen worden war.