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Nr. 30 3l AS»SSA»S»»GASSASAA»ASKSA Unsere pseimat EHtzHtzOGOHHWHHHDOtzHHHtzHHH Seite 237

als Maler und Radierer in Heidelberg, Landshut und München aufgehalten, hatte 1814 an dem fran­zösischen Feldzug als Leutnant teilgenommen und war November 1814 nach Rassel zurückgekehrt st, um seine Studien fortzusetzen. 3m nächsten Jahr ging er mit einem Stipendium der Rurfürstin und 150 Thl. vom Kurfürsten für ein Jahr nach München und von da nach Italien. Er reiste über Steinau, Frank­furt und München und kam nach 12 Jahren (nicht 13, wie Ludwig Grimm irrtümlich angibt) zum ersten­mal wieder nach Steinau.

Präzeptor 3. G. ginckhan

Frühe Zeichnung v. ü. Grimm

Präzeptor 3., geboren 1739 auf dem Vrasenberg, war der erste Lehrer der Brüder Grimm in Steinau. Sein Bildnis, das hier zum erstenmal veröffentlicht wird, verdanken wir Iferrn General v. Kühne (Berlin), der dein Keimatbund das Griginal freundlichst zur Verfügung stellte.

Ueber diesen ersten Besuch Ludwig Grimms in seiner Heimat besitzen wir zwei Briefe: einen vom 6. August 1815 aus Steinau an die Geschwister in Rassel gerichtet, der sich im Grimmschrank der preu­ßischen Staatsbibliothek in Berlin befindet und hier zum ersten Male veröffentlicht wird, einen zweiten vom 29. April 1816 an seinen Bruder Ferdinand, der von Steif (aa®. §. 555 - 563) abgedruckt ist und, wenn auch kürzer, in vielen Punkten mit dem ersten

3) Ende November erhielt er seinen Abschied mit demNang eines Premierleutnants und der Berechtigung zum Tragen der Uniform. Ueber seine Abschieds - Audienz beim Kur­fürsten vgl. Statt aaG. S. 205 ff.

Brief übereinstimmt. Da aber der erste Brief in Steinau selbst unter den unmittelbaren, dort gewon­nenen frischen Eindrücken geschrieben worden ist und mehr ins Einzelne geht, auch zuverlässiger ist, dürste sich eine Veröffentlichung dieses ersten Briefes als Ergänzung des bereits gedruckten rechtfertigen lassen.

Ende Juli 1815 reiste Ludwig Grimm nach seinen eigenen Angaben st ab und fuhr über Gießen nach Frankfurt, wo er einen Tag bei den befreundeten Familien Thomas, Scharf und Stein blieb, von da über hanau und Gelnhausen nach Steinau, wo er am Freitag den 30. Juli abends gegen y28 Uhr eintraf. Das Datum seiner Ankunft läßt sich aus seinem Brief vom 6. August unschwer erschließen. Denn der erste Teil ist am achten Tag seines Eintref­fens in Steinau geschrieben. Am ersten Tag (Frei­tag) steigt er im „Weißen Roß" ab, zieht noch am selben Abenb zu Denhards, wo ihn Johannes heid, der Rutscher Müller und andere Bekannte begrüßen.

Am zweiten Tag (Sonnabend) macht er Besuche beim Amtsassessor Möller, Rentmeifter Weitzel und Doktor Wagner. Am dritten Tag (Sonntag) besucht er den Gottesdienst der Stadtkirche, dann den Thirurgus Gottschalk, ißt beim Amtsajfeffor Möller zu Mittag und geht mit Wilhelm Denhard auf den Hundsrück. Am sechsten Tag (Mittwoch) reitet er mit Denhard nach Schlüchtern und besucht die Familie Stickel im „Schlößchen". Am Abenb ist er beim Amtskommijfar Renouarb in Steinau eingeladen. Am siebenten Tag (Donnerstag) ist er beim Kaufmann Bus zum Essen eingeladen. Am achten Tag (Freitag) reitet er mit Wil­helm Denhard nachBirstein zur Famili: Poppelmann. An diesem Tag muß! der erste Teil des Briefes, der in Form von Tagebuchaufzeichnungen gehalten ist, ge­schrieben worden sein („Gestern war ich beimRauf- mann Bus zum Essen eingeladen"). Von Birsteir sollten jie den „nervlichen Tag wieder fort", mußten aber 3 Tage bleiben. Am elften Tag (Montag) ist er beim Amtmann Büff eingeladen, „wo er den ganzer, Abel der Stadt Steinau versammelt fand". Am 12- Tag (Dienstag) ist er bei Lottchen Schlemmer zum Bohnenschnitt eingeladen u. s. w. Demnach muß er am 28. Juli in Rassel abgefahren, am 29. IM in Frankfurt und am 30. Juli in Steinau angekom- men sein.

Stall (aa®. S. 210 Anm. 1) nimmt an, daß er auf der Hinreise über Hersfeld gekommen ist Md dort im Juli bei seinen verwandten Burchardi seine Base Amalie Burchardi gezeichnet habe. Dem wi­derspricht aber die Angabe Ludwig Grimms im Ein­gang seines Briefes, daß er von Zwehren aus um 4 Uhr nachmittags den Postwagen bestiegen und dann über Gießen nach Frankfurt gefahren sei, wo er am andern Morgen gegen 11 Uhr ankam5). Da aber die Zeichnung der Amalie Burchardi zusam­men mit den in Steinau entstandenen Skizzen An­fang September in Frankfurt Goethe vorgelegt wur­den, also ein zeitlicher Zusammenhang in der Ent­stehung vorhanden sein muff, wird Ludwig Grimm vor

h Statt aaG. S. 207.

5) Denselben Weg umgekehrt nahm Ludwig Grimm im Gktober 1803, als er mit seinem Bruder Ferdinand Steinau verließ, um das Kasseler Gymnasium zu besuchen. Sie fuhren über Lalmünster, Gelnhausen, Hanau, Marburg nach Kassel. Statt aaG. S. 75.