Seite 276 ^c^t^L^^^L^Qs^OSQSQs Unsere Heimat ^^^^z^^^^i^ß^^ Nr. 12
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Mit dieser Nr. schließt der 3. Band von „Unsere Heimat." Die bestellten Inhaltsverzeichnisse werden mit der .ersten des neuen Jahres versandt werden. Daß wir vom Januar 1918 ab eine weniger feine Sorte Papier verwenden müssen, wird keine Verwunderung erregen. Trotzdem müssen wir von den Ortsgruppen für jedes Mitglied mindestens 2 M, von den Einzelempfängern mindestens 3 M. Jahresbeitrag erbitten. Billiger geht's nicht mehr und so billig auch nur deshalb, weil viele Mitglieder viel mehr zahlen. Wer nur ein wenig Einblick in die Wirtschaftslage hat, wird diese Forderung unseres Bundes begreiflich finden. Der Zorn darüber entlade sich aus die — Engländer. Vom 1. Januar 1918 ab sind alle Zahlungen für den Heimatbund an Fräulein Anna König in Schlüchtern zu richten.
Herr Pfarrer Henß in Windecken, der bekannte Forscher in Heimatgeschichte, hat ein Buch geschrieben, betitelt: „Die Hanauer Union, Festschrift zur Jahrhundertfeier der Hanauer Kirchenvereinigung 1818—1918.“ Ich empfehle baldige Vor- ausbestellung durch Postkarte an den Verfasser, da für solche bis zum Dezemberschluß ein bedeutend ermäßigter Preis festgesetzt wurde.
Das Reformationsjubiläum wurde in allen evangelischen Gemeinden des Kreises am Mittwoch den 31. Oktober der festtäglich gehalten wurde, und am Sonntag vorher von der Jugend in besonderen Gedenkgottesdiensten festlich gefeiert. In Schlüchtern war die Kirche geschmückt. Seminarchor und Frauenchor wirkten mit.
Auch im Kreise Schlüchtern hat die Vaterlandspartei festen Fuß gefaßt. Die Herren Amtsgerichtsrat Hengsberger und Steuerinspektor Momsen sind an die Spitze der Kreisvereinigung getreten. Dem Arbeitsausschuß gehören außer dem Vorstände an die Herren Forstmeister Hebel, Dr. med. Strünckmann, Pfarrer Volkenand, Sanitätsrat Dr. Stern, Seminaroberlehrer Keller, Oberpoftafsistent Steinbach.
Gundh e lm, am Bußtag 1917. Ihr lieben Feldgrauen aus Gundhelm! Von jetzt an will Euch der Heimatbund in jeder Nr. von „U. H" einen kurzen Bericht aus Eurem Heimatdorfe geben. Wenn auch jeder von Euch die wichtigsten Nachrichten von seinen Angehörigen erhielt, so hat er es doch vielleicht gern, wenn ihm all die Neuigkeiten noch einmal kurz zusammengefaßt werden. — Gott sei Dank, haben wir diesmal nicht wieder den Verlust eines braven Vaterlandsverteidigers zu beklagen. Wer die beiden letzten waren, wißt Ihr ja. Wohl selten ist die Anteilnahme des ganzen Dorfes mit den Angehörigen so groß gewesen, wie gerade in diesen beiden Fällen. Wir wissen, daß die beiden ihre Pflicht getan bis zum letzten Atemzüge. Ihre Liebe zum Vaterlande und zu der Heimat haben sie mit dem Tode besiegelt. Ueber den Verbleib unseres seit Juli als vermißt gemeldeten Friedrich Müller (Hs. Nr. 59) haben wir leider noch immer nichts Genaues erfahren können. Sein Regiment teilte mit, daß er an einer Patrouille beteiligt war, die sich aber vor russischer Ue- bermacht zurückziehen mußte. Müller ist leider nicht wieder zurückgekehrt. Sein Pferd wurde später an der Stelle, an der die Patrouille mit den Russen zusammentrat, tot aufgefunden. Einwohner eines Dorfes, durch das die russische Patrouille gekommen, haben ausgesagt, daß die Russen einen deutschen Gefangenen mit sich geführt Hütten. So könnte man denn annehmen, daß er in russische Gefangenschaft geraten ist. Hoffen wir, daß es so ist und er seinen alten Eltern erhalten bleibt. — Von Todesnachrichten aus dem Felde sind wir verschon geblieben. Aber in der Heimat sterben mehr Leute als in Friedenszeiten. Vornehmlich sind es ältere Leute, die zur ewigen Ruh eingegangen sind. Es mag sein, daß die immerhin schlechtere Ernährung in der Kriegszeit mit dazu beiträgt. Zwölfmal bewegte sich bis jetzt in diesem Jahre ein Leichen- zug durch das Friedhofstor. Heute war es unser Gemeinde- rechner Heinrich Fieres, dem wir das letzt Geleit gaben. Mit seltener Pflichttreue hat er sein Amt 29 Jahre hindurch geführt. 62 Jahre ist er alt geworden. Leider zu frühe, sowohl für die Familie als auch für die Gemeinde, ist er von uns gegangen. Zur weiteren Versehung des Gemeinderechneramtes ist sein Sohn Kaspar Fieres zunächst 4 Wochen beurlaubt
worden. Den 12 Todesfällen, die sich mit den Todesnachrichten aus dem Felde auf 15 erhöhen, stehen nur 5 Geburten gegenüber. Es würde zu weit führen, Euch die alle mitzu- teilen, die werdet Ihr ja wohl auch schon von Euren Angehörigen erfahren haben. — Des Kaisers Ruf ist auch an verschiedene ergangen. Adam Christ, Nikolaus Kohlhepp und Wilhelm Löffert (Hs. Nr. 1) mußten zusammen einrücken. Ersterer kam nach Frankfurt zu den Kraftfahrern, die beiden andern konnten wieder nach Hause fahren. Am 24. 11. muß sich Nikolaus L., im Dienst bei A. B. Blum, (Hs. Nr. 51) als erster von den jüngeren Jahrgängen stellen. — Die Ernte ist gänzlich beendet. Wir können mit dem, das wir haben zufrieden sein und Gott dafür danken. Die Winterarbeit besteht für die Männer in erster Linie im Holzhauen. Zu dieser Arbeit sind auch eine ganze Reihe Feldgraue reklamiert worden. Zwei davon, Iohs. Blum u. Heinr. Fieres, sind bereits entlassen. — Allmählich hält der Winter seinen Einzug, wir fangen an, unsere Vorbereitungen auf das Weih- nachtsfest zu treffen. Wills Gott, so sind es die letzten Weihnachten, die Ihr fern von der lieben Heimat verleben müßt.
^15 Sondergaben für „Unsere Heimat" sandten Herr Lehrer A. Batst in Frankfurt a. M. 3 M., Herr Regierungsbaumeister Lieser in Fulda 5 M, Ungen. 4 M., Herren Steinfeld Söhne (Ueberschuß einer Sendung) 4,30 M., Fräulein Marie Schnegelsberg 8 M., Herr Pfarrer Hatteudorff in Wehrda 3 M., Herr Leutnant M. Butt in Hamburg 20 M., Herr Wiesenbaumeister Thielmann in Fulda 8 M., Frau Johanna v. Trott zu Solz 20 M., Herr Schneidermeister Post 3 M., Frau Viktor Wolf 20 M., Frau I. Fehl 5 M., Herr Regierungs-Assessor Ebbinghaus 20 M., Herr Leutnant Stern 3 M., Frau E Lübbert in Honnef 5 M., Herr Pfarrer Kohlenbusch in Meerholz 1 M., Herr Leutnant Sch. 10 M., Herr Iustizrat Spangenberg 5 M., Herr Phil. Eckhardt (a. d. Felde) 5 M., Herr Leutnant Zimmermann (a. d. Felde) 20 M., Herr W. Gerlach-Hof Reith (a. d. Felde) 10 M.
Herzlichen Dank!
Der Vorstand des Heimatbundes:
Medizinalrat Dr. Cauer.
Wenn der uralte heilige Vater mit gelassener Hand aus rollenden
Wolken
Segnende Vlitze über die Erde sät,
K ü f f' ich den letzten Saum feines
Kleides,
Kindliche Schauer treu in der Vrust.
Goethe.
Dich ruf ich, der das Kleinste du
Jn deinen Schutz genommen,
Gönn' meinem Herzen Halt und Kuh,
Gott, laß mich nicht verkommen!
fontnne.
Als Manuskript gedruckt: H. Steinfeld Söhne, Schlüchtern. Schriftleitung: Lehrer Flemmig in Schlüchtern. Verlag des Heimatbundes in Schlüchtern.