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Nr. 12 ^i^^^L^^^c^K^KF^O^ Unsere fjennat i^^i^c^^c^>c^c^>c^>c^>c^>c^) Seite 265

los ging. Drei volle Stunden wurde Gas geschossen, dann kam zweistündiges Wirkungsschießen mit ge­wöhnlicher Munition, darauf eine Stunde (von 7 -8 Uhr) Trommelfeuer, an dem sich auch die Minen- werfer beteiligten. Um 8 Uhr ging die Infanterie vor. Es sollen 800 Batterien, von den leichtesten bis zu den schwersten Kalibern, Mitgewirkt haben. Das Gelände war gespickt mit Artillerie. 1600 Geschütze auf einer Breite von 3 Kilometern ist etwas. Die Oesterreicher staunten, als sie in Stellung kamen. Die italienische Stellung war wie umgepflügt.

Dem Italiener scheint das Gas schlecht bekommen zu sein. Er hat unser Feuer kaum erwidert. Auch

muß er die Zeit vorher ganz gehörig geschlafen haben, sonst hätte er mehr merken müssen von unserer Vor­bereitung. Die Sache ist so glatt abgelaufen, vaß alle Erwartungen übertroffen wurden. In drei Ta­gen waren wir da, wo wir wir erst in drei Wochen sein sollten. Wir konnten gar nicht so schnell nach- kommen. Da ginge lustig her. Eine Jägerkompanie hatte nach 4 Ängriffstagen mit 3 Toten und 5 Ver­wundeten die meisten Verluste. Das klingt unglaub­lich, ist aber wahr. Ich war beim Angriff im vordersten Graben und mußte hinter der Infanterie am Telephon sein. Später mehr. Gruß!

Euer Dolf.

Der Willingshos. Zeichnung von 91. Heim.

Geht es uns zu gut?

Eine Stimme aus der Großstadt.

iese schwerwiegende Frage steigt unwillkürlich in uns auf, wenn man sich in der augenblicklichen Welt umsteht und den Stimmen Gehör gibt, die Tag für Tag und Schritt vor Schritt an unser Ohr dringen. Im Reichstage ein fortgesetztes Feil­schen um Verfassungs- und parteipolitische Machtfra­gen, im Lande ein fortgesetzes Nörgeln und Seuf­zen um Kleinigkeiten, ein Aufbauschen unvermeio- licher Störungen im täglichen Leben, ein widerliches Wichtigtun mit haltlosen Gerüchten und offensicht­lichen Uebertreibungen und Lügen. Und dazu ein rücksichtsloses „Nurfür sich sorgen" der Besitzenden und Neichgewordenen, die ihr ganzes bißchen Gehirn­schmalz nur noch darauf verwenden, die Bestimmun­gen der Regierung zur Sicherung der Volksernährung zu umgehen, die keinen Schleichweg und keinen Be­trug scheuen, um ihren Tisch gedeckt zu sehen, ohne sich darum zu kümmern, daß sie dadurch der Gesamt­heit das Notwendige entziehen und die täglichen Be­

dürfnisse in unerträglicher Weise verteuern. Hat man denn ganz vergessen, in welcher Zeit wir leben? daß jeder Tag, jede Stunde des nackten Lebens ein Geschenk ist? daß draußen Stunde um Stunde blu­tige Opfer gebracht werden, um die Horden der Fein­de aus dein Lande fern zu halten? Denkt man gar nicht mehr daran, was geschehen würde, wenn ihnen die Not des Landes ebenso gleichgültig würde wie vielen, allzuvielen im Lande? wenn auch sie nur da­ran denken würden, „möglichst gut durch den Krieg zu kommen?" Der unvergleichliche Heldenmut un­serer kämpfenden Brüder hat die Daheimgebliebenen so in Sicherheit gewiegt, daß sie hinter den vollbe­setzten Hamstertischen ganz vergessen, mit welchen Op­fern, mit welchen Entsagungen und Entbehrungen ihre Ruhe täglich und stündlich erkauft werden muß. Die seichte Vergnügungssucht nimmt groteske Formen an. Jeder Tingeltangel ist zum Brechen voll. Die Renn­bahnen weisen die größten Umsätze auf, die jemals