Seite 264 i^i^c^^i^d^c^i^i^^ Unsere fjeimnt ^ß^^^e^/^^^^r^ Nr. 12
weitinachtsgruß ins seid ]?]?,
Und wieder naht die heil'ge Uncht, Und wieder läuten weiäunchtoglocken, Jn weiten fernen schreitet sucht Der friedensengel durch rieselnde flocken.
Er wandert einen langen weg, Er sieht das Ziel schon ferne winken, Und wenn auch beschwerlich, gefahrvoll manch Steg,
Und wenn auch totmüd er die U ächte sieht sinken,
Der Engel geht weiter, voll Hoffnung und Mut,
Er geht Euch zur Seite, ftjr Krieger, Und mit Euch Tapferen, da geht sich's gut, Da leuchten die fingen wieder.
Er soll Euch bringen da draußen den Dank, Der heiß in der Heimat Euch gilt, Soll strahlend vor fingen Euch zaubern dann
Des kommenden friedens Bild. <$. <£.
feldbrief eines Schlüchierners aus Italien,
Am Compegglio bei Ubine, 3. Nov. 1917.
Meine Lieben! ndlich dürfen wir wieder schreiben, und sogleich sollt Ihr ein paar Zeilen erhalten, damit Ihr wißt, daß es mir noch gut geht.
Die Post wurde für uns gesperrt, als wir aus Rumänien wegkamen. Das war Anfangs September. Ueber Bukarest, Orsowa, Budapest, Wien, Kla- genfurt kamen wir nach Kronau (?) in Krain, wo wir ausgeladen wurden, hatten von da einen Marsch von 50 Kilometern über Aßling und kamen für 3 Tage in einem slavonischen 'Gebirgsdorse in Quartier. Danach gings weiter in Gewaltmärschen über Kram- burg, Bischoffslak, von hier aus in Nachtmärschen bis Tolmein. Allerhand Kilometer sind wir mar
schiert, aber herrlich waren die Märsche im Mondsn- schein, der die Gegend noch romantischer erscheinen ließ. Die Gebirgsstraßen waren vielfach in den Fels gesprengt. Auf der einen Seite schroff ansteigender Fels, auf der anderen tiefer Abgrund, aus dem das Rauschen des Gebirgwassers zu uns drang. Ein eigenartiges Gefühl durchfloß einen, wenn man so durch die geheimnisvolle Nacht marschierte, die lange, lange Straße voller Truppen. In Brüderslak bekamen wir österreichische Feldmützen.
Bei unserem Ziele kamen wir am 1. Oktober an. Bor Bolubino, das 1/4 Stunde vor Tolmein lieg», war unsere Stellung. Diese wurde erst ausgebaut, natürlich nur nachts, bis in der Nacht vom 23. auf 24. die Artillerievorbereitung für den großen Angriff, der, wie Ihr wißt, so glänzend gelungen ist,