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landschaft grüne Kornfelder. Auch sie sind Millio- nenheere, jeder Halm ein Streiter gegen Nässe uno Trockenheit, gegen Kälte und Hitze, gegen Mäuse uno Schnecken, Streiter voll Kraft und Ausdauer für das deutsche Volk, Erzeuger und Verbraucher, Streiter, von denen nach den Gesetzen des Weltalls wieder Millionen vorzeitig fallen, während die Gesamt
heit steht und wächst und im Sterben ihre segensreiche Bestimmung erfüllt, gleich den lebenden und sterbenden Geschlechtern der Menschheit zu allen Zeiten, wie in der Zeit des Weltkriegs. Herbstsaat will Frühlingsblühen und Sommerernte, Menschen- iterben will Auferstehen und neues Leben.
F. Walther.
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Goldkörner aus Gotthelfs „Uli der Pächter",
Dies Buch und das andere ,,Uli der Knecht" sind die besten Volksschriften, die es gibt. Sie wollen aber langsam gelesen sein von „besinnlichen" Menschen. Karl Barthel schreibt in seiner „Deutsche Nationallite- ratur der Neuzeit": „Ein rechtes Volksbuch bietet gerade wie ein gutes Kinderbuch auch einem gereiften Bildungsmenschen Freude und Erfrischung, während eine kunstmäßige und abstrakte Poesie, die in dem Kreise der Bildung und Ueberbilbung dankbares Verständnis für einen hohen Genuß finden mag, oft für das Volk weder Geiftcsnahrung noch wirkliches Vergnügen bietet.“ Gotthelfs Bücher werden nie „vergessen" werden, daß sie aber in der Gegenwart so übersehen werden, ist jammerschade.
Mahlzeiten sind im Leben, was Sterne am Himmel in mondloser Nacht, und nicht bloß wegen Essen und Trinken. Es tauen auch die Herzen auf, es wird einmal wieder Sonntag drin, es bricht die Liebe hervor wie aus den Wolken die Sonne, und, wie aus Holland der Nebel, flieht aus mancher Seele der böse Kummer, sie vergißt das Elend, wird wieder froh, faßt frischen Mut, und dankt einmal wieder Gott von Herzen.
Das Leben mag sein wie es will, wenn man nur kann zufrieden bleiben mit einander; das Hauptglück ist doch immer im Gemüte. Es ist freilich eine schwere Sache, und manchmal kam es mir vor, als habe ich einen halben Zentner Pulver im Leibe, es gehe an und ich müsse bolzengrade auf in die Luft, und kein gut' Wort wollte ich mein Lebtag mehr einem Menschen geben. Am Ende aber wurde ich wieder zu frieben, die Sache macht sich auch nicht so schlecht als ich gedacht hatte, allewegen lernte ich was, ward weiser und erkannte von Tag zu Tag besser die Hand Gottes in allem und wie er alles zum Besten leitet. An den mußt du denken, wenn dich dünken will, vor deinen Füßen fei die Hölle.
EineIHaussrau ist der ärmste Tropf von der Welt, wenn sie nicht in jedem Augenblick die Magd sein kann.
Es gibt Gelehrte, welche glänzende Examen gemacht, sie verachten die Evangelien, aber sie schwören mit einem wahren Köhlerglauben auf die Kollegienhefte eines versoffenen Professors.
Furchtbar ist es, wenn das Wort von oben nicht mehr die Sonne ist, welche die Nebel niederschlägt, die Empfindungen läutert, Kümmernis verscheucht. Da muß es finster, frostig und unheimlich werden im Gemüt. Das muß verkümmern, wenn Gottes Sonne nicht mehr in dies Herz scheint, da faulen die Bande der Liebe und Verwandtschaft, da bleibt das Hohe und Edle unbegriffen und ungesüßte Begeisterung wird lächerlich, Selbstsucht zur Sittlichkeit.
Man sage, was man will, im Grunde des Herzens sind alle Menschen Aristokraten, denn so hat sie unser Herrgott geschaffen. Wir suchen alle unsern Platz weiter oben.
Wer renommiert, macht schnellen Eindruck, der Demütige findet erst in der Länge Gnade.
Die Freunolichkeit ist die freundlichste aller Tugenden, hat unter allen das lieblichste Gesicht, sie ist Erquickung, erscheint sie am Krankenlager ober im Gesellschaftszimmer, bei der Magd im Schweinestall oder bei dem Regenten auf dem Throne. Gott gibt sie umsonst, aber desto wüster ift’s, wenn man sie benutzt wie Honig, um Fliegen zu fangen, und mit ihr auf den Menschen spekuliert, um ihm abzulocken, was er hat.
Warum nur so viele Leute schimpfen, daß wir Armen uns die teuren Leckerbissen der Reichen nicht gönnen können? Da ist unser lieber Herrgott gescheiter. Er hat die Kartoffel wohlfeil gemacht. Was sollte das für dünne Wangen und lasterhafte Zähne geben, wenn Wasser, Brot, Kraut und Kartoffeln nicht viel billiger wären als Austern, Schnecken, Frösche, Confitüren, chinesische Vogelnester und Liköre ! Wie würden sie, wenn sie nur das Teure billig hätten, wieder schreien nach den Kartoffeln und dem unbezahlbaren Schwarzbrot.
Es geht so in der Richtung dieser Zeit, da jeder Lümmel jeden, der nicht in sein Horn bläst, nicht bloß für einen Esel, sondern für feinen Todfeind hält.^Man heißt diesen Wind den Zeitgeist.
Es ist ein großes Gegengewicht gegen das tägliche Elend, wenn man durch Kleines glücklich werden kann.
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Es verderben gar viele Kinder am Geiste, weil ihnen der warme Tau der Liebe fehlt; dann vertrocke- nen die edelsten Keime, gehen nicht auf. Es haben unendlich viele Kinder ihrer Großmutter viel mehr zu danken, als den gelehrtesten Herrn, welche oft nichts Anderes sind als vertrocknete Haarseckel.
Die sogenannte Bildung ist oft gar nichts Anderes als ein schlechter Kleister über eine rohe Natur. Bekanntlich aber verträgt der Kleister weder Sonne noch Regen. :
Die Landwirtschaft will von allen Wirtschaften den nachhaltigsten Fleiß und eine stetige Behandlung, sonst verzehrt sie nicht bloß mehr als sie gibt, sondern auch das Kapital wird alle Tage geringer, b. h. das Land schlechter.
Flg-