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Seite 240 ^^^^^£^£^^^^£^02 Unsere Heimat k^c^c^^^^c^i^c^c^c^c^ Nr. 9/10

Coprinus atramentarius Bull. Falten-Tintling (wertlos).

porcellanus Sch. Schopf-Tintling.

Lepiota procera Scop. Großer-Schirmpilz. Amanitopsis plumbea Sch. Scheideripilz.

Amanita pustulata Sch. Perlpilz.

muscaria L. Fliegenpilz (giftig).

umbrina Pers. Pantherpilz. verna Bull. Frühlings-Knollenblätterpilz (giftig).

mappa Ba. Gelblicher-Knollenblätterpilz (giftig).

Amanita phalloides Fr. Grüner-Knollenblätterpilz (giftig).

Ithyphallus impudicus L. Gichtmoochel (wertlos). Lycoperdon gemmatum Ba. Flafchen-Stäubling.

pyriforme Sch. Birnen-Stäubling.

caelatum Bull. Hafen-Stäubling.

Bovista nigrescens Pers. Eier-Bovist. Scleroderma vulgäre Hor Kartoffel-Bovist (giftig).

Schlüchtern, 27. 7. 1917. Keller.

Dr, Philipp Leonhard Marius Lotich, ein Vorarbeiter in unseren Lseimatbundbestrebungen,

Von Pfarrer E. Freund-Ramholz.

Fortsetzung.

3. Lotich im Hause des Fürsten Baciocchi (1824 -32.)

m Anfang des Jahres 1824 trat Lotich feine Erzieherstelle im Hause des Fürsten Baciocchi an.

Der Fürst hatte im italienischen Heere unter 9ta= poleon gedient. Er war weitläufig mit Napoleon verwandt, der Vertraute von Joseph Napoleon. Als er Bataillonschef war, verliebte sich Napoleons älte­ste Schwester Elisa in den schönen Mann und heira­tete ihn (1797), ungeachtet des grell geäußerten Mißfallens Napoleons, der seine Schwester mit Ber- thier oder Bernadotte zu verehelichen gedacht hatte. Erst später unterschrieb Napoleon den Ehecontrakt, jedoch ohne seiner Schwester eine nennenswerte Mit­gift zu geben. Im Jahre 1805 verlieh er ihr das Fürstentum Lucca und Piombino. Bei der Vermäh­lung Napoleons mit Maria Louise besuchte Elisa d. n kaiserlichen Bruder. Dieser wünschte, daß sie dauernd in Paris bliebe. Allein Elisa gefiel es nicht an dem tumultarischen Hof. Sie sehnte sich nach Ita­lien zurück und bestand trotz der angedrohten kaiser­lichen Ungnade auf der Abreise.Mein Entschluß ist unwiderruflich" sagte sie.Eh dien", entgegnete der Kaiser,so ist es auch dieser", und er zerriß die Papiere, Titel etc., die er ihr geschenkt hatte, und wodurch sie wahrscheinlich mehr als Prinzessin von Lucca und Piombino geworden wäre.Sie zer­reißen mit den Papieren", rief Elisa traurig,vieles in meinem Herzen." Sie eilte fort, und in wenigen Tage war sie zu Hause.

Der Fürst Baciocchi lebte, nachdem er nach dem Sturze seines Schwagers seines Fürstentums ver­lustig gegangen, mit seiner Familie in Bologna, wo er einen überaus stattlichen Palast besaß, in Triest und auf seinen Besitzungen in Canale und Villa Vi- centina am Jsonzo. Die Ehe des Fürsten mit Elisa war sehr glücklich. Elisa starb 1820 in Triest in den Armen ihres Bruders Jerome nach kurzer Krankheit an einer Lungenentzündung. Zwei Kinder hinterließ sie, eine Tochter Napoleons und einen Sohn Fride- rico.

Das war die Familie, in der Lotich Erzieher wur­de. Hören wir ihn wieder selbst. Zunächst sein Urteil über den Fürsten:

Der Fürst ist eine so gute Haut, daß, wenn .ran sie ihm abzöge, um eine Trommel daraus zu machen, er sich hinstellen würde, sie zu schlagen, denen zur Freude, die ihn lenken und leiten. Wenn er recht

bei Laune und das Gespräch Anlaß dazu gibt, er­zählt er gern aus seinem bewegten Leben. Wie er unter Masfena den Feldzug gegen Piemont mitge­macht, wie er da einmal seinen Hut verloren, und wie ihm Massena^eine Mütze gab. Wie er als Ku­rier durch ganz Spanien geritten und da immer Chokolade getrunken. Als der König von Neapel Murat nach Napoleons Sturz sich gegen die franzö­sische Herrschaft in Italien wandte und seine Trup­pen Toscana besetzten, zog sich Elisa nach Lucca, gleichsam in ihren Staat, zurück. Der Fürst aber blieb in Florenz. Das Volk in Florenz war in vol­lem Aufstand und drohte, Exzesse zu begehen. Kalt­blütig ging der Fürst in französischer Uniform unter die Massen, anfangs beklatscht, weil man ihn für einen neapolitanischen General hielt; als man ihn aber erkannte, pfiff man ihn aus wie einen schlechten Akteur, der Flasko gemacht hat. - In gewissen Sachen zeigt er eine auffallende Gabe, das Wahr­scheinliche einer Geschichte abzusprechen, und hört man ihn dann, so ist man erstaunt, daß er so oft hin- ter's Licht geführt wird. Dies geschieht jedoch dann immer eher aus Zutrauen und Vertrauen als aus Dummheit. Im Scherze sagte er oft beißende Sticheleien, zuweilen solche, die des Aufhebens wert wären. Er ist unwissend, hat nur Romane und Zeitungen gelesen, und das immer nur für den Mo­ment, in dem sie besprochen wurden. Nie aber ver­rät er seine Unwissenheit durch Worte, indem er sich vergäße. Er weiß immer den Schein zu wahr n. Im übrigen ist er ein wohlwollender Herr.

Mit meinem Zögling Fritz werde ich meine Last haben. Er ist im höchsten Grade verzogen. Er ist halsstarrig, eigensinnig, dünkelhaft, eitel, hochmütig. Er weiß schon, was er einst zu bedeuten hat, lügt zum Erstaunen, liebt Gewäsch und Geplauder, ist außerordentlich leichtfertig. Jedermann weiß ihm etwas nachzusagen, und jedermann hat wahrscheinlich beigetragen, ihn zu verziehen. Das fällt bei mir weg. Niemand, das habe ich mir vorbehalten und werde es auch zu behaupten wissen, darf sich einmischm, und niemand wird Bemerkungen über meine Er- ziehungsweise machen dürfen. Ich bin unumschränk­ter Mentor, und nur der Fürst allein steht über mir. Dadurch, und da ich gewissenhaft zu verfahren gedenke, und da ich mir schmeicheln darf, auf junge Gemüter zu wirken und sie gelenkig, schmiegsam und bildsam zu machen, verzweifle ich keineswegs am Er­folg.Sie müssen es so und so machen", sagte man mir schon in Florenz in bezug auf meinen jetzigen