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^^c^c^^c^f^c^ß^c^c^c^ Unsere
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Hohenzeller Berg besetzt und sich dort zur Verteidigung einrichtet, um die Preußen an der weiteren Verfolgung zu hindern. Auf den bestellten Feldern schlagen die Sachsen ihre Zelte auf und zünden Wachtfeuer an. Unten im Kinziggrund biwakiert ungarische Kavallerie. Ganz nahe beim Hause des Rektors steckt sie ihr Lager ab. Interessant ist oas Treiben des fremden Reitervolkes. Ungarische Märsche erschallen in dem stillen Tal, die Luft durchhallen die Klänge der Trompeten, Flöten und Trommeln. Doch in den saftigen Wiesen weiden die Pferde, und die Reiter mähen das Gras mit der Sichel. In den Gärten plündern sie, was sie nur brauchen können. Um dürres Holz zum Abkochen zu haben, reißen sie Zäune um und heben die Türpfosten der Gartentore aus. Die rechten Wege halten sie nicht ein; quer durch die bestellten Aecker und die grünenden Wiesen reiten und fahren sie und treten alles nieder. Es ist ein Jammer, wie alles vernichtet wird. Die Bürger sind in heller Verzweiflung. Mancher geht hinaus zu den Feinden unb bettelt, sie möchten das Gras auf seiner Wiese schonen und das des Nach- barn abmähen, oder sie möchten seinen Zaun stehen lassen und den des nächsten Gartens umreiten. Doch es soll noch schlimmer kommen. Eines Abends wird nämlich eine große Anzahl Männer aus Schlüchtern und Umgegend in die Kirche befohlen und dort eingesperrt. Bei Sonnenaufgang werden sie vor die Stadt geführt und müssen mit Spaten und Hacke einen neuen Weg von der Stadt nach- dem Gipfel des Drasenberges bahnen, quer durch- die gepflegten Felder hindurch-. Sächsische Soldaten stehen als Aufseher dabei und treiben zur Eile an. Kaum ist die Arbeit beendet, ba kommen auch schon die erwarteten Truppen . Ein langer Zug Infanterie rückt auf ber Hanauer Straße in die Stadt ein und marschiert auf bem neu angelegten Wege hinauf auf den Drasenberg. Dort macht er Halt und steckt auf ben Triften des Distelrasens sein Lager ab. Doch vor ben Toren der Stadt schlägt die Reiterei ihre Zelte auf und verwüstet die grünen Wiesen unb die blühenden Gärten. Nicht w-eit davon werden Geschütze in Stellung gebracht, und eine Kompanie bezieht auf den Aeckern Biwak. Der Führer der neu angekommenen Truppen, Prinz Xaver von Sach? sen, nimmt in der Stadt selbst Quartier. Schwer hat Schlüchtern jetzt zu leiden. Felder und Gärten werden vernichtet, Scheunen und Ställe geleert. Endlich-, Ende Juni, zieht der Feind nach- Thüringen ab. Der Schaden, den er in Schlüchtern angerichtet hat, ist ungeheuer. Doch eine ausgezeichnete Grummet - ernte hilft über die schlimmste Not hinweg, und längere Zeit hindurch bleibt unsere Stadt auch von Einquartierungen verschont.
Von der zweiten Hälfte des Jahres 1760 und dem Jahre 1761 berichtet Rektor Hadermann nur sehr wenig. Im September 1762 finden wir wieder Sachsen in Schlüchtern unter dem Befehle eines Grafen von Solms. Letzteren feiert Hädermann in einem Gedichte, in dem er die Anspruchslosigkeit und Leutseligkeit dieses Offiziers lobt. Dabei macht er auch einige interessante Bemerkungen über bas Benehmen der Soldaten, die er schon in seinem Hause bewirtet hat: „Der Franzose war aufgeräumt, sobald ihm ein Wunsch- gewährt war, sodaß er vor Vergnügen tanzte und ohne Unterlaß sang. Doch er brauste auf und stieß schreck
lich-e Drohungen aus, wenn ich- auch nur das Geringste ihm ausschlug. „Gib mir, was du mir zu geben verpflichtet bist", sagte der Schweizer gleich, wenn er das Haus betrat, und betrug sich ruhig und gemessen. Keine Drohungen kannte er und keine barbarische Wut, und niemals machte er Lärm. Der Württemberger befahl: „Bring mir Speise und Trank, und das nicht zu knapp !" Widerwill g zwar hat er die Waffen ergriffen, doch- schwer hatten wir unter ihm zu leiden . Der Sachse schimpfte weidlich über den Preußenkönig, und weil er ihm selbst nichts anhaben konnte, ließ er seine Wut an unsern Aeckern aus."
Bis ins letzte Kriegsjahr bleiben die Feinde im Lande. Erst als die Verbündeten bei Ziegenhain stehen, bequemen sich- die Franzosen zum Rückzug. Durch den Vogelsberg hindurch- suchen sie die große Straße Leipzig-Frankfurt zu gewinnen. Aber zuvor rauben sie noch- alles Getreide und alles Heu, das von den Sachsen übrig gelassen worden ist. Schon sind sie ganz in der Nähe Schlüchterns unb plündern in den Nachbardörfern. In unsrer Stadt befürchten die Bürger, baj} ihnen auch- noch das letzte Getreide aus den Scheunen geholt werbe. In dieser Not kommt die Kunde von dem langersehnten Friedensschluß. Die Franzosen verlassen das Land, und die von den Verbündeten einge^ogenen Männer kehren wieder zurück. Groß ist der Jubel in Schlüch - tern, und mit frohem Dankgefühl hält Rektor Hadermann in der Aula des Gymnasiums die oben er« wähnte Friedensrede, der wir, abgesehen von seinen Gedichten, ganz besonders das verdanken, was wir noch von den Ereignissen in Schlüchtern aus jener Zeit wissen und hier wiedergeben konnten.
Die Zukunft.
(Zwei Schlüchterner Kinder.)
Phot. von Ph. & W. Freund.