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Nr. 5/6

c^c^i^^i^c^i^s^c^^c^>c^ Unsere

kseimnt -^^-^c^^r^c^crscLSc^-^c^ Seite 183

schaft vom sichern Sieg des Lebens über den Tod gierig lauschten, lehrend, mahnend, daß Gott auch das Leiden und Opfern der so schwer geprüften Men­schen unserer Tage nur braucht, um Seine Wege zum herrlichen Ziel zu führen und daß nichts ver­loren ist und vergeht, was vor unseren kurzsichtigen Augenscheinbar dahin stirbt. Wohl noch nie, seit sich Menschen nach der Erfüllung des uralten Wortes von der Verwandlung der Schwerter in Pflugscharen seh­nen, flammen für so viele, die sehen können und denken mögen, die Zeichen der Wahrheit über den Erdball, die in den Worten: „Gott lebt!" beschlos­sen liegt. Was freilich nicht hindert, daß Ungezählte immer noch so handeln, als ob Er nicht sei oder schliefe; denn er hat nun einmal die, die er geschaf- fen, nicht gefesselt an Seinen Willen, sonst wür-

Jm Schlüchterner Klostergarten.

Phot. von H. Lippelt.

de z. B. derjenige, der Brotfrucht trotz aller Mah­nungen Einsichtiger verfüttert, Wucherzinsen nimmt oder widerrechtlich! zurückgehaltene Lebensmittel heim­lich sündenteuer verkauft, solches gar nicht tun können. In den vor uns liegenden Monaten bis zur Ernte wer­den wir wohl, was die wirtschaftliche Lage angeht, aen Gipfel der Not erklimmen müssen. Es wird gelingen, wenn das Land alles tut, was es kann, um alle entbehrlichen Nahrungsmittel den Großstädten und Jndustriemittelpunkten zu reichen. Dazu ist vor allem nötig, daß unsere Landfrauen alle die rechte Einsicht und bas volle Verständnis für den tiefen Ernst der Tage gewinnen, die wir durchleben. Ohne das Verstehen und Befolgen der Verordnungen und Bestimmungen au,ch pon feiten der Frauen auf dem Lande trifft manches auf unvermutete Schwie­

rigkeiten. Da kommts vor, daß z. B. ein braver Mann, dem in den Versammlungen zugunsten der Kriegsanleihe das richtige Licht für die Notwendig­keit und Möglichkeit, sich zu beteiligen, längst auf- gegangen war, und der zum Zeichnen bereit ist, die Feder wieber sinken läßt mit dem Seufzer: „Ich seahn's ei onn will jo, äwwer - mei Fraa!" Ein anderer, dem das Schmähliche und Betrübende im Versagen seiner Heimatgemeinde bezüglich der Tier- und Milchlieserung durch Vorhalt aus Herz geht, stößt heraus: „Satt's meine Fraa! Dos sein Wei- wersache!" Aus diesem und vielen andern wird er­sichtlich, wie nötig eine rege zielbewußt arbeitende Frauenorganisation auf dem Lande wäre. Man brauchte dazu gar fönen schwerfälligen Vereinskram mit Satzungen, Sitzungen und Protokollbüchern. Wenn die Kriegsgefangenen den Wirtshaussaal inne- haben, kommt man im Schulsaal oder bei gutem Wetter am Sonntagnachmittag in „Nachbars - garten" unter den Obstbäumen zusammen und läßt sich sagen, was die Not der Zeit allernächstens für neue Fordernugen durchs Kreisblatt stellt. Nötig ist nur, daß eine Frau aus der Gemeinde, die das Herz auf dem rechten Fleck hat, die Sache in Die Hand nimmt und führt. Sollte sie nicht auch in jeder Gemeinde zu finden sein in einer Zeit, da me deutsche Frauenwelt so Riesengroßes geleistet hat und leistet. Und wie manches, das nicht bloß den Magen und die Wirtschaft und des Leibes Not angeht, könnte da. auch noch! besprochen und beraten werben ! Schwer werden die nächsten Monate sein; aber auch das, was sie bringen ,wird ertragen werden mit Gottes Hülfe. - Sowohl unsere zinnernen Prospett- Orgelpfeifen wie auch die Mehrzahl unserer Kirchen- glocken werden unseren Feldgrauen nach an die Front gehen. Der Krieg ruft auch sie. Gar mancher von den Glocken des Reichs werden auf diese Weise viel­leicht, was sie schon einmal gewesen sind. Fast alle geben ihre Friedensarbeit auf und sollen draußen ein ander" Lied singen. Viele Türme werden stumm werden. D!er Glocken Abschied wird vielen deutschen Herzen Schmerzen machen; denn Glocken sind für uns halt auch etwas Lebendiges. Und der Gedanke, daß auch bie unter ihnen, die fdfon seit Jahrhunderten Krieg und Frieden eingeläutet und Feste, Fried­hofsgänge, kommende und scheidende Tage, Not und Freude unserer Vorväter geleitet haben, uns und den Kommenden nicht mehr in vererbter und gewohn­ter Weise klingen sollen, wirkt bedrückend, wenn Der Elockenchor so schön gesungen wie in Schlüchtern, Steinau und sanderen Orten des Kreises. Hoffen wir, daß wenigstens die ältesten Glocken, die meist auch die wertvollsten sind, erhalten bleiben und- die Zukunft neu und schön wieberbringt ,was die harte Gegen­wart nimmt. — Was für die 6. Kriegsanleihe im Kreise Schlächtern gezeichnet wurde, konnte bei Nie­derschrift dieser Zeilen nc<tji nicht festgestellt sein. Doch kann man schon sagen: Die Sache ging dank der Rührigkeit der für dieselbe Arbeitenden und dem Licht, das die Ablehnung des Friedensangebots sei­tens unserer Feinde schließlich! auch- in den dunkelsten Köpfen angezündet hat, recht gut. — In unserem alten Kloster haben nun auch fünf junge Tür­ken ihren Einzug gehalten, welche die Prsparande besuchen und später im Seminar zu Lehrern ihres Volkes herangebilder werden sollen. Unsere Leb-ens- mittelsammlung für Hanau und Frankfurt hat fol­

gendes Ergebnis gehabt: