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Nr. 5/6 c^^^c^^^^^-^^^L^ Unsere

Heimat ^c^c^^c^c^c^^c^^c^^? Seite 181

.....Wahrhaftig: einen langen, schönen, wuchti­gen Trunk von unserm Blut und unsrer Kraft, daß sie auf ihren Beinen, die ihnen zittrig geworden sind im Kampf mit uns, wieder stehen und gehen können, hinein in eine neue Zukunft. Wohl, so ist es ! Wenn es aber so ist, was wird dann von uns übrig blei­ben ? Ja, was wird- dann von uns übrig bleiben ? ! Unsre stolzen Schifte, tausend und abertausend, die unsre Kraft und unsern Geist, unsre Arbeit und unsre Art, siebenmal in jedem Jahr um die Erde trugen, die werden verloren sein. Unsre Kolonien, die kräf­tigen jungen Arme, die wir ausstreckten, daß auch wir, die Zuspätgekommenen, einen Anteil am Boden der Erde hätten, die werden uns ab gehauen werden. Unser Geld . . hab' Achtung vor dem Geld! . . . es ist geprägte und gestempelte Menschenmühe; es ist fortwirkender Menschengeist; es ist Menschen - grübeln, wirkend in ferne Zukunft . . . unser Geld, in mühsamer, ja heißer Arbeit gesammelt, treu verwaltet und vermehrt, klug verwendet, wird über alle Gren­zen weg in alle Welt zerfließen, um französische Häu­ser aufzubauen, große russische Hände zu füllen, Eng­lands Reichtum und Hochmut zum Turm von Babel zu erhöhen, Amerika die Granaten zu bezahlen, die deutsche Kinder getötet haben. Was übrig bleibt? Ein großes Volk! Ja ! Ja ! Ein großes Volk! Aber was ist ein großes Volk ohne Arme, mit leerem Beu­tel, gehaßt von der ganzen Welt? Ach, was sage ich? Gehaßt? Laß sie doch' hassen! Aber gehaßt und besiegt, gehaßt und unter ihren Füßen! Gehaßt und dem Hochmut der ganzen Welt preisgegeben! Wer kann das ertragen ? Wer kann das ausdenken ? Wer will so leben?

Oder sage ich zuviel? Mache ich es zu schwarz? Ich mag grübeln, solange ich' will, es kann nicht an­ders kommen als so. Wenn unsere Schiffe und unsre Kolonien und unser iGeld dahin ist, was bleibt übrig? Wenn du sagst: ich behalte doch mein bares Geld, das ich heimlich versteckte? Nein! Der Staat, in schrecklicher Not, wird es zu finden wissen, und dein Nachbar, in ebenso großer Not ,wird dich' verraten. Wenn du sagst: ich behalte doch meine gesunden fri­schen Hände? Nein! Nicht deine . . . sie werden frentben Völkern, fremdem Geld dienen müssen. Wenn du sagst: aber ich behalte doch meine Aecker unter meinen Füßen, meine Pferde in meinem Stall, oder mein Haus an der hohen Straße, oder meine Hypothek im ersten Stock des Hauses? Nein! Deine Aecker werden bis übers Heck, und dein Stadt - haus bis über den First verschuldet sein und ebenso alle deine anderen Werte. Wenn du sagst: ich de- halte doch meine Kinder, ihre helle Zukunft? Nein! Du wirst deinen Kindern sagen müssen: geht davon .... in ein Land, das in Blüte steht, wo die Men­schen für sich und ihre Zukunft sorgen und arbeiten; hier in diesem Land müßt ihr sklaven für andere Völ­ker. Wenn du sagst: ich behalte doch' meinen Frieden, meine Ehre, meine alten Tage? Nein! Wer will an alte Tage denken in diesem Deutschland, das nach solch wunderbarer und mühsamer Vergangenheit, nach so viel edlen Mühen von Arbeitern, Bürgern, Soldaten und Fürsten, nach so glänzendem Aufstieg ... wohl über alle Völker... ein Licht zu erleuchten die Welt ... so herunter kam ... ein Steckrüben- land! . . . Arm, mit Asche beworfen, ohne Zukunft! . . . . Last sie uns Hunnen nennen! In Gottes Na­men ! Laßt sie uns Hunnen nennen! Wenn wir

nur siegen! Wenn wir siegen, werden unsere Kauf­leute und unsere Seeleute lachend gegen die Brust schlagen: Hunnen sind wir . . . jawohl! Das heißt: das tapferste und klügste Volk der Welt! Die Welt überfiel uns, weil wir uns in Reih und Glied der großen Völker stellen wollten, und wir . . . wir schlu­gen die Welt! Laß sie uns Hunnen nennen ! Gerne! Aber dies. . . dies Leben . . . dies Steckrübenleben durch hundert Jahre, Armut zur Rechten und Schmach zur Linken, und hinter uns England mit der Peitsche? Das ist nicht zu tragen.

Nein, das darf nicht kommen. Und damit es nicyt kommt, muß jedermann begreifen... es muß ihm mitten im Herzen stehen: wach sein unb- dem Lande helfen! So wie der Kaiser wach ist und Hinden- burg, ünd die vielen anderen Offiziere, die den ganzen Tag . . . und wenn sie nachts erwachen, über das eine grübeln : wie helf ich dir, o Deutschland ! Wie unsere Soldaten wach sind, die bis an die Brust tn der Erde übers Feld starren Tag und Nacht, Tag und Nacht, nun schon Jahre lang. Ja, die sind wach, die tun ihre Pflicht. Davon weiter nicht geredet! Und was soll man von den Kindern sagen, die so schmal essen und trinken, und helfen der Mütter mit Gehorsam und gutem Mut? Und von ihren Müt­tern, die den Kummer verbeißen und im Glauben an bessere Tage den Kopf hochhalten? Und von den jungen Mädchen in den Ställen und auf den Feldern und in den Fabriken? Und von den hunderttausend Bauernfrauen auf den einsamen Höfen, die mit tap­ferem Sinn Kinder und Kühe und gefangene Russen regieren? Und von den Millionen Alten, die am Platze der Jungen, die vorm Feinde sind, Tag für Tag in schwerer Arbeit stehen ? ? Nein, von vielen Millionen deutschen Geblüts soll man nicht mehr for­dern, als sie barbringen. Wahrhaftig: es strahlt der Altar unseres Volkes ... er glänzt von lauter roten Flammen bis zur Höhe des Himmels; und die ganze Welt, obwohl in Haß verzerrt, sieht es und wundert sich; und Gott im Himmel sieht es auch.

Und nun soll wieder eine neue Flamme zum Him­mel schlagen. Es soll eine neue gewaltige Summe Geldes, eine gewaltige Summe Volks kraft, aufgebracht werden. Sie soll „auf­gebracht", hochgebracht werden . . aus der Tiefe des ganzen großen Volkes; da liegt sie, Vaterland, al­tes liebes Deutschland, alte Heimat ... für dich! un­ser Schweiß, unsere Kraft für dich! Wer wollte sick ausschließen: Fürst oder Knecht, Arbeiter oder Edel­mann, Landmann ober Seemann . . die wir fahren müssen über die See . . . Schüler oder Alter . . . was ist Jugend und was ist Alter in verlorenem Land? Es wird eine Flamme hochschlagen, daß die ganze Menschheit sich! wundern wird . . . Sie wollen uns Hunnen nennen? Laß sie doch! Ja, es soll uns für hundert Jahre unser Ehrenname werden ! Es soll uns bedeuten: die Kühnsten, die Wachsten ,die Feurig­sten, die Vaterlandstreuesten der ganzen Welt! Hun­nen ? Gerne! Wenn sie uns nur nicht besiegen! Wenn nur England, berstend von leerem Hochmut, nicht über uns kommt! Wenn wir nur nicht Russen- hände, groß uüd leer, füllen sollen mit unserem Schweiß, mit unserem stolzen Geist, Hunnen? Gerne! Aber siegreich über alle unsere Feinde! Stolz, frei, schön geordnet, ein Garten Gottes, blühend vor sei­nen heiligen Augen! Dazu hilf du deinem Land!