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Seite 172 t^^^^^^t^c^c^^i^ Unsere Psetmat Nr. 3/4

der lachte und uns fest versprach, mit uns Schnee­bällen Zu werfen, wenn wieder weicher fiele. Wir alle gegen ihn, na, man würde ja schon sehen, wer gewänne. Schade, haft er auf einmal aufhörte, als eine Glocke erklang, und sagte, daß heute mittag keine Schule wäre, weil's Mittwoch! sei. Das hat mir an dem Tage wirklich leid getan; ich weiß es ganz genau. Von den weiteren Begebenheiten dieses Tages weiß ich nur noch, daß ich am Nachmittag in den-Elmbach vor dem Hause gefallen bin, die Nachbarin Förster mich! heraushokte und ich- zur Strafe ins Bett mußte. So verlief mein erster Schultag wie nachher im Le­ben noch so mancher. Morgens Sonnenschein abends trüb. - Die Eltern aber dürfen sicher sein, daß auch! heute in der Schule alles geschieht, um ihren Lieblingen das Verpflanztwerden aus dem Haus- in den Schulgarten leicht zu machen. Ein bißchen „trauern" ja anfangs alle, obwohl jeder Lehrer die Temperatur auf gleicher Höhe wie da­heim zu halten sucht. Und wenn erst die Laute und Buchstaben, die Ziffern und Zahlen anmarschieren und! kommandiert sein wollen, bafe sie sich zu Wörtern und Sätzen ordnen, dann wird's für manches Köpf­chen, dem das kleine i für sich allein schon Sorgen machte, eine Zeitlang „kritisch". Denn die Ueber- schlauen, die jedes Wort des Lehrers aufgreifen und verzehren wie Feuer das dürre Holz, find immer Aus­nahmen ; für die meisten bleibt's dabei: „Aller An­fang ist schwer!" Kann ich's doch manchmal selber nicht begreifen, daß ich- das Lesen gelernt habe, wenn ich- sehe, wie sich- die jungen Menschlein mit dem krausen, schwarzen Heer im Fibelbuch- mühen müssen. Weil aber der Anfang für viele so schwer ist, schon beswegen, weil die goldne Freiheitszeit zu Ende ist, möchte ich- jede Mutter, die ver Schule ein Kind zuzuführen hat, herzlichst bitten: „Prüfe sorgfältig, ob dein Kind körperlich und geistig dem gewachsenist, was seiner wartet. Ei n versrüh- ter Schulanfang ist die Ursache zahlrei­cher Kinderleiden. Und doch muß man's im­mer wieder erleben, daß „blinde" Eltern ihres Hauses Zukunft wie eine Treibhauspflanze behandeln. Wie oft tritt im 2. ober 3. Schuljahre eine völlige Er­schlaffung des Kindes ein, weil falscher Eifer der kleinen Kraft zuviel zugemutet hat. Laßt auch die Allzulebh-aften und Träumer ruhig ein Jahr länger

in der Kinderstube! Sucht sie nicht „los zu wer­den!" Fein mahnt der Dichter Rückert:

Norm April gesteckte Bohnen

Werden, wenn nicht gar erfrieren,

Doch den frischen Wuchs verlieren

Und verkrüppelt, wie sie stehn,

Bald sich überflügelt sehn

Von den nachgewachsnen, spätern —

Sagt Erziehern das und Vätern,

Daß auch sie frühzeit'ge Ranken

Nicht verkünsteln, die nur kranken.

Mit den Bohnen könnt ihrd wagen:

Reißet aus, was umgeschlagen!

Aber umgeschlag'ne Knaben

Müßt ihr stets vor Augen haben!

Fort mit der elterlichen Eitelkeit, die das Ermatten nicht sehen will und vorwärts drängt auf Kosten der Gesundheit des Kindes. Alles Wachsen verlangt Warten, und das Kräutlein, das in keiner Schale fehlen darf und auch in keiner Familie, heißt Ge­duld. Es ist sogar im Himmel daheim, wo unser Herrgott Geduld mit uns hat.

G. Flemmig.

frühlingstroft

Hart war des Winters Macht,

Rauh seiner Stürme Gewalt,

Aber in lieblicher Pracht

Nahet der Frühling bald.

Lustig schon tanzen die Kinder den Reih'n:

Bald läutet's die fröhlichen Ostern ein!"

Milder die Lüfte wehn

Durch das grünende Tal,

Golden die Wolken gehn

Im Abendsonnenstrahl,

Duftend verkündend die Veilchen am Rain:

„Bald läutet's die fröhlichen Ostern ein!"

Herz, nun fasse auch du

Wieder fröhlichen Mut!

Trau deinem Gott es doch zu,

Endlich wird alles noch gut!

Latz all dein fiuftcres Sorgen sein!:

„Bald läutet's die fröhlichen Ostern ein!"

Schlächtern 1881. Pfarrer Wilhelm Heck.

Dr, Philipp Leonhard Marius Lotich, ein Vorarbeiter in unseren fjeimatbunbbeftrebungen,

Von Pfarrer E. Freund-Ramholz.

Fortsetzung.

yC^inige Tage, nachdem Lotich die Geschichte sei- ner Liebe niedergeschrieben, überraschte ihn Leblanc mit der Eröffnung, daß er eine Reise nach Wien beabsichtige, und daß Lotich- und Felir ihn begleiten sollen.

„Herr Leblanc muß über Goldberge zu gebieren haben. Er scheint ordentlich in Verlegenheit zu sein, was er mit seinem Gelde machen soll. Seine Häuser und Gärten bieten ihm zu beschränkten Raum dazu. Er bedarf großer und weiter Strecken, um es mit vollen Händen ausstreuen zu können. Ich befürchte immer, es könnte ihm am Ende nicht gut bekommen.

Wenn er mich zu Rate zöge, würde ich ihm mehr Sparsamkeit anraten, obgleich ich- derjenige bin, der aus den prächtigen Sachen, womit er sich umgibt, am meisten Genuß und Nutzen ziehe. Es ich aber nun einmal nicht zu ändern, und ich füge mich in das Schicksal. Auch hätte ich, wenn er mich zuerst barum gefragt hätte, schwerlich etwas gegen diese Reise nach Wien einzuwenden gehabt, denn schon der Ge­danke daran setzt mich in Entzücken und läßt gar keine Bedenklichkeit aufkommen. Nach Wien! Das ist bald gesagt. Da geht es aber erst durch einen schönen Teil Italiens, und dann über die Mpen,