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Nr. 3/4 i^r^r^r^^^^^ß^^ Unsere Heimat ^^^^/^t^^^^ß^^^ Seite 167

ten geblieben ist". Von 1554 -4558 war Philipp II. in zweiter Ehe mit der 11 Jahre älteren Köni­gin Marie von England, der Tochter König Hein­richs VIII. von England und der Katharina von Aragonien vermählt. Diese Tatsache spiegelt sich! auf dem aus dem Jahre 1557 stammenden Taler wieder, auf dem Philipp als König nicht nur von Spanien, sondern and) von England bezeichnet ist.

Nach dem Tode Marias bewarb sich Philipp um die Hand der Stiefschwester seiner verstorbenen Ge­mahlin, der aus der Ehe Heinrichs VIII. mit Anna Boleyn stammenden, nunmehr Königin von Eng­land gewordenen Elisabeth. Diese aber, in prote­stantischen Anschauungen erzogen, lehnte die Werbung ab und wurde statt der Königin von Spanien die Umgestalterin der anglikanischen Kirche, wie sie heute noch besteht, und die Begründerin der Seemacht Eng­lands. Auf den aus ihrer Regierung-zeit stammen­den englischen Münzen des Funds, die wohl als alte Schillinge resp. Halbschillings anzusprechen sind, fin­det sich das gekrönte Brustbild der jungfräulichen Königin. Auf den Halbschillingslücken tritt zu oem Brustbild noch ihr sogen. Badge. (Erkennungszeichen), eine halb rote und halb weiße Rose, das ihr Vater Heinrich VIII. aus der roten und weißen Rose der Häuser Lancester und Port als sogen. Tudor-Rose gebildet hatte.

Aus der Zeit des Jülichschen Erbfolgestreits, durch den der unselige „Dreißigjährige Krieg" beinahe schon 8 Jahre früher zum Ausbruch! gekommen wäre, stammt der Goldgulden aus dem Jahre 1613, den die Abbildung 4 wieder gibt.

Johann Wilhelm war am 25. März 1609 als letzter vom Mannesstamm des Jülichschen Herzogs­hauses gestorben. Da seinen Schwestern bereits 1546 von Kaiser Karl V. das Recht der Nachfolge in oen Jülichschen Landen zugesprochen war, so waren sie, bezw. ihre Nachkommen die nächsten Erben. Alsbald ließ Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg als Tochtermann der mit dem Herzog Albrecht Fried­rich! von Preußen vermählt gewesenen Marie Eleo­nore von Jülich, der ältesten dieser Schwestern, das Jülichsche Land besetzen. Aber rasch traten auch die andern Bewerber um das Erbe auf den Plan; vor allem der Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Neuburg, als Sohn der zweiten der erbberechtigten Schwestern, die Vertreter der Ansprüche der dritten und vierten Schwester, und schließlich, auch noch!, auf älteren Ansprüchen fußend und kräftig unterstützt vom Hause Habsburg, der Kurfürst von Sachsen.

Unter dem Drucke dieser Verhältnisse hielten es die beiden Hauptansprecher, der Kurfürst Joh. Sigis­mund von Brandenburg und Pfalzgraf Wolfgang zunächst für das Geratenste, sich! gütlich zu vereinigen und schlössen deshalb am 10. Juni 1609 zu Dort­mund einen Vertrag, nach dem sie das Land gemein­sam in Verwaltung nehmen wollten. Diese gemein­same Verwaltung der Jülichschen Lande durch die beiden „possedierenden" Fürsten währte bis in den November des Jahrs 1614. Während ihrer Dauer hat unser Goldgulden den Prägstock verlassen.

Ein anderer der Goldgulden zeigt das Brustbild des Herzogs Christian des Aelteren von Braun- schweig-Lüneburg, Bischofs von Minden. (Abb. 3.)

Dieser Fürst wurde 1599, nachdem er schon 2 Jahre lang Koadjutor (Hülfsbischof) gewesen war zum Bischof von Minden gewählt. Nach dem Tode

seines Bruders Ernst II. übernahm er 1611 die Re­gierung der Braunschweig-Lüneburgschen Lande. Im dreißigjährigen Krieg stand er zunächst als Oberst der niedersächsischen Kreistruppen auf der Seite des Kaisers. Als diese Stellung aber seine Stifts - lande nicht vor dem Einfall der Tillyschen Völker hatte bewahren können, legte er das Amt als Kreis- oberster nieder, Im Jahre 1629, nach Erlaß oes Restitutions-Edikts, schloß sich Christian der prote­stantischen Sache an. Er starb am 8. Nov. 1633.

Außer ihm hat in der Geschichte des dreißigjäh­rigen Kriegs noch ein anderer Christian von Braun- schweig eine Rolle gespielt, und zwar der 1599 ge­borene Herzog Christian von Braunschweig-Wol- fenbüttel, lutherischer Bischof von Halberstadt. Er war einer der Kriegsobersten des dreißigjährigen Kriegs, der sich besonders durch seine Plünderungs- züge bekannt gemacht hat und deshalb auch! der „tolle Halberstädter" genannt wurde. Er starb be­reits 1626.

Mitten in den Strudel des dreißigjährigen Kriegs hinein versetzen uns die Silberstücke, deren Abbildun­gen die Nrn. 15, 16 und 17 tragen. Es sind Ein- Batzenstücke aus dem Lande Franken und zwar aus der Markgrafschaft Ansbach -Ba yreuth, dem in der Zeit von 1631—1634 von den Schweden in Besitz- gehaltenen Hochstift Würzburg und dem Hochstift Bamberg.

In den Fürstentümern Ansbach und Bayreuth war im Jahre 1603 die ältere markgräflich branden- burgische Linie ausgestorben . Die Lande wurden deshalb für die jüngeren Söhne des Kurfürsten Jo­hann Georg von Brandenburg die Prinzen Christian und Joachim Ernst von Brandenburg, bestimmt wo­bei das Los den Ausschlag geben sollte. Bei der Verlosung fiel Bayreuth an Christian, Ansbach an Joachim Ernst. Christian von Bayreuth regierte von 1603—1655. Er ist im dreißigjährigen Krieg nicht tätig eingreifend aufgetreten.

Dagegen hat sich der von 1603- -1625 in Ansbach regierende Joachim Ernst im spanisch-niederländi­schen Krieg und später als General des Unionsheers mehrfach! an den Kämpfen seiner Zeit beteiligt. Er starb bereits 1625, erst 42 Jahre alt, mit Hinter­lassung von 3 unmündigen Kindern.

Das Batzenstück Nr. 16 der Tafel zeigt das Brust­bild König Gustav Adolfs von Schweden, als Herzog in Franken.

Im Jahre 1631 hatte er in raschem Siegeslauf das ganze Hochstift Würzburg eingenommen und von allen seinen Einwohnern die Erbhuldigung an die Krone Schwedens in Empfang genommen. Das von dem Schwedenkönig gegründete neue Herzog - turn Franken war aber nur von kurzer Dauer, da es nach der Niederlage der Schweden bei Nördlingen (6. Sept. 1634) nach nur 3jährigem Bestand, fast noch schneller wie es entstanden war, wieder ver­schwand.

Um so wertvoller ist uns das vorliegende Batzen­stück aus dem schwedischen Herzogtum Franken, als Zeuge einer so kurzen geschichtlichen Episode.

In dem Münzherrn des aus dem Hochstift Bam­berg stammenden Batzenstücks, dem von 1623—1633 regierenden Bischof Johann Georg II, einem Fuchs von Dornheim, tritt uns ein eifriges Mitglied der Liga entgegen. Als in den ersten Monaten des Jahrs 1632 das Bistum Bamberg hart von den Schweden