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Seite 166 <^ß^r^ß^^ß^ß^^ß^ß^ß^ß^ Unsere Heimat ß^ß^ß^ß^ß^ßsß^ß^ß^ß^ßsß? Nr. 3/4

Einfällen räuberischen Kriegsvolks zu leiden gehabt haben.

Einer der Heimat entfremdeten und abenteuern­den Gesellen des Benninghausen'schen Heerhaufens, der damals in die Stiftslande eingefallen war, wird seine am Niederrhein und in Franken gemachte Beute an dieser abgelegenen Stelle vergraben haben, um sie einstweilen in Sicherheit zu bringen und dann zu gelegener Zeit abzuholen. Ein jäher Tod, viel­leicht infolge der damals allenthalben grassierenden Pest, mag ihn dann an der Ausführung seiner Ab­sicht verhindert haben.

Könnten uns die Münzen erzählen, was sie von ihrer Prägung an bis zu dem Zeitpunkte, wo sie unter den Steinen des Fondsberger Ackerrains zu einer mehr als 200jährigen Ruhe niedergelegt wor­den sind, alles erlebt haben, so würden wahrschein­liche Bilder schrecklichsten Menschenelends vor unsern Augen vorüberziehen.

Es ist gut, daß sie es nicht können, denn die Zeit, in der sie nach langem Verborgensein wieder ans Tageslicht gekommen sind, ist nicht dazu angetan,

Kaiser Maximilian I. 14931519.

Maria von Burgund

Erbin von Burgund.

datz es uns gelüsten könnte, zu alledem, was der nun schon 21/2 Jahre rasende Weltkrieg über unser liebes deutsches Volk gebracht hat, auch noch das alte Elend erzählt zu bekommen, das zur Zeit des 30jährigen Kriegs durchs die deutschen Lande hin und wieder gegangen ist. Doch lassen sie vor unserem geistigen Auge weltbekannte Persönlichkeiten und eine Fülle von geschichtlichen Tatsachen auf­tauchen, denen einen Augenblick nachzuspüren sich wohl noch verlohnt.

Unter den Herrschern, die uns auf den Münzen, sei es im Bilde, oder in ihrem Namen und Titel entgegentreten, nehmen die aus dem Hause Habs­burg die erste Stelle ein. Nicht weniger als zwei deutsche Kaiser, zwei Könige und ein Erzherzog, bte mehr oder minder in der Geschichte hervorgetreten sind, finden sich aus diesem Fürstenhause auf ihnen verewigt.

Ein nur das Wesentliche berücksichtigender Aus- schnitt aus der Stammtafel des Hauses Habsburg lässt uns am besten ihren verwandtschaftlichen Zu­sammenhang erkennen.

Philipp der Schöne.

Johanna von Kastilien und Aragonien Erbin von Spanien.

Kaiser Karl V. 15191556. Jsabella von Portugal.

Kaiser Ferdinand I. 1556-1564.

Anna von Ungarn Erbin von Ungarn und Böhmen.

König Philipp II. von Spanien.

Kaiser Maximilian II. 15641576.

Maria Tochter Karls V.

Ferdinand von Tirol. Philippine Weiser.

Erzherz. Karl v. Steiermark. Maria von Bayern.

Kaiser Rudolf II. Kaiser Matthias 15761612. 16121619

Erzherzog Maximilian III. mn Tirol.

Hoch- u. Deutschmeister.

15891618.

Anna Gemahlin Philipps II. von Spanien.

Kaiser Ferdinand II. 16191637.

Auffallend ist, wie sich, in dem Münzbild König Philipps II. von Spanien das Habsburgererbe, die herausgeschobene Unterlippe, zu erkennen gibt, zu der noch bei den meisten seines Geschlechts (siehe auch das Bildnis Maximilians III.) die gebogene Nase hinzu kam.

Ein Erbstück, das die Habsburger von Karl dem Kühnen, dem letzten Herzog von Bur­gund mit übernommen und dann nach Oesterreich und Spanien verpflanzt haben, ist der Orden vom goldnen Vlies. Da seine Sinnbilder und Ordens- zeichen häufig aus den Münzen wiederkehren, so mö­gen ihm hier einige Worte gewidmet sein.

Dieser Orden ist am 10. Januar 1429 von Her­zog Philipp dem Guten von Burgund zum Lob und Ruhm des Erlösers, der Jungfrau Maria und des heiligen Andreas, sowie zum Schutz und zur Förderung des christlichen Glaubens, der heiligen Kirche che, zur Tugend und Vermehrung guter Sitte ge­gründet worden. Als Ordenszeichen dient ihm, wohl in unbestimmten Kreuzfahrer- und Argonauten - plänen" dazu ausersehen, ein goldenes Widderfell (Vlies) das an einem blauemaillierten flammen-

speienden Feuerstein (dem Sinnbild von Burguno) hängt. Dieses Ordenszeichen tragen die Ritter des Ordens an Festtagen an einer aus Feuerstählen und flammenspeienden Feuersteinen gebildeten Halskette (Kollane), sonst am roten Halsband auf der Brust.

In der Kathedrale zu Barcelona findet sich als ein weiteres Emblem (Wahrzeichen) des Ordens, das aber nicht von den Rittern getragen wird, ein in der Mitte durch einen Feuerstahl zusammengehal­tenes und aus zwei rohen, an ihren Enden zersplis- senen Aesten gebildetes sogenanntes Andreaskreuz angebracht.

Dieses Andeaskreuz ist auch auf den Münzen Phi­lipps II. von Spanien als Unterlage des auf ihrer Rückseite befindlichen spanischen Wappens zu er­kennen.

Philipp II., der 1543 an die Spitze von Spanien getreten war, sollte nach dem Wunsche seines Vaters auch zum Römischen König gewählt werden, um dadurch die Anwartschaft auf den deutschen Kaiser­thron zu erwerben. Doch scheiterte dieser Plan, so- dahdie regierende Gestalt eines Philipp II. der spanischen und niederländischen Geschichte vorbehal-