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deutsch: Und Kärntens Herr von Preußen und nicht minder Graf von Ungarn und Tirol. Der Rand ist rote, auf der Schauseite, gerieft.
10. Ein Zehnkreuzerstück der Stadt Konstanz. (Abb. 14.)
Die Schauseite der Münze zeigt in einer vierpaßähnlichen ornamentalen Umrahmung den Wappenschild der Stadt Konstanz. (Unter rotem Schildeshaupt ein schwarzes Kreuz in Silber). Die Umschrift lautet: MONeta. NOVA. CIVItatis. CONSTANTIENSIS. (Neue Münze der Stadt Constanz.) Zwischen Anfang und Ende der Umschrift eine Rosette.
Die Rückseite enthält den nimbierten Doppeladler mit dem österreichischen Schild als Brustschild. Ueber ihm schwebt die Kaiserliche Krone. Unter dem Adler findet sich der Wert der Münze durch eine 10 (Kreuzer) angegeben. Die Umschrift lautet: FERDinandus II. Dei Gratia IMPerator SEMPer AUGustus. Ferdinand II. von Gottes Gnaden allzeit erhabener Kaiser. Da Kaiser Ferdinand II. von 1619—1637 regiert hat, so kann die Münze nur aus dieser Zeit stammen.
11. Zwölf Ein-Batzenstücke aus der Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth vom Jahre 1630. (Abb. 15.)
Unter diesen Münzen finden sich 10, die dem Fürstentum Bayreuth und 2, die dem Fürstentum Ansbach angehören.
Auf der Schauseite aller dieser Münzen erblicken wir nebeneinanderstehend rechts den Wappenschild der Burggrafschaft Nürnberg, in Gold ein rotgekrönter schwarzer Löwe, innerhalb eines silbern-rot gestückten Bordes, und links den silbern schwarz gevierten Zollernschild. Ueber diesen Wappen steht die Wertangabe der Münze IIII K. - 4 Kreuzer, unter ihnen bei 5 der Stücke die Jahreszahl 1630. Bei den übrigen Stücken, die dieselbe Jahreszahl am Ende der Umschrift tragen, wohl als Münzstättenzeichen ein?.
Bei allen Stücken beginnt die Umschrift auf der Schauseite oben und setzt sich auf die Rückseite fort. Sie ist aus dem Titel der Münzherrn gebildet und lautet dementsprechend auf den 10 Stücken des Fürstentums Bayreuth mit geringen Abweichungen je nach der verschiedenen Prägung: CHRISTIAN D. G. MARCH. BRAND. PR. ST. POM. CAS. VAN. CR. IA. D. BURG. I. NURN. P. RV.
Aufgelöst und zu deutsch: Christian, von Gottes Gnaden Markgraf zu Brandenburg ; in Preußen, zu Stettin, Pommern, der Cassuben, Wenden, zu Crossen und Jägerndorf Herzog; Fürst zu Rügen.
Bei den Stücken des Fürstentums Ansbach IOA. ERN. gleich Johann Ernst, und dann so fort, wie oben bei den Stücken des Fürstentums Bayreuth. Auf der Rückseite findet sich bei den Stücken beider Fürstentümer, von einem Perlenkreis umgeben ein einfacher Adler, der wohl als der bran- denburgische Adler anzusprechen ist.
12. Ein Ein-Batzenftück des Herzogtums Franken aus der Zeit der Herrschaft des KönigsGuftav
Adolf von Schweden. (Abb. 16.)
Dieses, schon aus der Aehnlichkeit mit den eben beschriebenen Stücken zu schließen, in Süddeutschland geprägte Stück zeigt auf der Schauseite in einem Perlenring das gewappnete Brustbild des Königs Gustav Adolf. Sein Haupt ist von einer Krone bedeckt. In der Rechten hält er ein Schwert, in der Linken den Reichsapfel.
Auf der Rückseite findet sich der gekrönte Wappenschild von Schweden. Er ist durch ein goldenes Kreuz geviert und trägt einen Herzschild mit dem Hauswappen der Wasa. (von 1523—1654 auf dem schwedischen Throne). Bon Blau, Silber und Rot schräg rechts gespalten, darüber eine goldene Korngarbe oder Faschine. Feld 1 und 4 des Schildes enthalten das Wappen von Schweden (in Blau drei goldne Kronen) Feld 2 und 3 das Wappen des Königs der Goten (in Blau mit 3 silbernen Links-Wellenbalken ein gekrönter goldner Löwe.) Die sich von der Schau- auf die Rückseite fortsetzende Umschrift lautet: GUSTAV. ADOLPH. D. G. SVEC. GOT. VA. REX. MAG. PRI. FINL. DE. ET. C. D0. I.
„Gustav Adolf, von Gottes Gnaden König der Schweden, Goten und Wenden, Großfürst von Finnland. . . " Seine Regierungszeit währte von 1611—1632.
13. Ein Ein-Batzenstück des Bistums Bamberg von 1628. (Abb. 17.)
Auf der Schauseite der Münze finden sich, auf gekreuztem Kreuz und Hirtenstab aufliegend, und überhöht von der Kaiserkrone die Schilde des Bistums Bamberg. (In Gold ein schwarzer Löwe, von einem schmalen silbernen Schräg- rechtsbalken überzogen) und des damaligen Bischofs Johann Georg, eines Fuchs von Dornheim. (Im Schild ein schreitender Fuchs).
Unter den Schilden steht als Münzzeichen ein F. Die Umschrift lautet: IOHANNES. GEORGIUS EPIskopus BAMBergensis. Johann Georg, Bischof von Bamberg.
Die Rückseite zeigt das von einer einfachen Linie und von einem Seilkreis umgebene nimbierte und gekrönte Brustbild Kaiser Heinrichs II (1002—1024), des Gründers des Bistums Bamberg, mit der Rechten ein Scepter, mit der Linken den Reichsapfel haltend, auf den: eine 4 (- 4 Kreuzer) steht.
Die Umschrift lautet: S. HEINRICUS. IMPERATOR, zu deutsch: Der Heilige Kaiser Heinrich.
(Kaiser Heinrich II. ist 1146 von Papst Eugen III. heilig gesprochen worden.)
14. Ein Taler aus dem GroßherzogtumTos- k an a vom Jahre 1619. (Abb. 18)
Auf der Schauseite befindet sich die Halbfigur des Groß- herzogs Cosimo II. im Harnisch, auf dem Haupte die tos- kanische Zackenkrone. Seine Rechte hält den Griff des über die Schulter gelegten Scepters, die Linke den Griff eines Schwertes umfaßt. Auf der Brust ist der an einem Bande um den Hals hängende Haus-Orden des Heil. Stephan sichtbar. Unter der Figur ist in kleinen Ziffern die Jahreszahl 1619 angebracht.
Die Umschrift lautet: MAGNus. DUX. ETRuriae IIII. COSIMUS II.
Zu deutsch etwa Cosimus II. der vierte Großherzog von Etrurien, (der lat. Name für Toskana).
Cosimo stammte aus dem bekannten Haufe der Medici. Deshalb findet sich auf der Rückseite der Münze der dem Kreuz des St. Stephans-Ordens aufgelegte Wappenschild dieser Familie, der in Gold 6 Pillen aufweist von denen die 5 unteren rot sind, während die obere blaue Farbe und 3 goldne Lilien zeigt. °) Gekrönt ist der Schild von der toskanischen Zackenkrone, bei der sich an Stelle des mittleren Zackens die florentinische Wappenfigur, eine Lilie, findet.
Die Umschrift lautet: PISA.7) INVETUSTAE. MAIESTATIS MEMOr. Zu deutsch: Pisa seiner alten Herrlichkeit einge denk.
Unwillkürlich drängt sich! uns zunächst die Frage auf: Wann und wie mögen diese aus aller Herrn Länder stammenden Münzen wohl in die weltabge- schiedene Ecke am Züntersbacher Fondsberg gekommen sein? Eine sichere Beantwortung dieser Frage ist natürlich nicht möglich. Wir können in dieser Hinsicht nur Vermutungen aussprechen.
Da auf den gefundenen Münzen zumeist die Jahreszahl ihrer Prägung oder zum mindesten der Name des Herrschers verzeichnet steht, dessen Re- gierungszeit sie entstammen, so kann schon daraus ein gewisser Schluß auf den Zeitpunkt ihrer Nieder- legung am Fondsberg gewonnen werden, denn wenn wir auf dem Taler der Stadt Nürnberg, der jüngsten der Münzen, die Jahreszahl 1634 erblicken, so kann er und mit ihm die Gesamtheit der übrigen zum Fund! gehörigen Münzen nicht vor diesem Jahre dem Versteck übergeben worden sein. Andererseits zeigen dieser Nürnberger Taler und alle übrigen erst 1630 und einige Jahre später geprägten Münzen, wie z. B. die Batzenstücke der Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth so geringe Spuren von Abnutzung, daß sie sicherlich! nicht lange im Verkehr gewesen sein können. Wir werden daher mit der Annahme, daß die Münzen etwa in der Zeit von 1635 oder 36 in dem Ackerrain am Fondsberg niedergelegt sein mögen, kaum fehl gehen und dies umso weniger, weil wir ja hinlänglich wissen, daß es gerade diese Jahre gewesen sind!, sp denen bas Land Buchonien und die angrenzenden Landstriche ganz besonders unter den
6) Das auf der oberen Pille angebrachte Wappenbild von Frankreich- ist ein Gnadenreichen Ludwigs XII, daß er Pietro de Medici verliehen hatte.
7) Pisa, früher eine selbständige Republik, war erst 1509 nach seiner durch Hunger erzwungenen Uebergabe an Florenz und das aus ihm hervorgegangene Großherzogtum Toskana gekommen. Darauf deutet die Umschrift hin. Die Frage, ob auch noch weiter aus der Umschrift zu schließen ist, daß die Münze von der Stadt Pisa geprägt worden ist, muß. offen bleiben.