Nr. 3/4 ^^^^^^^^-^>L^^>^> Unsere kseimat ^^C^C^^t^^^^^^i^ Seite 163
Die Rückseite enthält einen nimbierten 2) einköpfigen Adler, dessen Herzschild die Wappen von Ungarn, Böhmen, Oesterreich-Altburgund und des Königs von Spanien enthält.
2. Ein Taler König Philipps II. von Spanien, aus dem Jahre 1557.
Aus der Schauseite findet sich das Brustbild des Königs und darunter die Jahreszahl 1557.
Die Umschrift lautet: PHS Dei Gratia HISPaniae ANGliae Z ? REX. Dux. BRabantiae. (Philipp, von Gottes Gnaden König von Spanien und England, Herzog von Brabant.)
Die Rückseite enthält, einem Andreaskreuz aufliegend, den gekrönten und von der Collane des Ordens zum goldnen Vlies 3) umgebenen Wappenschild des Königreichs Spanien. Das erste Feld dieses Wappens ist quadriert und enthält in Feld 1 und 4 das Wappen von Castilien, in Feld 2 und 3 das von Leon.
Das zweite Feld ist gespalten und zeigt vorn das Wappen von Aragonien, hinten das Wappen von Sizilien.
Das dritte Feld ist geteilt und zeigt oben das Wappen von Oesterreich, unten das Wappen von Alt-Burgund. Das 4. Feld ist ebenfalls geteilt und zeigt oben das Wappen von Neu-Burgund, unten das von Brabant. Unter dem Schild erscheint das goldene Vlies, zu beiden Seiten desselben je ein Glied (Feuerstahl) aus der Collane zu diesem Orden.
Die Umschrift lautet: DOMINUS. MIHI. ADIUTOR. Der Herr ist mir Helfer.
3. Neun kleinere Silbermünzen des Königs
Philipp II. von Spanien, (Abb. 7.)
die, in derselben Weise ausgestattet, nur Unterschiede in der Stellung des Brustbildes und der Umschrift zeigen.
Drei dieser Münzen stammen aus dem Jahre 1564. Auf ihnen ist das Brustbild des Königs nach links gerichtet. Unter dem Brustbild findet sich als Münzzeichen eine nach oben aus- gestreckte Hand zwischen der Jahreszahl 1564.
Die Umschrift der Schauseite und die Rückseite im ganzen entsprechen dem oben beschriebenen Taler.
Zwei weitere Münzen aus dem Jahre 1566 entsprechen den eben beschriebenen bis auf die Jahreszahl.
Eine Münze, die aus dem Jahre 1565 zu stammen scheint, weicht nur dadurch von ihnen ab, daß in der Umschrift auf der Schauseite statt BRabant GELdern steht.
Eine weitere Münze derselben Art aus dem Jahre 1566 hat als Münzzeichen ein Kreuz, ihre Umschrift auf der Schauseite lautet: PHS - Philippus Dei Gratia HISPaniae Z(?) REX. Dux IRS (?) . . . ISS (?)
Eine Münze aus dem Jahr 1572, die vollständig denen aus dem Jahre 1564 gleicht und endlich eine Münze ohne Jahreszahl, auf der das Brustbildnis des Königs nach rechts steht und in deren Umschrift es statt DVX. BRabantiae COMes HOLandiae, Graf von Holland, heißt.
Bemerkenswert ist noch bei einer dieser Münzen aus dem Jahre 1564, daß sie auf der Wappenseite einen ovalen tiefen, etwa linsengroßen Stempeleindruck zeigt, der einen nach rechts schreitenden Löwen erkennen läßt. Auf diese Weise hat anscheinend ein Machthaber, dessen Wappenbild ein Löwe war, seinerzeit diese Münze einfach zu seiner Landesmünze umgestempelt.
4. Zwei Schillinge der Königin Elisabeth von England 1558-1603. (Abb. 8.)
Sie zeigen auf der Schauseite das gekrönte Brustbild der Königin und die Umschrift: ELIZABETH Dei Gratia ANgliae FRanciae ET Hlberniae REGINA, zu deutsch: Elisabeth, von Gottes Gnaden Königin von England, Frankreich und Irland.
Auf der Wappenseite der Münzen findet sich ein genierter Wappenschild, bei dem die Trennungslinien in der Form eines unteren Pfeilendes bis zum Rande der Münze reichen.
Die Felder 1 und 4 des Wappens stellen das Wappen von Frankreich, 2 und 3 das Wappen Englands dar.
Die Umschrift lautet: POSUI. DEUm. ADIUTOREM MEUM Ich habe Gott zu meinem Helfer eingesetzt.
Als Münzzeichen findet sich bei einer der Münzen vor dem Worte POSVI eine Ente, bei einer anderen ein Kreuz, bei einer dritten eine Glocke und bei einer vierten die Figur eures kleinen Rechtecks mit einem Strich barun'er.
5. Zwei halbe Schillingstücke derselben Art, die im Großen und Ganzen den Schillingstücken gleichen; aber über dem Schild die Jahreszahl 1581 resp. 159. . führen. Das
Nimbiert - mit einem Nimbus (Heiligenschein) versehen.
3) Ueber den Orden vom Goldnen Vlies ist weiter hinten in den ge
schichtlichen Bemerkungen einiges gesagt.
Münzzeichen, ein Kreuz, ist nur bei einer dieser Münzen zu erkennen. Von besonderem Interesse ist bei diesen Münzen noch das Beizeichen der Königin Elisabeth, welches sich hinter ihrem Brustbild findet und die Tudor- Rose ') darstellt.
6. Ein halbes Guldenstück der Stadt Basel, von 1566. (Abb. 10.)
Die Schauseite der Münze trägt in einer vierpaßähnlichen ornamentalen Umrahmung den Wappenschild von Basel, in Silber einen schwarzen Bischofsstab. Die Umschrift lautet: MONETA. NOva. URBIS. BASILENSIS 1566. Neue Münze der Stadt Basel. Auf der Rückseite findet sich der Doppeladler, der auf seiner Brust einen Ring mit der Zahl 30 (- 30 Kreuzer) trägt. Ihre Umschrift lautet: DOMINE. CONSERVA. NOS. IN. PACE. Zu deutsch: Herr, erhalte uns den Frieden!
7. Zwei Taler Kaiser Ferdinands II. vom Jahre 1625. (Abb. 11.) B)
Auf der Schauseite der Münzen steht, erst von einem einfachen Linienkreis, dann von einem Perlenkreis umgeben Kaiser Ferdinand II. in voller Rüstung, mit den, Schwert an der Seite. Sein Haupt ist gekrönt; in der Rechten hält er das Szepter über die Schulter gelehnt, in der Linken den Reichsapfel. Die Umschrift lautet: FERDINANDUS. II. Dei Gratia Romanorum IMperator Semper AuGustus HungarR corum BOhemorum REX. (Ferdinand II., von Gottes Gnaden allezeit erhabener Römischer Kaiser, der Ungarn und Böhmen König).
Die Rückseite enthält in einem Perlenkreis den doppel- köpfigen und mit der Kaiserkrone gekrönten Adler, der auf der Brust den von der Collane des goldnen Vlieses umgebenen gekrönten Schild von Böhmen trägt. Die Umschrift lautet: ARCHlDux AUSTriae. DUX. BURGundiae MARchio MORaviae 1625. Zu deutsch: Erzherzog von Oesterreich, Herzog von Burgund, Markgraf von Mähren 1625.
8. Ein Taler der Stadt Nürnberg vom Jahre 1634. (Abb. 12.)
Der Taler zeigt auf seiner Schauseite die 3 Wappenbilder der Stadt Nürnberg in herzförmigen Kartuschen und die Jahreszahl. Die Umschrift lautet MONETA. ARGENTEA. REI. PUBlicae NORIMBERGiae. Silbermünze der freien Stadt Nürnberg.
Auf der Rückseite den einfachen nimbierten Doppeladler über dessen Köpfen die Kaiserkrone schwebt. Kreis und Rand sind verhältnismäßig breit und gerieft. Die Umschrift lautet: FERDINANDus II. Dei Gratia ROMANorum IMPERator SEMPER. AUGustus. Ferdinand II., von Gottes Gnaden allezeit erhabener Römischer Kaiser.
9. Ein Taler des Erzherzogs Maximilian III. vom Jahre 1618. (Abb 13.)
Die Schauseite enthält das nach links sehende Brustbild des Erzherzogs Maximilian III., Statthalters von Tirol und Hoch- und Deutschmeisters des Deutschen Ritterordens. Die Schultern sind vom Ordensmantel umhüllt, auf der Brust ruht das an einer Halskette hängende Ordenskreuz. In einer Lücke zwischen Figur und innerem Seilkreis stehen die Buchstaben C. O. Der breite Rand ist gerieft. Die Umschrift lautet: MAXIMILIanus. Dei Gratia. ARChidux. AUstriae: DUX. BURgundiae. STIRmarkiae. CARNtiae. Maximilian von Gottes Gnaden Erzherzog von Oesterreich, Herzog von Burgund, Steiermark und Körnten. Die Rückseite enthält von einem Seilkreis umgeben, einen mit dem Erzherzogshut gekrönten Wappenschild. Dieser Schild zeigt das Wappen des Hoch- und Deutschmeisters, ein schwarzes Kreuz, belegt mit einem goldenen Lilienkreuze, dem in der Mitte ein kleiner, goldner Schild mit schwarzem Adler aufgelegt ist. Zwischen den Armen dieses Kreuzes finden sich rechts oben das Wappen von Ungarn, links oben das Wappen von Böhmen; rechts unten die Wappen von Oesterreich und Alt-Burgund; links unten die ^Lappen von Tirol und Steiermark. Die Umschrift ist die Fortsetzung der Umschrift der Schauseite und lautet: ET. CARNtiae. MAGister. PRUSSIae ADeo? COMes. Hungariae ET. TIROlis. Zu
4) Ueber die Tudor-Rose wird in den geschichtlichen Bemerkungen ant Schlüsse noch einiges gesagt
5, Die beiden sich fast völlig gleichenden Taler entstammen verschiedenen Münzen, wie die von einander abweichenden Münzzeichen auf ihnen beweisen. Das einen Halbmond mit darüberschwebendem Stern darstellende Münzmeisterzeichen ist das des L. Hübmer v. Sonnleiken. Das andere, aus dem Oberteil eines Greifen gebildete Münzmeisterzeichen, hat noch nicht festgestellt werden können. Ein weiterer Unterschied findet sich bei den beiden Talern in der Umschrift der Rückseite wo bei der einen MAR bei der andern MOR als Abkürzung für Maravia resp. Llornvia-Mährerr steht.