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Nr. 3/4 Unsere Heimat ^i^c^^c^^c^^c^i^c^i^ Seite 159

geht und daß in den Zeiten, in denen sich das Neue nach- Kriegsende zum Leben emporringt, alle die, welche dem Guten im Neuen zum Siege ver­helfen wollen im eigenen Volke, in treuer Wacht und fleißigem Schaffen Schulter an Schulter w-er- den zusammenstehen müssen. Schon jetzt gilt's, vor­bereitende Arbeit in aller Stille zu tun; denn wir werden jedenfalls ärmer sein nachher an vielem, was wir vor Kriegsausbruch besaßen und was uns un­entbehrlich schien, und reicher an wahren Gü­tern.

Der Winter wäre ja nun soweit hinter uns. Die ersten Vorboten des Frühlings werden hoffentlich- gekommen sein, wenn dies Blatt hinausgeht. Es waren diesmal bitterkalte Wochen dabei, und die Kohlenhändler brauchten keine neu angekommenen Ladungen einzufahren. Sie gingen ab wie die Wecke vom Laden in brotkartenfreier Zeit, sobald der

große Arbeitslast bewältigen muß. Und bei aller Gegenwartslast wurde doch auch schon für des Jah­res arbeitsreichste Zeit vorgesorgt. Neben demHilfs- aussch-, der seit Kriegsbeginn in Schlächtern ar­beitet, ist im Februar ein Wirtschaftsausschuß ins Leben getreten, dem die Beschaffung von Hilfs­kräften für landwirtschaftliche Betriebe unb bergt zur Aufgabe gemacht ist. Er hat festgestellt, wer Hilfe braucht und wie sie geleistet werden kann, und arbeitet, geleitet von dem Gedanken, daß alle Last der Zeit gemeinsame Last ist, die mitzutragen jeder verpflichtet ist, der irgendwie kann. Müßige Hände, die arbeiten können, dürsten in den kommen- den Monaten unmöglich sein, besonders dann, wenn Saat unb Ernte rufen, zumal an letzterer doch auch alle teilhaben wollen. Daran, daß er stets wil­liges Gehör findet, wenn er bittet, zweifelt der Wirt­schaftsausschuß nicht. Es darf aber mit Bereitstel-

Wagen vor der Tür stand. Da die Saaten unter dichter Schneedecke geborgen waren, dürfen wir wohl hoffen, daß die Kälte ihnen nicht hat schaden können. Es war ein Winter, wie wir ihn lange nicht durchlebt haben; erst so naß, daß unsere Bergbäche zu Flüssen wurden und hie und da sogar die Keller inspizierten, und dann so streng, daß manche Schulen wegen Koh- lenmangels eine Zeitlang geschlossen wurden. Ja, wenn man mit Eiszapfen hätte Heizen können! Viel Eis auf ben Weihern blieb diesmal unbenutzt, zu­mal ja wohl auch viel Bier Heuer ungebraut blei­ben wird. Kurz: Es war gut, daß die Frostriesen nicht schon im November einmarschierten, sondern erst dann, als die Tagebegannen zu langen". Erfroren ist wohl daheim keiner. Aber leicht war's wahrhaftig nicht für die Verwaltungsbehörden, alles heil durch den Winter hindurchzusteuern, im Rathaus und Kreis­haus waren manche Arbeitsstuben die halbe Nacht hindurch- erhellt. Sogar den Oberflächlichen beginnt's zu dämmern, daß man dort gegenwärtig eine über»

lung von Hilfe nicht gewartet werden, bis die Arbeit auf den Nägeln brennt. Wenn die ersten Gräser hervorgucken, müssen wir diesmal sch-on wissen, wie und- von wem ihr Einbringen besorgt werden soll. Es darf nicht vorkommen, daß der eine, ohne um» zusehen, seiner Arbeit nachgeht, während die Frau des andern vergeblich- nach- Hilfe für rückständige Ar­beit umherspringt, die sie nicht bewältigen kann, weil ihr Mann oder ihr Sohn oder beide im ^elbe sind. Rechten Helfersinn haben auch- unsere Schul­kinder im Kreise betätigt gelegentlich der Lebens­mittelsammlung, um die der Heimalbund in seinem letzten Heimatblatt gebeten hatte. Da die Samm­lung bei Niederschrift dieser Zeilen noch- nicht beendet war, kann eine Zusammenstellung der reichen Gaben aus den einzelnen Gemeinden erst später erfolgen. Das war Sonnenschein in trüber Zeit, zu seh-en, wie man in den meisten Orten willig, ja fröhlich gab. Die Hanauer haben im Auto ihr Teil geholt, die Frankfurter bekamen's in großen Kisten. Wir