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Gedankengang des Schlüchterner Bürgermeisters ge= Wesen sein, als er beizeiten 400 Zentner Kohlraben einkaufte, als die Kartoffelernte so schmalgesich- tig in unsere Keller hinein lugte und den kommenden Kohlrabenschwestern im Gerüst Platz genug übrig ließ.
Unsere Aeltesten können das Ende des weiter - schütternden Krieges nicht abwarten ; der Tod vergißt bei seiner grausigen Arbeit draußen keinen der Daheimgebliebenen ; wenn seine Zeit kommt, hat er unhörbar, bald hier, bald da, fast unmerklich einen Müden gebettet. Zwei Lehrerveteranen haben die Friedensglocken eher geläutet als sie uns erklingen werden: Kantor Allvater in Heuba ch, stets eifriger Pfleger der Heimatbundbestrebungen, wurde, hochbetagt, am 1. Advent zu Grabe geleitet. Ihm folgte am 1. Weihnachtsfeiertage der Kantor Schreiber in Hohenzell, der gleichfalls ein hohes Alter erreicht hat. Wenn alte Lehrer und Erzieher heimgehen, bann wacht bei Hunderten oder gar Tausenden von Menschen, ihren Schülern und deren Eltern, die Kindheit wieder auf, die mit den Lehrern unlösbar verbunden ist. „So war er und das und dies haben wir ihm zu verdanken oder zu verdenken!" Dann verstummen für kurze Zeit die
Kriegsgespräche, und der Geist des Alten geht leise an den Tausenden vorüber — anerkennend, mahnend, strafend.
Schon hebt sich bei Klöpfel der Gebetsglocke zum Stundenschlag in's Neue Jahr. Wir fühlen es als Gewißheit: D a s I a h r 1 9 17 m u ß d e n Frieden bringen! Wir und unsere Nachfahren werden es feiern, wie einst das Erlösungsjahr 1648 gefeiert worden ist. Dreißig Jahre hat damals die Menschheit geharrt unb gehofft, und 9/10 der Hoffenden haben den Tag der Erlösung nicht schauen dürfen. Hunger und Pestilenz hatten unser Vaterland in eine Wüste verwandelt, nachdem das Schwert die Männer und Jünglinge vertilgt hatte. Wir stehen erst im dritten Jahre des Krieges. Schweres haben wir getragen. Aber noch ist die deutsche Erde frei vom Feinde. Wir bestellen unser Feld wie im Frieden, wir lernen uns bescheiden, wir firib willig, noch Schwereres zu tragen, wenn es zur Rettung des Vaterlandes nötig erscheint, ohne zu murren und zu jammern. Mit diesem Gefühl schreiten wir über die Zeitgrenze. Mit offenen Augen und klaren Blik- ken, mit gestrafften Leibern unb mit starken Seelen:
Mit Gott ins Neue Jahr!
F. Walther.
Kriegsgefangene im Kreise Schlüchtern. Phot. v. Ph. & W. Freund.
Johann Joachim Weitzel und warm de Pries, zwei Wohltäter Schtüchterns.
Von Georg Flemmig.
Fortsetzung.
rtikel 28 der Weitzelschen „Vorschrift" handelt tungsfest tätig, um festzustellen, wessen Acker auf von Landbau-Aeliesten und ihrenPflich- Schlüchlerns Flur diesmal die schönste Frucht ge- ten. Diese Leute sind jährlich in Schlüchtern tragen oder wer das schönste und beste Stück Vieh vor Beginn der Ernte und vor dem Weitzel'schen Stift gezüchtet. Weitzel betont, daß man zu diesem Amte