Einzelbild herunterladen
 
  

1031

Gemeinnützige Nachrichten

Erfahrungen über Drillkultur im Jahre 1866.

(Fortsetzung.)

Die Bestimmung der richtigen Saat­quantität für Drillsaaten hat ihre Schwierigkeit, da Lage und Bonität des Bodens, sowie andere Umstände hierbei von Einfluß sind. Jedenfalls ist es, wie schon oben erwähnt, nicht zweckmäßiger, erhebliche und weit über 25 Prozent der ortsüblichen Breitsaat gehende Saatersparniß eintreten zu lassen. Nur bei Lupinen scheint eine Saatersparniß, die in manchen Fällen gegen Breitsaat über 50 Prozent betrug, nicht nur nicht schädlich, sondern für den Ernteertrag an Futter und Körnern von sehr gün­stigem Einfluß gewesen zu sein.

IV. Der Stand der gedrillten Saaten wird im Allgemeinen in allen Berichten als ein sehr guter, ja vorzüglicher geschildert und der Unter­schied gegen Breitsaat als ein erheblicher bezeichnet. Im Besonderen wird angeführt, daß die Saaten trotz der anhaltenden und ungewöhnlichen Dürre des vorigen Jahres einen frischen und kräftigen Stand zeigten und beibehielten, während Breitsaaten zum Theil verschienen oder eine gelbliche und röth- liche Farbe hatte». Das gedrillte Getreide ging rascher und gleichmäßiger auf, als das breitwürfig gesäete, man konnte deshalb später mit der Saat beginnen; die einzelnen Pflanzen bestockten sich besser und trieben kräftigere Halme, deshalb war weniger Lagergetreide; die Aehren waren vollständiger und länger und das Korn selbst vollkommen ausgebildet. Es wird wiederholt bestätigt und als festgestellt an­genommen, daß bei nicht zu weit getriebener Saat­ersparniß, der Strohertrag bei Drillsaaten nicht

geringer gewesen sei als bei Breitsaaten, und ein Bericht erwähnt, daß er um 1 größer war. Wenn­gleich verschiedene Berichte den Nachtheil einer zu weit gehenden Saatersparniß beweisen, so wird doch von anderen auch hervorgehoben, daß dieselbe eine desselben die Drillkultur in ihrer weiteren Vev sehr erhebliche, bei Lupinen eine außergewöhnliche breitung und Anwendung gefördert wurde.

sei. , (Fortsetzung folgt.)

Hinsichtlich der verschiedenen Früchte wird hervorgehoben, daß Weizen in Qualität und Quantität hervorragend war, einen Mehrertrag von 24 Scheffel pr. Morgen und ein stärkeres und härteres Stroh lieferte als Breitsaaten, die ein leichteres Korn und ein weicheres, krautiges Stroh gaben. Bei'm Roggen wird kräftiger Halm und längere Aehren gerühmt, bei Gerste dichter Stand und Mehrertrag. Hafer, wenn» er auf leichteren Boden nicht zu weit (6z Zoll) und mit zu großer Saatersparniß (beispielsweise in 16 Metzen gegen 28 Metzen ortsübliche Breitsaat) gedrillt wurde, gab ein vorzügliches Korn. Erbsen gedrillt zeigten ein kräftigeres Wachsthum als breitwürfig gesäete,

Gold- und L

^ilberkouro.

Preuß. Friedrichsd'or . .

V

9 57j-58|

Preuß. Kassenscheine . .

V

1 44^451

Pistolen......

. fl.

9 48-50

Holl. 10fl.-Stücke . .

. fl.

9 5355

Dukaten ......

5 37-39

20 Frankenstücke . . .

w

9 29-*30j

Engl. Sovereigns . . .

11 5458

Ruff. Jmperiales . . .

. fl.

9 49-51

Gold pr. Zoll-Pfd. fein .

- -

5 Frankenthaler ....

Diverse Kassenanweisungen

Dollars in Gold . .

3

2 27 j28).

gaben aber bet 12 Metzen Aussaat einen besseren Ertrag als bei 8 Metzen. Serradella und Mohrrüben in Drillsaat lohnten gußergewöhnlich, erstere gab pro Morgen 2 vierspännige Fuhren und es waren einzelne Pflanzen 41 Fuß lang; letztere ertrugen über 300 Scheffel pro Morgen, wahrend mit der Hand in Reihen gesäete nur 235 Scheffel brachten. Gedrillte Futterrüben liefen gleich­mäßiger auf als breitwürfig gesäete und gaben 200 Ctr. Ertrag; die Rüben selbst waren sehr gut und gesund und hatten ein kerniges Fleisch. Die Drill­saat von Mais ergab eine große Ersparniß an Handarbeit, wenn auch etwas mehr Saatgut ge­braucht wurde. Der gedrillte Rothklee war sehr gut bestanden und selbst der Stand des breitwürfig gesäeten Klee's unter gedrillter Gerste wird als besser bezeichnet als der in breitwürfig gesäeter Gerste. Ganz außerordentliche Erfolge werden von dem Drillen der Lupinen berichtet, die, wie ge­rathen wird, man fortan nur drillen sollte. Sie zeichneten sich, trotz der geringen verwendeten Saat­quantitäten (461 Metzen statt der ortsüblichen Breitsaat von 1218 Metzen), außer gleichmäßigem Aufgang, durch einen kräftigen Stand der Pflanzen, durch gleichzeitiges Blühen und, was besonders wichtig, durch gleichzeitiges Reifen und brillanten Körneransatz aus, der von einem Berichterstatter auf 810 Scheffel pro Morgen geschätzt wurde.

V. Die allgemeinen Urtheile über den Viktoriadrill lauten von 46 Berichterstattern ohne Ausnahme sehr günstig. Hervorgehoben werden, in Anerkennung der richtigen Grundidee, als seine Hauptvorzüge: die sehr vereinfachte Konstruktion, das geringe Gewicht und die dadurch bedingte be­queme Handhabung, sowie endlich sein billiger Preis. Es wird ferner mehrseitig bemerkt, daß der Viktoria­drill vollständig dasselbe leiste, als die komplicirten, schweren und theuern englischen Drills, und daß er selbst in bergigen Terrains regelmäßig arbeitet. Die

empfehlenden Aeußerungen über diesen Drill lassen es nicht mehr in Zweifel, daß durch die Konstruktion