Einzelbild herunterladen
 

Polizeiliche Nachrichten.

Nr. 43. Hanau am 21. Oktober 1867.

Vergehen und Verbrechen.

429. Hanau. Vom 29. auf den 30. v. M. sind in Nr. 6 der Philippsruher Straße 2 Linden- stämmchen durch Messerschnitte und durch Abschälen der Rinde sehr stark beschädigt worden.

Spuren, welche zur Ermittelung des Thäters führen, sind bei dem Unterfertigten anzuzeigen.

Hanau am 4. Oktober 1867.

Sunkel, Baukommissar.

Spuren zur Ermittelung der Diebe und der gestohlenen Gegenstände vor deren Ankauf ge­warnt wird sind entweder dahier oder bei der nächsten Polizeibehörde anzuzeigen.

Hanau am 23. Oktober 1867.

Der Königliche Polizeidirektor Cornelius.

Fahndungsschreiben und Steckbriefe.

430. Hanau. In der Nacht von gestern auf heute sind in den Nummern 399, 400 und 401 der Windecker Straße bei Bruchköbel fünf Stück Aepfelstämmchen frevelhafter Weise abgebrochen worden.

Alles, was zur Ermittelung des Thäters führen kann, ist bei dem Unterfertigten anzuzeigen.

Hanau am 16. Oktober 1867.

Sunkel, Baukommissar.

431. Polizeidirektion zu Hanau. Angeblich entwendete Gegenstände:

Frankfurt a. M. Am 9. d. M. Ein grauer, leichter Paletot, mit glattem, schwarzem Futter und äußeren Seitentaschen; 1 rothseidenes Taschen­tuch, C. F. gez.

Am 14. d. M. Eine goldne Ankeruhr, Nr. 5674, auf deren Rückseite ein Hundskopf gravirt ist, der Bügel fehlt.

In der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober- würden mittelst Einsteigens gestohlen: ein dunkler, wenig weiß melirter Paletot mit schwarzseidenem Futter; ein Rock mit Seitentaschen und Patten von ähnlichem Zeuge wie ersterer; ein alter, dunk­ler Hausrock; zwei weißleinene Taschentücher, A. C. 12 gez.; ein Paar braune, gewebte Hand­schuhe; ein Taschenetuis mit chirurgi­schen Instrumenten (darunter silber- ner weiblicher Catheder und Höllen-- steinträger mit goldenem Ansatzrohr); ein Nähetuis in Form eines Portemonnaies von hellbraunem Leder mit Stahlbügel;

Am 16. d. M. Ein Etuis mit goldner Broche und zwei Bouton's mit schwarzen Steinen, in der Mitte eine weiße Perle, ein Medaillon, schwarz emaillirt, Anker mit weißen Perlen u. 1 Smaragd.

Hanau. Am 17. v. M. wurde von einer Hausthür; der Messingdrücker und das Schloß abgerissen.

32. Frankfurt. Die unten signalisirten angeblichen : H. Löwen b er g u. Oskar Fr e ib erg von Ber- lin haben Ersterer am 12. in Mainz einen polnischen Pfandbrief von 750 Rubel verkauft, Letzterer einen gleichen Pfandbrief und einen von 150 Rubel am 18. Oktober hier angeboten, sich sodann aber schleunigst entfernt. Der in Mainz veräußerte und der hier angebotene Pfandbrief gehören beide zu den am 10. Juni 1863 in Warschau gestohlenen Pfandbriefen (im Ganzen für 3 Millionen 500000 Rubel).

Um Fahndung, insbesondere auch Benachrichti- tigung der Banquiers und Wechsler, wird ersucht.

Frankfurt a. M. am 19. Oktober 1867. Königliches Polizeipräsidium.

Signalement

des Löwenberg: 38 Jahre, groß und kräf­tig, schwarze Haare und Bollbarst elegante Klei­dung, diverse Ringe, Cylinderhut.

des Freiberg: 3540 Jahre, mittlere Größe und Statur, eingefallene Wangen, helle, gelbliche Haare, großer, starker, rother Schnurrbart, dicker, dunkeler Winterrock, Cylinderhut.

Wird veröffentlicht.

Hanau am 23. Oktober 1867.

Der Königliche Polizeidirektor Cornelius.

433. Schlüchtern. Um Verhaftung der Dienst­magd Elisabeth Backes aus Breitenbach, welche ihren Dienst bei Bauer Johs. Schmidt zu Niederzell eigenmächtig verlassen hat, im Be- tretungsfalle und Zuführung durch die Gendarmerie wird ersucht

Schlüchtern am 15. Oktober 1867. Königliches Landrathsamt.

v. Wolff.

434. Hanau. Steckbrief gegen Wilhelmine Alt­stadt ledig, von Keffelstadt, Zwecks Vollziehung einer gegen dieselbe wegen Diebstahls und Be-