Seite 84 sssss>Ä><ss>s>Ä>L>Ä>s>Ä>s>ss>s>-SÄ>s> Unsere Heimat ®<acs>‘si‘®<s®<ä>'s>®®<s>®<®®‘s><s>®4s®®® Nr. g
Sitz mit Tierfellen belegt, mit dicken Geweben oder Teppichen bespannt, oder auch gepolstert war. Auch Stühle zum Zusammenklappen gab's, die sog. Falt- stühle, aus welcher Bezeichnung die Benennung Feld- stuhl entstanden sein mag. Zn alten Schlössern und Burgen finden sich sogar noch an Wänden und in Fensternischen festgemauerte steinerne Sitze, die bei der Benutzung mit Kiffen aus oft kostbaren Stoffen belegt wurden.
In der Neuzeit werden wieder, wie früher, Gracht- stühle in den eigenartigsten Formen und in reichster Ausführung hergestellt. Was Wunder, wenn solch ein altmodischer Großvaterstuhl in einer modernen Haushaltung verpönt ist! Und doch, sollte nicht trotzdem in irgend einer Ecke eines jeden Hauses ein Sorgestuhl zu finden sein? Ein Stuhl, auf dem sich ein sorgenvoller Vater, eine kummerbedrückte Mutter oder irgend ein anderes leidgequältes Familienglied so manchmal niederläßt, um sein Sorgenbündel aufzuschnüren und seufzend wieder zusammenzupacken, wenn sich keine Hoffnung auf dessen Erleichterung zeigt? Solch ein Sorgestuhl mag wohl mit der Zeit insofern fortgeschritten sein, als er seine ursprüngliche Gestalt nach den Forderungen der Gegenwart um« gewandelt hat und nun als hochmoderner, vielleicht kostbarer Stuhl in der Prunkstube steht. Er hat sich wohl gar in ein Samt- oder Seidenkleid geworfen, weist reichgeschnitzte Armlehnen auf und verschönt als „Fauteuil" unter welchem Namen der ehemalige
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schlichte Deutsche Faltstuhl in veränderter Gestalt uns auch Frankreich wieder zugeführt wurde — den „Salon" der Vornehmen und die „gute" oder „Sonntagsstube" des Mittelstandes.
So leicht sieht's niemand dein Prachtstuhl an, daß er eigentlich ein Sorgestuhl ist. Gewöhnlich wird die Bedeutung solch eines verkappten Stuhls vor den Augen Fremder sorgfältig zu verhehlen versucht. Aber ein „Wissender" findet ihn mit sicherem Blicke doch heraus, sei jener nun, um die Sache unauffälliger zu machen, „auf Prahl" gestellt, oder vorsichtig in eine Ecke gerückt.
Es gibt Leute, die mit ihren Sorgen — oft find's freilich nur eingebildete oder durch Furcht und Phantasie vergrößerte — besonders auch in Krankheitsfällen, geradezu „Staat machen". Sie laden sozusagen dazu ein, sich mit ihnen in ihren Sorgestuhl niederzulassen und halten den Widerstrebenden auch noch ungebührlich lange darin fest.
Und wer weiß, wie viele Sorgefaltstühle, von andern ungesehen, Sonntags mit ins Gotteshaus getragen und dort benutzt werden, weil sich's da meist bester darauf sitzen lasten soll als daheim. Wie mancher Vater und manche Mutter mag, von: Gram schier zerdrückt, oft hinter einem Pfeiler den Sorgestuhl aufstellen und darauf seufzen und schluchzen!
Za, einen Sorgestuhl gibt's gewiß in jedem Haus, und auch in Palästen soll er zu finden sein, oft sogar unter dein Purpurbaldachin eines Thronsaals.
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yeimatpost.
Alle Gesangvereine des Kreises werden herzlichst gebeten, beim Einüben des „Hessenliedes" bod) die Komposition von Davin (Verlag: Direktor Hopf in Herborn) verwerten zu wollen. Sie ist schöner als alle andern und unsere Heimatweise. Auch in unsern ödjulen sollte man keine andere als die Davin'sche Melodie üben. Können muß unser Hessenlied aber jedes Kind. Bei einem Heimatfest soll das Lied in ge- waltigem Chor erklingen. Also an die Arbeit!
Der Heimatbund stellt den Ortsgruppen für die Heimatabende folgende Vorträge zur Verfügung:
Untergegangene Ortschaften im Kreise (Rektor Maldfeld).
Bor hundert Jahren «Landrat Balentiner).
Die Pflanzenwelt unserer Heimat (Pfarrer Seyd).
Deutsche Krieger in Südwestafrika (Dr. Frick).
Geheime Miterzieher, die Familie (Direktor Kolbe).
Ein verachtetes Kleinod. (Heimatliebe). Der deutsche
Sonntag (Lehrer Flemmig).
Deutschtum im Auslande (Seminarlehrer Geisel).
Die Generalversammlung des Heimatbundes, in der Herr Regierungs- und Schulrat Dr. Grau aus Wiesbaden über „Großstadt und Land" sprach, fand am 26. Oktober in Schlüchtern statt. Der Vortrag wird in einer der nächsten Nummern von „Unsere Heimat" veröffentlicht werden. Als Vorstand und Helfer wurden für die nächsten drei Jahre (1913—1915) folgende Herren gewühlt bezw. wiedergewählt;
Medizinalrat Dr. Cauer, Kgl. Kreisarzt,
Balentiner, Kgl. Landrat,
Vorsitzende.
Geisel, Kgl. Seminarlehrer, Flemmig, Lehrer, Schriftführer.
E. Weichel,
Barthelmes, Landesrentmeister, Kassenführer.
Als Beisitzer: Albrecht, Bürgermeister. N. Basermann, Weißbindermeister. Berta, Bürgermeister a. D. Dr. Freuden- thal, prakt. Arzt. Dr. Frick, Rektor. Kolbe, Kgl. Seminardirektor. Orth, Superintendent. Römheld, Pfarrer in Steinau. Pater-Pastor Schumacher in Salmünster. Maldfeld, Rektor in Steinau. Schultheis, Kgl. Kreissekretär. Seyd, Pfarrer in Elm. Schlingloff, Spenglermeister. Hebel, Kgl. Forstmeister.
Helfer:
In Breitenbach: Lehrer Zipf.
„ Elm: Pfarrer Seyd.
,, Gundhelm: Bürgermeister Siemon, Lehrer Traudt.
„ Hütten: Postagent Müller.
,, Herolz: Pfarrer Richter.
,, Hintersteinau: Lehrer Naumann.
,, Reinhards: Lehrer Müller.
,, Wallroth: Pfarrer Frischkorn.
,, Kressenbach: Lehrer Jordan.
,, Vollmerz: Lehrer Euler.
„ Ramholz: Pfarrer Freund.
„ Hinkelhof: Lehrer Pauli.
„ Weiperz: Lehrer Buch.
„ Ahlersbach: Lehrer Schreiber.
„ Hohmzell: Bürgermeister Kolb.
„ Niederzell: H. Börmr.
„ Bellings: Lehrer Ulrich.
„ Marjoß: Pfarrer Frankenberg.
,, Seidenroth: Lehrer Oetzel.
„ Marborn: Kuratus Lecher.
„ Romsthal: Dechant Atzert.
„ Kerkersdorf: Bürgermeister Weber.
„ Ulmbach: Pfarrer Hild.
„ Uerzell: "Bürgermeister Schleich.
,, Salmünster: Pater Pastor Schumacher.
,, Steinau: Lehrer Stück.
,, Sterbfritz: Bürgermeister Blum.
„ Breunings: Lehrer Zinkhan.
,, Neuengronau: Lehrer Edeling.
,, Altengronau: Hauptlehrer Dillenburger.
,, Joffa: Lehrer Schmidt.
,, Mottgers: Pfarrer Ehringhaus.
„ Weichersbach: Lehrer Klarier.
,, Schwarzenfels: Kantor Freund.
„ Züntersbach: Bürgermeister Zirkel.
,, Oberzell: Hauptlehrer Zeller.
„ Heubach: Kantor Altvater.
„ Uttrichshausen: Lehrer Kertel.
„ Oberkalbach: Pfarrer Wolpert.
9Us Manuskript gedruckt: Frankfurter Bereiusdruckerei S. m. b. H., Frankfurt a. M. Schriftleiter: Lehrer Flemmig in Schlächtern
Verlag des Heimatbundes in Schlüchtern.