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Wer seine Heimat liebt, muß sie auch verstehen; wer sie aber verstehen will, muß überall in ihre Geschichte zu dringen suchen.

Jakob Grimm.

Laßt mir nur der Heimat Glück.

Geibel.

5. Jahrgang

Schlächtern

Nummer 1

herzlichen Heimatgruß

allen Freunden unserer Sache! Nachdem der erste Band von ,,Unsere Heimat" abgeschlossen vorliegt, be­ginnt mit dieser Nummer die zweite Folge unserer Heimatblätter. Diejenigen, welche unserem Heimat­bunde bei seiner Gründung vor 4 Fahren eine gar Kurze Lebensdauer voraussagten und fragten, ob wir mit ,,U. H." über die dritte Nummer hinauszukommen gedächten, dürften sich zu unserer großen Freude geirrt haben. Unser Bund wächst stetig. Seine Mitglieder­zahl wird 800 in diesem Fahr sicher überschreiten. Wir würden längst über die 1000 hinaus sein, wenn wir auf allen Dörfern unseres Kreises so tatkräftige, willige Helfer besäßen wie in den Städtchen. Vielleicht sind dieselben aber auch dort vorhanden, und sie und ihre Wirksamkeit sind von uns nur deshalb nicht erkannt worden, weil wir seither unsere Mitteilungen derSchl. Zeitung" mit auf den Weg gaben. So hatten viele an den Gaben unseres Bundes und den Früchten seiner Arbeit teil, ohne auch nur das geringste Opfer zu bringen. Fn Zukunft erhält nur derjenigeUnsere Heimat", der dem Kassenführer (Herrn E. Weichet in Schlächtern) seine Mitgliedschaft anmeldet. Vermittler unserer Blätter sind im Kreise unsere Helfer; den Namen des zuständigen kann man in jedem Schul- und Pfarrhaus erfragen.

Unsere Arbeitsziele bleiben dieselben. Wir wollen Heimatsinn pflanzen und pflegen, die Geschichte unserer engeren Heimat erforschen, ihre Kenntnis verbreiten und jebem schädlichen fremden Geist, der kostbare Heimatwerte zu vernichten droht, mit aller Kraft wehren. Wir können nicht schweigend mitansehen, wie man durch Verschleppung und Vernichtung wert­voller Erbstücke in Haus und Hof und von Denkmälern aller Art aus alter Zeit unsere Heimat schädigt und durch Sterbenlassen guter, alter Sitten und frommen Brauchs den Kommenden das Erbe der Väter schmälert. Die kirchliche Sitte erscheint uns als das Rückgrat guter anderer unb das Festhalten am Glauben der Väter als eine Bürgschaft für eine gute Zukunft und u. a. auch als eine Quelle des Fleißes, des Friedens und wahrer Freude. Wir wollen nach wie vor warnen vor einer Abwanderung in die Großstädte und der unbesonnenen, leichtfertigen Auslieferung unseres Fung- volkes an diese. Wie nötig das ist, bestätigt uns fast jeder neue Tag. Hören wir doch nicht allein von solchen Kindern unserer Heimat, die in der Fremde ohne Halt zugrunde gingen, sondern kürzlich auch von Seelenverkäufern auf unseren Dörfern, die unseren Landkindern wissentlich Stellen vermitteln, wo sie ver­loren gehen müssen. Wir möchten dazu beitragen,