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Unsere Heimat

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Wer von ihnen vor 30 Zähren die Zustände unseres Kreises auf diesem Gebiete gekannt hat, dem mag das Wissen hiervon schwer auf der Seele gelastet haben, wenn er an seine arme Heimat dachte. Wie erstaunt mag er sein, wenn er die Wandlung sieht, die einge­treten ist! Und zwar verdankt man das einem Gesetz und dem glücklichen Umstände, daß das Gesetz auf Menschen traf, die verständnisvoll seinen Geist erfaßten und den Weg schritten, den es bahnen wollte.

Wir wollen auch nicht vergessen, das hinter dem allen ein noch viel Wichtigeres steht, die Entlastung der Gewissen gegenüber den hilflosen Kranken, deren

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Not in manchem Kämmerchen unserer abgelegenen Dörfer einst vergeblich zum Himmel schrie.

Nun entbindet aber freilich das, was bisher geschehen ist, nicht von weiteren Verpflichtungen: Noch manches Gebiet dieser Art liegt brach, das beackert werden müßte. Hier den Pflug einzusetzen, unb mit fester und sicherer Hand zu führen, ist die Pflicht aller, welchen das Ge­schick Amt und Einfluß in Kreis, Gemeinde oder Kirche yerliehen hat. Es wird aber nur dann ge- lingen, wenn immermehr von dem Geiste in die Herzen der einzelnen hinüberspringt, den das Wort atmet:

Einer trage des anderen Last,

So werdet Zhr das Gesetz Christi erfüllen."

Das Gemeindehaus in THarjoß. (Nach Photographie von freund, Schlüchtern.)

Die Gememöepftegestationen im Kreise Schlüchtern.

von Sandrat valentiner.

Wer da glaubt, daß vollauf für die Krankenpflege in einem Kreise geschehen sei, wenn gut eingerichtete Krankenhäuser in genügender Zahl und dazu tüchtige Ärzte vorhanden sind, der täuscht sich. Gewiß ist da­mit schon viel getan. Aber es giebt noch ein anderes, nicht minder wichtiges Gebiet der Krankenpflege. Das ist die Tätigkeit der ausgebildeten Kranken­schwester in Dorf und Stadt, von Haus zu Haus. Ls bedarf nicht jeder Kranker gleich der Be­handlung in einem Krankenhause. Auch werden viele Leute den begreiflichen Wunsch hegen, ihre Krankheit daheim zu überstellen oder ihre leidenden Angehörigen, zumal Kinder, zu Hause zu pflegen. Namentlich, wer keiner Krankenkasse angehört, wird aus verständlicher Sparsamkeit die Kosten des Aufenthaltes in Kranken­häusern vermeiden und sich lieber die Last der Krankheit in den eigenen vier Wänden aufladen wollen. Dies kann bei gewissen leidenden Zuständen ein großer

Fehler fein und sich als das Gegenteil von Sparsamkeit herausstellen, wenn nämlich die Krankheit durch falsche Behandlung oder Wartung sich verschlimmert und verlängert. Aber man muß nun einmal damit rechnen, daß sich niemand leicht von Heim und Familie trennt. Auch giebt es ja taufende von Fällen, wo die Heilung ebensogut zu Hause erzielt werden kann. Lines aber ist dazu erforderlich: eine verständige pflege. Daran fehlt es nur allzuoft. Wo Spinnweben noch auf Wunden gelegt werden, damit sie schneller heilen, und wo beim Linkehren der Influenza die Medizin vom letzten Typhus- fall vom Kaminbrett geholt wird und aufgebraucht werden soll, da ist man noch himmelweit entfernt von den Anfangsgründen der richtigen Krankenpflege. hier ist das eigentlichste Tätigkeitsgebiet der Krankenschwester oder, wie man bei uns sagt, der Gemeind es ch wester.

Die Gemeindeschwester ist in den evangelischen Ort­schaften des Kreises entweder eine Diakonissin aus dem