Nr. 6 ®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®® Unsere Zeitnot ®®®®®@®®®®®®®®®®®®®®® Seite 63
Terrazzo- und Asphalt-Arbeiten: Gebr. Dececco & Ferrari», Bad Nauheim
Operationssaalfenster: G. Donges, Darmstadt.
Treppenbeläge. Ernst Zehrlaut, Mainz.
Marmorarbeiten: Bercher & Gerhäuser, Altengronau, Kreis Schlächtern.
Installationsarbeiten: Bamberger, Leroi & Co., Frankfurt a. M.
Elektrische Beleuchtungs-, Klingel- und Telefonanlage: K. Hart- mann, Darmstadt.
Kabelzuführung für die Licht- und Kraftanlage: Städtisches Elektrizitätswerk Schlüchtern.
Heizungsanlage : Bechem & Post, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
Speisenaufzug: H. Horn Söhne, Wiesbaden.
Röntgen, Instrumente, Bettstellen, Nachttifchchen und Operations- saaleinrichtung: P. H. Stoß Nachfolger, Wiesbaden.
Kochherdlieferung: Gebr. Rüder, Darmstadt.
Wäschereianlage: 3. A. John, Jlversgehofeu bei Erfurt.
Heilbäder-Einrichtung: P. A. Stoß, Wiesbaden.
Bamberger, Leroi & Co., Frankfurt a. M.
Borhänge: H. Pauli, Schlüchtern.
Möbellieferung: F. Rudolf, Schlüchtern.
S. Strott, Schlüchtern.
L. Heinbuch, Schlüchtern.
Chr. Bieg, Hanau.
Alsfelder Möbelfabrik, G. m. b. H., Alsfeld.
Beleuchtungskörper: K. A. Seifert, Mügeln bei Dresden.
M. Ekert's Nachfolger, Darmstadt.
Stog & Schlee, Stuttgart.
Bettmatratzen: Heinsins & Sander, Cassel.
Bettzeug: L. Schuhmacher, Frankfurt a. M.
Küchenwäsche: Frau A. Steinmeyer, Schlüchtern.
Bettdecken, Tischvorlagen: Elvers & Pieper, Wiesbaden.
Plattenarbeiten: 3. Kienzle, Darmstadt
Linoleumunterboden: Lorenz 3ohel, Schlüchtern.
Salubralieferung: Salubra A.-G-, Grenzach (Baden).
Tapetenlieferung: 3- Jungmanns Nachf., Frankfurt a. M.
Kabelzuführung für die Telephonanlage: Kaiserliches Postamt Schlüchtern.
^
heimisthe Krankenpflege in vergangenen Tagen.
I. Das Moster-Hospital in Schlüchtern.
ie aus dem 6. Jahrhundert stammende Regel des heiligen Benedikt von Nursia machte es den Mönchen zur besonoeren Pflicht, sich der armen und kranken Pilger anzunehmen und iijiien Pflege in der Not zu gewähren.
Kein armer Wanderer klopfte daher vergebens an die Pforte eines Benediktiner-Klosters. Gestärkt durch Speise und Trank unb mit einem reichlichen Almosen versehen, konnte er seinen Weg fortsehen, wenn er gesund und wegfähig war. Doch wie mancher von denen, die einsam durchs Land pilgerten, war schwach und hilflos, wenn er an der Klosterpforte aupochte.
Um auch biefen kranken und wegmüden Pilgern wirksame Hilfe leisten zu können, entstanden in den Klöstern schon frühzeitig, zunächst in der Nähe der Pforte, besondere Nebengebäude, die der vorübergehenden Beher- bergung und Pflege dieser Hilfsbedürftigen dienten.
Saneben unterhielten die alten Klöster in der Regel noch ein Krankenhaus für die eignen Klosterangehörigen, die „Infirmaria", sowie getrennt davon ein sog. Hospital, in dem eine bestimmte Anzahl Bedürftiger Pflege und Unterhalt bis an's Lebensende fanb. (Uhlhorn II pag. 73 u. 76.)
Oft war es in den weniger bedeutenden Klöstern ein Gebäude, das diese den drei verschiedenen Zwecken dienenden Einrichtungen in sich vereinigte und das man dann gemeinhin mit dem Namen Hospital oder abgekürzt Spital zu bezeichnen pflegte. (G. Nahinger p. 250 ff). 9m alten Benediktinerkloster zu Schlüchtern findet sich zuerst für das Jahr 1274 eine Pilgerherberge urkundlich bezeugt.
9n diesem Jahre verkaufte Abt Konrad das vor dem Kloster, dicht an der vorbeiführenden Landstraße liegende „domus hospitum", die Pilgerherberge, samt der mit ihm verbundenen bem hl. Lorenz geweihten Kapelle an Reinhard von Hanau, nachdem dieser zugestanden hatte, auf dem erkauften Grund unb Boden ohne Zustimmung des Abts keinen burglichen Bau aufführen zu wollen. (Reimer Hau. Urk. I 488).
Welcher Grund das Kloster damals veranlaßt hat, seine alte Pilgerherberge zu verkaufen, geht aus der betr. Urkunde nicht hervor.
Doch wird man soviel ungezwungen annehmen dürfen, daß dieser Verkauf schwerlich erfolgt sein würde, wenn
nicht dem Kloster innerhalb seines eigentlichen Bezirks ein neuerbautes und zweckmäßiger gelegenes „domus hospitum" als Ersatz für das verkaufte damals zur Verfügung gestanden hätte.
Leider läßt sich den noch vorhandenen Klosterurkuuden nichts entnehmen, was direkt mit bem Bau und der frühsten Geschichte dieses neuen „domus hospitum" oder Hospitals, welcher Name sich allmählich für derartige Anstalten eingebürgert hatte, in Beziehung gebracht werden kann. Wir sind daher nur auf Vermutungen angewiesen.
Man wird aber wohl schwerlich fehlgehen, wenn man in dem 1358 zuerst urkundlich erwähnten „Spital vor der capeln sende Kathrin" in Schlüchtern, dem Hans von Aldeuburg bamals im Hinblick darauf, daß die meisten seiner Vorfahren im Kloster Schlüchtern ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten, Vogteirechte auf 6 Güter in Schlüchtern verkaufte, deu Ersatz für das im Jahre 1274 verkaufte alte „domus hospitum" erblickt. (Reimer 4 U. III, No. 262.) Für diese Annahme spricht nicht nur die auf die Mitte des 13. Jahrhunderts als Zeit der Erbauung hinweisende romanische Stilform der höchstwahrscheinlich mit dem neuen Spital zugleich erbauten anstoßenden Kapelle, sondern auch der Umstand, daß diese Kapelle ebenso, wie die des verkauften „domus hospitum" dem Heil. Lorenz und dazu noch der Heil. Katharinas geweiht war. (Reimer H. U. II, No. 770.) Erst die besondere Fürsorge, die der verdiente ülbt Hartmann dem Klosterspital angedeihen ließ, läßt diese Klosteranstalt urkundlich in Erscheinung treten.
So bestimmte der Abt bei der am 4. Januar 1359 eingegangenen Verpflichtung, Ulrich von Hanau die Wiedereinlösung der Fischerei in der Jossa und einer Gült von zwei Schweinen aus Mühlen in und bei
') St. Katharina, die zu den 14 Nothelfern gehörte, war eine der gefeiertsten Heiligen des Mittelalters. Wenn sie auch eigentlich als die Patronin der Wissenschaft in den Schulen zu gelten hat, so findet man sie im 13. Jahrhundert auch öfters als Patronin von Hospitälern und deren Kapellen.
So hat im 13 Jahrhundert in Paris ein weit und breit bekanntes, der heil. Katharina geweihtes Hospital bestanden, in dem sich eine Genossenschaft von Hospitaliterinnen eifrig der Krankenpflege widmete.
Auch im nahen Fulda ist gegen das Ende des 13. Jahrhunderts ein St. Katharinen-Hospital nachweisbar.