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Nr. 5 S-ScScD-SSVScDSiS-SiSiDcDScIcDcDSiDrD Unsere ^cihlöt <3<3<3SSS<3<3‘3<3‘3SSSSSS<3S<3<3 Seite 53

hinter den Bäumen, dann in den Häusern, aus denen die Feinde inzwischen abgezogen waren. Mit bayerischen Jägern stieg ich durchs Fenster in ein Haus, das am Berge lehnte, unb suchte Schutz. Kurz darauf mußten meine Gefährten ihrem Signal zum Avancieren folgen; ich blieb allein zurück. Da ertönt auch unser Signal zum Sturm. Meine Kameraden eilen einer Brücke zu. In demselben Augenblick öffnet sich im Nebenzimmer eine Falltür, und ein badischer Soldat, eine zweite Helmspitze und ein Gewehr werden sichtbar. Kurz entschlossen reiße ich das Fenster auf, fasse mein Ge­wehr und springe etwa drei Meter hinunter, meinen Kameraden zueilend. Ich glaubte jede Sekunde durch eine Kugel aus jenem Hause niedergestreckt zu werden. Doch kam ich glücklich über die Brücke. Anscheinend hatten jene feindlichen Soldaten noch mehr meiner Leute in der Stube vermutet und sich bald wieder in den Keller zurückgezogen, wohin wahrscheinlich eine Treppe führte. So haben wir uns gegenseitig gefürchtet und uns nichts zuleide getan.

Eine Patrouille der Unfern kam mit entgegen, um eine Mühle zu durchsuchen, aus der vorher geschossen worden war. Eine steinerne Treppe im Innern des Hauses führte zu den Wohnräumen. Der Müller, ein noch junger, rüstiger Mann, erklärte, er habe nicht verhindern können, daß die Badischen von der Mühle aus geschossen hätten, er selbst habe jedenfalls keinen Schuß abgegeben. Nach kurzer Haussuchung kommt der Hauptmann mit einer Flinte aus der Mühle zurück. Da tritt ein roher Kamerad aus unfern Reihen und stößt dem Müller das Bajonett in die Brust. Der bricht mit einem lauten Aufschrei zusammen und haucht seine Seele aus. Wahrscheinlich hat der ©raufame angenommen, daß der Müller aus dem gefundenen Gewehre doch auf uns gefeuert habe; doch wollte ich dessen Tat nicht verantworten.

Besonders heftig tobte der Kampf um die nahe­gelegene B u r g, die sich auf einem steilen Berge erhob. Neben mir fiel ein Kamerad; die Kugel hatte ihn in liegender Haltung erreicht und den ganzen Körper durchbohrt. Ein anderes Geschoß schlug vor mir in

die Erde, sodaß mir der „Dreck" in die Augen flog. Da ein Sturm auf die Burg wenig erfolgreich schien, und da auch die Gefahr für uns nahe lag, abgeschnitten zu werden, so zogen wir nach Beerfelden i. O. zurück. Hauptmann Otto sollte den Rückzug decken. In der Dunkelheit der Nacht zogen wir die Straße. Da erhielten wir eine Salve. Unser Leutnant, der den Kommandoruf des Hauptmanns Otto gehört hatte, rief ihm zu: „Halten Sie ein, Sie schießen ja unsere eigenen Leute tot!" Jetzt erst erkannte Otto, daß er uns irrtümlicherweise für eine badische Freischar gehalten hatte.

In Beerfelden angelangt, kam ich gleich auf Wache. Mein Leutnant kam zu mir und sagte: „Lang, ich bin für einen gefährlichen Posten ausgelost; gehst du mit?" Ich erklärte mich sofort bereit, und wir fuhren in einem Wagen auf Hirschhorn zurück, um uns nach dem Aufenthalte und Schicksale der bayerischen Jäger zu erkundigen. Sie hatten inzwischen Verstärkungen erhalten und die Burg erobert.

Ein großer Teil der badischen Rebellen wurde über die Grenze in die Schweiz gedrängt und dort entwaffnet. Nur die Festung Rastatt hielt sich noch längere Zeit. Sie wurde von Preußen und Hessen belagert und von Kommandant Thiedemann ver­teidigt. Letzterer erhielt die Aufforderung, die Festung 311 übergeben. Er bat, man möchte ihm gestatten, sich erst umzusehen, ob keine Hilfe nahe. Als er sich unter preußischer Führung von der Aussichtslosigkeit auf Entsatz überzeugt hatte, übergab er die Festung. Bald darauf wurde er kriegsrechtlich erschossen.

Ein Brief, den er kurz vor seinem Tode an feine Frau richtete, wurde in den Zeitungen veröffentlicht und lautete etwa so: „Mit bitteren Tränen und bei gesundem Leibe benachrichtige ich dich von meinem bevorstehenden Lebensende. Morgen früh um 8 Uhr werden mich die Preußen erschießen. Ich bitte um Verzeihung in allem, was ich dir etwa Unrechtes getan habe. Gräme dich nicht allzusehr und trage das herbe Schicksal unseres geliebten Kindes wegen." —

Die beiden Höfe.

von Hermann Löns.

or langer Zeit, als die Leute noch mit Stahl und Stein Feuer schlugen und es noch kein elektrisches Licht und kein Gas, ja noch nicht einmal Steinöl gab, sondern Kienspäne an den Winterabenden Licht zum Spinnen und Weben geben mußten, lebten zwei ver- mögliche Bauern, Hansbur und Franzbur genannt.

Sie waren Nachbarn unb hielten gute Freundschaft, obgleich sie sehr verschieden geartet waren. Acker hatte der eine so viel wie der anbere, und Groß- und Kleinvieh auch, und an Kraft und Gesundheit gab keiner dem anderen etwas nach. Aber sie waren innerlich verschieden.

Der Hansbur war ein stiller, bedachtsamer Mann, der ungern von dem abging, was sein Vater ihn gelehrt

hatte, und der erst dreimal überlegte, ehe er etwas Wichtiges unternahm, ja, der sogar sich erst lange besann, ehe daß er „Ja" oder „Nein" sagte. Es kam ja wohl einmal vor, daß er sich zu lange bedachte und etwas verpaßte, bei dem Eile am Platze gewesen wäre; aber er tröstete sich damit, daß er sich sagte: „Wir sind nun einmal von der langsamen Art und haben uns dabei immer gut gestanden."

Ganz anders war der Franzbur. Der hatte den Mund vorneweg und sagte oft schneller „9a" oder „Nein", als es gut für ihn war; wenn eine Sache neu war, gefiel sie ihm deswegen schon allein, und stellte es sich hinterher heraus, daß er sich dabei in den Finger