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Nr. 5 ®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®® ÜtlfctC Heimat ®®®®®®®®®®®&®®®®®®®®®® Seite 47

Steinau und Schlüchtern das Füsilier-Bataillon von Todtenworth, das Königl. Preußische Husarenregiment von Köhler; die ersten erhielten 17 268 Pfund Brot, 1092 Rationen Hafer, 1066 Rationen Heu, 1060 Rationen Stroh, die letzteren 616 Rationen Hafer, 616 Rationen Heu und 616 Rationen Stroh. Dazu mußten die umliegenden Ortschaften Seidenroth, Bellings, Mar- joß, Niederzell, Hohenzell, Ahlersbach ihren Teil beitragen.

Ein anderes Aktenstück trägt die Ueberschrift: Bon der Stadt Steinau über die vom 28. Oktober 1813 bis incl. den 31. August 1814 in derselben bequartiert gewesenen und auch verpflegten K. Preuß. Truppen.

1. Schlesisches Landwehr Inf. Regt, den 23. März 1814

165 Mann und 5 Offiziere.

2. Die 3. Komp. des Marschbataillons der Kgl. Garde zu Fuß den 7. Mai 1814 212 Mann u. 1 Offiz.

3. 3., 4. und 10. Detachement des Feldlazaretts den 9. Mai 1814 40 Mann und 55 Offiziere.

4. 4. Detachement vom Haupt­reservefeldlazarett den 25. Juli 1814 12 Mann und 10 Offiziere.

Ein weiteres Aktenstück lautet: Über die vom 28. Oktober 1813 bis incl. 31. August 1814 in der­selben beguartiert gewesenen und auch verpflegten K. Russischen Truppen.

1. Ein unbek. russisches Regiment am 10. Mai 1814 200 Mann, 5 Offiziere und 167 Pferde 2 Tage lang.

2. Russische Artillerie am 12. Mai 1814 304 Mann, 10 Offiziere und 265 Pferde 2 Tage lang, desgl. am 20. Mai 1814 100 Mann, 1 Offizier und 300 Pferde. desgl. am 23. Mai 1814 385 Mann, 11 Offiz. und 500 Pferde.

flpotheker Zintgraff (17SS 1866).

3. Russisches Infanterie-Regiment am 18. Juni 1814 408 Mann, 1 Offizier und 1 Pferd. desgl. am 27. Juli 1814 32 Mann, 30 Offiz.

und 66 Pferde.

4. Obrist v. Salotarefsky 11. August 1814 437 Mann, 29 Offiziere und 80 Pferde 2 Tage lang.

5. Generalstab am 17. August 1814 14 Mann, 11 Offiziere, 1 General und 28 Pferde.

6. Das 3. Bataillon K. K. Convalescenten vom 19. Aug. bis 31. August Sa. 743 Mann, 30 Offiziere und 82 Pferde.

Unter den Rechnungen sind allein 19 für Schuhe, Stiefel, Strümpfe und Leder. Es muß also mit dem Schuhzeug schlecht bestellt gewesen sein. Wer sich mit Stiefeln auf der Straße sehen ließ, dem wurden sie von den Kosaken alsbald ausgezogen. Die hatten ja doch einen weiten Weg hinter sich und einen weiten Weg vor sich.

Ein viertes Aktenstück zählt die vom 28. Oktober bis incl. 31. August 1814 bequartiert gewesenen bundes- staatlichen Truppen auf:

Frankfurter Husaren am 9. August 1814 152 Mann, 5 Offiziere und 64 Pferde 1 Tag lang.

Ein letztes Aktenstück die bequartierten Kaiserl. Königl. Oesterreichischen Truppen:

1. und 2. Infanterie Regiment des Prinzen Heinrich v. Reuß am 12. Februar 1814 182 Mann.

Diese Truppen mußten sämtlich von der Stadt und Einwohnerschaft verpflegt werden. Diese Zahlen reden eine deutliche Sprache, aber die Opfer wurden gern gebracht, denn es waren doch die Befreier von dem Joch der fremden Blutsauger.

Aber es sind dieses nicht die höchsten Opfer, die gebracht wurden. Wenn von der Erhebung des preußischen

Volkes gesagt wird, daß auf je 19 Personen ohne Unterschied des Geschlechts und des Alters ein Freiheits­kämpfer kam, so hat auch Steinau aufopferungsvoll eine verhältnismäßig große Anzahl von Freiheitskämpfern gestellt. Es sind ihrer 6 freiwillige Jäger u. 69 Soldaten im Regiment Kurprinz, es sind darunter von der Familie Heid 5, Knobloch 4, Trabant 6 usw. Die Namen der freiwilligen Paterlandsverteidiger sind: Wilhelm Gerlach zu Pferd, Karl Breidenftein, Konrad Harz, ein 17jähriger Förster­sohn, Philipp Kehm, Gottfried Methfessel, Will). Weitzel.

Wenn man bedenkt, daß in den Jahren 1814 und 1815 an der Spitalpest, welche durch die aus Rußland zurückkehrenden Franzosen eingeschleppt worden war, 172 und 95, Sa. 267 Einwohner starben, während die gewöhnliche Sterbe­ziffer 40 beträgt, so kann man er­messen, welche Opfer die ausgesogene Bevölkerung trotz ihres doppelten Verlustes an Liebe und Opfermut für ihr Vaterland fähig war.

Noch will ich ein Aktenstück nicht unerwähnt lassen. Es führt die Aufschrift: Acte über die Militär­

pflichtigen, welche den Feldzug im Jahre 1813 nach Rußland mitgemacht haben und nicht wieder gekommen sind. Es sind dieses die Soldaten

1. Jakob Herchenröder 27 I. alt, im Regt. v. Zweyer

2.

Peter Schien

28

n M n

3.

Konrad Kehm

29

n h , i

4.

Iohs. Seiler

32

5.

Philipp Müller

31

|| ||

6.

Johannes Klarle

27

II 1,

7.

Peter Trabant

23

g- Handgeld

8.

Heim. Alt, g. Krutsch

27

II II II

9. Baltin Möller, Bückerknccht 28 I. alt.

Das Regiment wurde bei Wilna zersprengt und was nicht sogleich getötet, kam auf dem Transport in der Kälte und vor Hunger um. 13 Steinauer hatten sich dem Befehl, mit nach Rußland zu ziehen, heimlich durch die Flucht entzogen.

Noch manche Einzelheiten wären aus jenen unruhigen Jahren zu berichten.

Ein Breitenbacher namens Link erzählte, wie die Oesterreicher seinem Vater in Steinau einfach sein Pferd