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Seite 36 -Dcs-s-ssscDsscDss-DSss-scDs-Ds Unsere Heimat -Z>s>-s-s<ss>s>s>-Z>-Z>s>s>s>S>s>s>s>cDs>s>s>s> Nr. 4

sie bleiben auch über Nacht in der Kirche. Der hessische Amtmann ist bereits Samstag Abend in Sterbfritz, wohin er seinem Volk das rendez vous gegeben. Der Land­graf von Hanau, von dem gefährlichen Vorhaben zeitig benachrichtigt, hat den Amtmann von Steinau König und den Landhauptmann Huputz (?) nach Ramholz be­ordert. Sonntag früh marschieren die Hessischen an. Ihr Anmarsch wird von den auf der Grenze gegen Sterbfritz und Sannerz ausgestellten Degenfelder Schildwachen gemeldet: „Alles auf dem Wege um Slerbfritz sei mit gewehrter Mannschaft angefüllt. Die Schwarzenfelser hätten Wächter an der Grenze stehen, welche sie auf- fangen wollten und, als sie (die Degenfelder) entsprungen, ihnen zugerufen hätten, sie sollten stehen bleiben oder sie wollten feuern". Trotz dieser gefährlichen Lage hielten die Ramholzer ihren Gottesdienst. Der Schullehrer liest eine Predigt über das Evangelium Luc. 19 von der Belagerung und Zerstörung Jerusalems. Man singt: „Wo

(Nach Photographie der Herren Ph. und W. Freund in Schlächtern.)

In der Gehrmühle bei Gunühelm.

Gott der Herr nicht bei uns hält" und zum Schluß: „Wenn wir in höchsten Nöten sein". Die beiden gräflichen Sendlinge wohnen dein Gottesdienst bei. Als er eben beendet ist, erscheint, von dem hessischen Amtmann ab­gesandt, Leutnant Göpel (?) und ersucht den Hanauer Amtmann, seinem Schwarzenfelser Kollegen zur friedlichen Beilegung des Streits eine Unterredung auf der Grenze zu gewähren. Sie finbet statt, ohne daß eine Einigung erzielt wird. Doch wird den: Schwarzenfelser Amtmann gestattet, die Defensions-Anstalten in und um die Kirche zu sehen. Man glaubt, ihn dadurch Don einem Angriff abzuschrecken. Unb wirklich ziehen sich die Schwarzenfelser über die Grenzen zurück. Froh ob der abgewandten Gefahr ergeben sich die Degenfelder am Nachmittag den Kirchweihlustbarkeiten. Wie bräuchlich wird auf bem Plan von Bollmerz getanzt. Was Wunder, daß auch die Garnison, die der Bogt in der Kirche gelassen, es vorzieht, die triste Kirche mit dem Tanzboden zu ver­tauschen. Es war ja Kirchweih, dazu ein prächtiger Sommersonntag, und die Schwarzenfelser waren nach verbürgter Kunde heimgezogen. Aber — „als nun

Ramholz von Leuten ganz leer war, sind die Hessischen 160 Mann stark mit Äxten und Beilen daselbst ein­gefallen, haben ihren Zorn an der armen leeren Kirch ausgelassen, die Türen in kleine Stücke zerschlagen, die Palisaden eingehauen, ein wenig gesungen und vermeint­lich gebetet und sind dann wieder davon geeilt".

Nachdem sie nun hierbei erfahren hatten, daß die freiherrlich Degenfelder wohl gewachsen, ihres ganzen Amts Gewalt defensiv zu begegnen, hat man der nochmaligen Hoffnung gelebt, sie würden endlich Gott fürchten und den Kaiser in seinem höchsten Gericht ehren. Und wirklich ließen sie 4 Wochen Ramholz in Ruhe.

Sonntag, den 13. September, wird dem Bogt Lichten- berger, als er eben im Begriff war, in die Kirche zu gehen, die Kunde von einem neuen Anrücken der Schwarzenfelser gebracht. Der Schwarzenfelser Amtmann hat diesmal sein ganzes Amt aufgeboten. Obwohl zur Gegenwehr keine großen Anstalten getroffen sind, auch

nur 31 Mannspersonen zur Kirche kamen, so resoluter! sich doch der Bogt, auf den bisherigen Beistand Gottes sich verlassend, zur Gegenwehr, sagts aber seinen Leuten, daß diejenigen, die zum Streit blöd wären, abtreten und nicht zur Wehr gezwungen werden sollen. Wie aber kein einziger abtreten will, da doch verschiedene Reformierte und Katholische darunter gewesen, sondern sie sich alle freiwillig erklären, ihr Leib unb Leben zur Defension der Kirch anzuwenden, so macht man Anstalten zur Gegenwehr soviel die Kürze der Zeit zugibt. Es werden schwere Steine in die Kirche geschleppt u. s. w. Der Schultheiß Keßner und der Gerichtsschöffe Böhm gehen dem hessischen Amtmann im Auftrag des Bogts entgegen, halten ihm noch einmal das kaiserliche Urteil vor und mahnen ihn zum Frieden. Vergebens. Mit Büchsen, Spießen und Schwertern armiert, unter Führung des Oberförsters, der Schultheißen unb der Jäger, an der Spitze der Amtmann Kraut zu Fuß, kommen sie den Berg herab. Ein Teil postiert sich im Feld, der andere Teil geht auf die Kirche los und verlangt Eintritt. Als ihnen der abgeschlagen wird, versuchen sie die Kirchtüren