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Seite 26 &&&&&&&&&&&&&&&&&&&&& ilnsctß ^cittlflt &&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&& Nr. 3

durchtollten Nacht willen sein Vaterhaus fahren läßt. Unser Heimatglaube ist kein Mohntrank. Der auf dem Ölberg Scheidende befahl:Gehet hin und tut etwas!" Wir haben die Pflicht, dahin zu wirken, daß der Heimweg sichtbar bleibe für die, welche ihn gehen wollen. Um derer willen, die nach uns kommen, wehren wir uns bis aufs Blut gegen die Wegverderber. Wir wollen nicht, daß die Kinder unsrer Heimat ent­fremdet werden. Wir kämpfen deshalb auch für eine Kirche und Schule, für ein Elternhaus, wo man von der Heimat mit Freuden reden darf, und wo man denen, die nun einmal wissen, daß sie hier nicht daheim sind, den Pfad nach oben nicht verbaut. Wir brauchen Oberlicht auf unsern Wegen und wollen uns freuen, wenn die Nacht kommt und wir sehen die Lichtervon daheim". Freilich dürfen wir auch nicht vergessen, daß keines Menschen Fuß auf den Heimweg gezwungen wird. Wir haben die Wahl. Es steht aber auch in eines jeden Macht, zu erproben, daß sich's mit Heimatglauben im Herzen ganz gut marschiert. Man nimmt vieles, was andere niederdrückt, recht leicht und möchte gern, daß sie einen daheim brauchen können. Man pflanzt und pflegt Gutes, weil das auchdrüben" reift, streitet nicht gern um Mein und Dein, weil diese Münzedort" nicht gilt, sucht die Selbstsucht los zu

werden, weil sie am Steigen hindert und der Weg steil ist, hält gern Frieden unterwegs, macht Müden Mut, und sucht wirre Wege Wandernde auf den Heimweg zu führen. Heimatglaube hindert also durchaus nicht am Menschsein", sondern hilft gerade, das Wichtige recht zu erfassen und das Nichtige zu lassen. Drum ist's gut, daß jene Welt am Ende unserer Wege kein Wahn, sondern Wirklichkeit ist. Es geht der Heimat zu! Wohl hören wir die Botschaft derneuen" Seit:

Sag', woher bist du gekommen, Seele? Aus der Dunkelheit!

Und welch' Ziel hast du genommen,

Seele? In die Dunkelheit.

Hört ihr's? Anfang und auch Ende, Immer war's die Dunkelheit!

Reichen wir uns still die Hände,

Wir verirrten Wandersleut'!"

Aber wir antworten:

Wir folgen getrost des Führers Rat

Und zaudern und zweifeln nicht;

Wir wissen, daß auch der dunkelste Pfad

Einst endet in Leben und Licht!"

S. Zlemmig.

Die Zwei Kräuter,

Es stieg der frühe Lenz empor, Da fing's im Schatten an zu sprossen. Zwei Kräuter drängten sich hervor, Als kaum der letzte Schnee zerflossen. Das eine liebte seinen Platz Und packte rasch beim Schöpf das Leben.

Es wußte saugend Schatz um Schatz Dem kühlen Standort 311 entheben. Bald setzt' es Blüt' um Blüte an, Und Früchte wurden aus den Blüten, Die köstlich für den Wandersmann In heißen Sommertagen glühten.

Das zweite Kraut dagegen lag Mit feinem Schicksal hart im Streite,

Ich will hinaus, will an den Tag, Will an die Sonne, will mehr Freude! Mir ist die Erde hier zu kalt, Der Schatten mir zu tief und dunkel, Nie dringt durch den verhaßten Wald Der Sterne fröhliches Gefunkel. Könnt ich im rechten Lichte stehn, Wie wollt' ich reifste Früchte bringen! Hier, wo mich nur die Eulen sehn, Kann mir das Höchste nie gelingen." So grölst es. Über all dem Klagen Kam unvermerkt der Winter her. Die Zeit zum Blüh'n und Früchte tragen War tot und kehrte nimmermehr.

fl. Supper.

Der To- Jrowins von Putten Zu Steinau im Jahre 1373 und seine Sühne.

Von vr. phil. $. öutte, Volontär der Lauöesbibliothek zu Raffel.

s bedarf einer kleinen Rechtfertigung, wenn ich es hier von neuem unternehme, eine weit zurückliegende ge­schichtliche Begebenheit darzustellen, über die uns direkte Zeugnisse so gut wie gänzlich fehlen. Ein dichter Schleier des

Geheimnisses hat sich über den ursprünglichen Vorgang selbst gebreitet, und wir können ihn heute mit dem spärlichen bis auf uns gekommenen Urkundenmaterial nicht mehr lüften.

Wir müssen uns auch hier an denfarbigen Abglanz" halten, an spätere Wirkungen der Ursache, die uns unbekannt bleibt. Eine Darstellung des Ereignisses ist schon an mehreren Stellen*)

*) G. Landall, die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer, III. 233 . ders., die Rittergesellschaften in Hessen (Zeitschr. f. Hess. Gesch., 1. Suppl., S. 59); Ernst Zimmermann, Hanau Stadt und Land, S. 40 ff.