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Seite 22 ®®®®®®®®®®®®®®®®®®®<3® ÜnfCVC ^ClthOt ®®®®®<3®®®®®<3®®®<3®®<3®®® Nr, 2

sagt, ihre Kinder von dem lutherischen Pfarrer taufen oder ihre Ehen von ihm einsegnen zu lassen, sonsten sie gefänglich nach Schwarzenfels geführt werden würden. Dem Zeitlofser Pfarrer wird verboten, auf seinen Gängen nach Ramholz das Amt Schwarzenfels zu betreten. Dennoch halten die Ramholzer ihren Gottesdienst. Die Glocken werden mit Hämmern angeschlagen. An Stelle des Zeitlofser Pfarrers Michael Schlimbach amtieren die lutherischen Pfarrer von Steinau, Weyland unb Ringhöbel.

Unterdessen ist Freiherr von Degenfeld persönlich nach Wetzlar gereist und hat die Sache bei dem höchsten

Reichs-Tribunal, dem Reichskammergericht, anhängig gemacht. Unter dem 27. April ergeht bereits dessen Urteil:

Citativ super fracta pace cum mandato de non amplius turbando cassando, restituendo et desuper respee idoncecavendo ubi etiam injungendo con- tinuationem assistentiae S. C. una cum citatione ad videndum se incidisse et declarari in poenas paci publicae et religiosae insertas contra Hessen- Cassel et consortes. (Fortsetzung folgt.)

Pfr. Zreunö-Ramholz.

Sittschrist vo öe Schlüchüere wenöervögel on die klääne onn große Kenn.

(3n Schlüchterner Mundart.)

Ihr Kenn, etz is der Wender do! Bos is die Seit se oarm onn schro! Erscht Hot's genäwelt onn gerähnt

Die Woche durch — mer hott gemähnt: Dos nimmt em aale Soar kä Enn, Es is kä Glöck onn Säje denn (drin).

Etz hott sich's jo wenk aufgehellt, Do legt sich ons der Schnee of's Feld! Mer send kä änzig Kürnje meh Für tauber Frost, für tauber Schnee! Die Möcke honn sich furtgemocht, Mir honn ons schon ball dodgeplogt: Hott mer e Würmje mol derwoscht — Dos is nur'n Drobbe für de Durscht.

On die boar Wenderfliege goar! Ihr Kenn onn Leut, die fein erscht roar! Verfliegt sich mol so e durmelig Dier, Gleich leit se onn streckt alle vier, Onn schmeckt der schimmelig onn is dürr — Mir kann se kaum eno geknühr!

Ihr liewe Kenn, Euch fählt's on nix — Manns Euch 'wenk hönget, lasst der fix On Brotichank — bo is alles do, Onn Euer Modder gilt Euch jo, So vill er wollt onn's Herz begehrt — Ihr Kenn, bos is Euch all befcheert! — Etz denkt mol on die oarme Leut!

Mir oarme Böjel komme heut

Onn bidde: Liewe, liewe Kenn, Macht onfer Rot etz gleich e Enn! Euch bitt en aale brove Spatz:

Richt ons wenk ei en Fudderblatz. — Riet on der Mauer, on der Hecke, Dos fein die allerböfte Flecke.

Do leit die Katz em Hennerhalt, Do mecht fe manchen Vogel kalt. — Onn bann der aufsteigt von bem Döfch Onn seid gesöddigt, stark onn frösch, Do frägt e mol, bos üwrig wöär Onn butt ons on die Gonst onn Ehr: Vom Flääfch, vom Kraut, vom Erwesbrei, Wurfchtfchol onn Krüfterje debei, Boar Hower- onn Gerschdekürnerje, Boar Linse onn boar Bürnerje — Dos werft der off 'es Fudderblätzje, Werft aach mol mit'm Stään noch'm Kätzje! Do sollt er säh die Frääd, dos Glück! Do wern die schwächste Böjel flöck. Gelt, Schurschje, du wellst's niet vergeh? Gelt, Köh, mir dürfe mit Euch eh? Hoste e Schwoate, hoste e Knoche — So ebbes gitt's jo alle Woche — Do Henkste fe on ’r Gurdel raus.

Mir picke noch e Mohlzeit raus! — — Ihr Aale onn Ihr Kenn! Bedenkt, Bos Ihr ons so im Wender schenkt, Dos griggt'r wieder, glääbt mersch nur, Wanns wöchst onn blüht en der Radur. Mir fange Euch's Gedierz ewäck, Bu hott fürsch Obst könn rechde Zweck, Onn päufe Euch für Euer Dühr Die allerschönste Lieder für! —

Z. Walther.

Eine alte Rabinetsoröre.

(In der Schreibweise des Originals.)

Von Gottes Gnaden Wir Wilhelm Landgraf zu Heßen, Fürst zu Herhfeld, Graf zu Katzenelnbogen, Dieß, Ridda, Ziegenhayn, Schaumburg u. Hanau etc. etc.

Fugen hiermit zu wißen: Nachdem das übermäßige und zum Verderb vieler Unterthanen ausschlagende Brandweinstrinken in Unsere Lande zu sehr eingerissen, so daß Bürger und Bauern, bei) allen Gelegenheiten, in denen Schanken und Brandweins-Häusern Zusammen­künfte anstellen, ganze Stunden und Tage zusammen

bleiben, unb einander zur Gefälligkeit mehr trinken, als sie vertragen können, wodurch der Haußhalt, Ackerbau und sonstige Profession versäumet, und jeder zu seinen Verrichtungen untüchtig gemacht wird, dem hieraus ent­stehenden Verderb der Unterthanen aber vorzubeugen nöthig seyn will; so ordnen und befehlen wir hiermit, daß nach Maaß und Vorschrift der von Unsern Gottseligen Herrn Vorfahren ins Land erlassenen Reformations - Ordnung, die Zusammenkünfte und Gelage in denen