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Nr. 1 rs>‘2>‘s>‘2>&‘s>‘s>&®&&‘s)&‘s><s>‘s>'s>‘3's>‘s>&<s> Unsere Heimat ®®<s<a®<s<®®®<®®®®®®®@®<3®® Seite 13

gotische Seit und zwar bis auf etwa 1500 zurück. Der Tisch selbst freilich stammt aus dem Jahre 1623, wie seine Inschrift zeigt. Damals hielt man offenbar länger als heute an den einmal für gut befundenen Formen fest. Er stammt also aus dem Anfang des 30 jährigen Krieges, der gerade in unserer Gegend furchtbar gehaust und nicht weniger als 12 Dörfer vernichtet hat. Wie­viel Elend mag dieser Tisch wohl gesehen haben! Und wie fest ist er heute noch, trotzdem er in wenigen Jahren das Subliäum seines 300 jährigen „Stehens" feiern kann. Auf dem Tische sehen wir ein Kaffeegeschirr von gemütlicher Form unb schöner dunkelbrauner Farbe unb Glasur; es ist in Steinau gefertigt und war seit etwa 60 Jahren im Besitz der Familie des Berfertigers, Herrn Ernst Herd daselbst, von dem wir auch einen Schränk erworben haben. Hinter bem Weichersbacher

der ein natürlicher, frischer Kunstsinn vom Vater auf den Sohn mit dem Handwerk sich vererbte, weil noch nicht der Fabrikkatalog aus der Großstadt als das „feinste" galt unb die heimische Arbeit noch nicht verdrängte.

Außer diesem besitzt die Sammlung noch fünf Schränke, jeder verschieden von bem anderen. Wir wünschen, wie von allen wichtigen Möbeln und Gerätschaften, so namentlich non sämtlichen im Kreise vorhandenen und wahrscheinlich auch darin angefertigten Schrank- typen mindestens je ein Exemplar zu erwerben, um die Entwicklung dieses den Gesamteindruck des Simmers wohl am stärksten beeinflussenden Möbels durch die Jahrhunderte hindurch festzustellen. Wir wollen daran erforschen, ob das Handwerk sich bei uns stetig ent­wickelte oder ob Seiten des Aufstiegs unb Niedergangs mit einander wechselten. Wir wollen überhaupt ergründen,

Tisch steht ein großer Schränk mit herausgejchnitzten Ornamenten und großen Initialen in der Mitte. Er stammt auch aus Steinau, aus dem Hause Dillenburger, und wird etwa von 1780 sein, also etwa aus der Wertherzeit. Er weist schöne Linien und harmonische Verhältnisse auf, und seine Verzierungen sind sparsam und geschickt auf der Fläche verteilt, sodnß sich nirgend­wo eine Einzelheit ungebührlich hervordrängt, sondern alles bem guten Gesamteindruck unterordnet. Es ist bei diesem leblosen Wesen so, wie es in dem lebendigen Organismus eines Gemeinwesens sein sollte. Man kann also auch in dieser Hinsicht von der Kunst lernen. Denn Kunst besaß der Schreiner, der den Schränk einst zimmerte, ohne Zweifel, wenn er auch gewiß nicht auf der Akademie gelernt hatte. Es war ja die Seit, in

welches die hervorstehendsten Eigenschaften unseres Haus­rats waren. Hierdurch streben wir an, unsere heimat­liche Kunst gründlich kennen zu lernen. Letzteres müssen wir aber, wenn wir unserem heutigen Handwerk helfen wollen. Die Heimatsammlung soll auch diesem leben­digen Zweck dienen. Darüber unten mehr.

Wir kennen als im Kreise Schlüchtern vorhanden oder aus dem Kreise nachweislich stammend bisher etwa zwölf verschiedene Schranktypen. Der älteste, etwa aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammende, befindet sich in der reichen und interessanten Sammlung des Herrn Kaufmanns Stock in Gelnhausen, der ihn vor Jahren in Steinau erwarb. Er ist der einzige, der meiner Erinnerung nad) bei sonst schöner Arbeit ein wenig unruhig auf seiner Schauseite verziert ist. Alle