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Seite 12 ®®®®®®®®®®®®®®®®®®®®® Unsere Heimat ®®®®®®®®®®®®®®®®@®®®®® Nr. 1

deren freundliche Geber hier nicht alle genannt werden können. Aus diesen, zusammen etwa 200 Gegenständen, bestand die Sammlung, als sie am 31. Mai 1910 zugleich mit dem neuen Kreishause eröffnet wurde. Heute zählen wir ohne Bücher, Schriften und Photo­graphien etwa 450 Nummern. Hauptsächlich sind es H ausa ltertümer. Dies hat mehrere Gründe. Zu­nächst haben sie an lind für sich schon im Kreise an Zahl alle anderen Altertümer übertroffen, außerdem waren unb sind viele von ihnen noch im Gebrauche, (was man zum Beispiel von alten Trachten und von vorgeschichtlichen Altertümern nicht sagen kann). Haupt­sächlich ist aber grade der alte Hausrat am meisten von den Händlern gesucht, unb wir durften deshalb gerade auf biefem Gebiete keine Zeit verlieren. Diese Erfahrung gilt natürlich überall und wir empfehlen deshalb den

noch manchen Nachkommen in der gleichen, Stimmung um sich verbreitenden Weise gebiemt und war nun troh- dem gut genug zu Brennholz geworden! Und von einer anderen Familie sagte der mich führende Bürgermeister: „Die haben neu gebaut und sich neu eingerichtet, alles Alte haben sie klein gemacht, die Leute hatten noch manches gute alte „Werk" im Haus!" Schade um die schönen Sachen und wer weiß, ob nicht die Leute mit ihrem alten Hausrat auch ihre alten guten Hausgeister vernichtet haben.

Zu unserer Sammlung wollen wir allmählich versuchen, ganze Stuben zusammen zu stellen. Unsere heutige Generation kann daran lernen, daß es gar nicht so schwer ist, sich mit wenig Geld ein gemütliches und schönes Heim einzurichten, ein Heim, das würdig ist, der Mittelpunkt der Familie zu sein, der Zufluchtsort

auswärtigen Lesern dieser Zeilen dringend, rasch zuzu- greifen, wenn auch sie eine Heimatsammlung irgendwo anlegen wollen. Üllles andere ist viel leichter zu erwerben als Schränke, Tische, Stühle und Geschirr. Möbelstücke muß man sich übrigens auch um deswillen so rasch als möglich sichern, weil sie sich am besten zu — Brenn­holz eignen. So erzählte neulich ein altes Mütterchen dem Schreiber dieser Zeilen: „Nach unserem alten Tisch frägt der Herr Landrat? 9a, den hat unser Sohn, der Schreiner, klein gehackt und hat uns einen schönen neuen dahin gestellt." Es war, wie ich wußte, ein urkräftiger, schöner Rhöntisch gewesen, an dem manche Generation derselben Familie nach dem gemeinsamen Tischgebet das tägliche Brot gegessen hatte: er hätte

und Nuhepunkt nach des Tages Last und des Lebens Leid, ein Heim, das sich in seiner Traulichkeit unaus» löschlich einprägt und eingrübt in die Erinnerung der Kinder, auf daß sie dereinst, wenn sie groß und selbständig werden, keinen innigeren Wunsch hegen, als sich ein solches Heim zu bewahren oder sich ein gleiches Heim zu schaffen. Den Winkel eines solchen zukünftigen Zimmers sehen wir auf Abb. 1. 9m Vordergründe ein eichener Tisch aus dem Hause Konrad Müller in Weichersbach. Er hat eine ähnliche fast quadratische Form wie die Rhöntische, er ist aber noch schlichter und stämmiger als diese. Seine einzige Verzierung mit einem aus dem Holz herausgeschnittenen Schuppenmuster an den Tischbeinen, und auch die Füße gehen bis auf die