Einzelbild herunterladen
 

Seite 2 -D-SSS-SScSS-SSrDcD-SSiSS-SS-LS-S Unfctc Heimat <3<SiSS<5<3iSi33<3<S‘3<S<3i3iS<S<S<3S‘3<S Nr. 1

daß die Verbindung aller Kinder unserer Heimat in der Fremde mit Heimat und Elternhaus erhalten bleibt. Daß wir damit auf einem guten Wege sind, bezeugen uns zahlreiche Zuschriften solcher, die das Leben aus der Heimat hinweggeführt hat und draußen festhält. Unser Blättchen hat Heimweh gestillt und geweckt: beides war gut so.1) Den Sinn für alles Schöne und Edle in Natur und Kunst aufzuschließen, edle Unterhaltung und Geselligkeit einzubürgern, werden wir wie bisher, so auch ferner bemüht sein. Krirz: Wer unsere Heimat liebt unb ihr Wohl zu fördern sucht, ist unser Freund, allem, was sie schädigt, wehren wir, mag es heißen, wie es will. Willkommen sei, wer dabei hilft! G.Zlemmig.

*) Wir bitten wieder, die Blättchen zu sammeln; sie werden denen, die nach uns kommen, eine willkommene Gabe sein.

> i Heimkehr.

Mutter, stell' wieder die Ofenbank so, Wie sie gestanden vor Seiten, Setz' dich daneben und laß deine Hand Wie einst durch die Haare mir gleiten.

Will legen in deinen Schoß mein Haupt, O einzig beglückendes Rasten!

Wie weit liegst du Welt jetzt mit deinem Weh, Mit deinen erstickenden Lasten.

Küsse die Stirne, die brennende, mir, Sie durfte kein Mägdelein küssen, Die Stelle, wo dein Mund immer geruht, Will durch nichts ich entheiligt wissen.

Nun, Mütterchen, fing mich in Schlaf, Heil' meinen zerrissenen Glauben, Sie nahmen mir alles! nur deine Lieb', Die konnte die Welt mir nicht rauben.

3. fimbrosius.

Die Klosterkirche in Schlüchtern.

Mitgeteilt von Medizinalrat vr. Lauer in Schlüchtern.

as alte Kloster mit feinen Giebeln und weithin sichtbaren Türmen ist den Kindern Schlüchterns ans Herz gewachsen. Mögen sie noch so weit draußen in der Ferne weilen, das Bild ihres alten Klosters, zu dem sie einst Tag für Tag mit dem Schulranzen auf dem Rücken gepilgert sind, haftet fest in ihrem Sinn und löst die schönsten heimatlichen Er­innerungen bei ihnen aus.

Und doch findet man kaum jemanden in Schlüchtern, der sich ein klares Bild von der einstigen Kloster­kirche mit ihren verschiedenen Kapellen machen kann.

Es wird daher allen, die ihre Heimat lieb haben, willkommen sein, wenn unser Heimatblatt nach vielem andern auch einmal die alte Klosterkirche in Schlüchtern zum Gegenstand seiner Betrachtung macht.

Der Beschreibung der Klosterkirche, die im folgenden gegeben werden soll, ist im wesentlichen der das Kloster Schlüchtern behandelnde Abschnitt der Schrift: „Die Baudenkmäler im Regierungsbezirk Kassel" von H. von Dehn - Rotfelser und Wilhelm Lotz, die im Jahre 1870 vom Hessischen Geschichtsverein herausgegeben worden ist, zugrunde gelegt.

Wo die Beschreibung in dieser Schrift allzusehr ins einzelne geht und sich mehr an den Sachverständigen wendet, sind Kürzungen vorgenommen worden.

Anderseits sind gelegentlich historische Notizen und selbst gemachte Beobachtungen an den noch vorhandenen alten Bauresten der ehemaligen Klosterkirche an passender Stelle eingeflochten worden.

Die Beigabe eines Grundrisses und einer aus der Vogelschau gezeichneten, schematisch gehaltenen Ansicht der Kirche wird zum besseren Verständnis dieser Be­schreibung beitragen und deshalb nicht unwillkommen sein.

Die ehemalige Klosterkirche in Schlüchtern ist sehr alt, spricht doch manches dafür, daß sie aus einer dem heiligen Michael geweiht gewesenen Taufkirche entstanden ist, die

das Kloster Fulda bereits gegen Ende des 8. Jahr­hunderts auf einer in der Gemarkung des Dorfs Elm gelegenen altgermanischen Kultstätte (einem sog. Heiden- küppel) errichtet hatte.

Diese bisher lediglich aus dem dürftigen urkundlichen Material gewonnene Anschauung findet neuerdings durch die Ansicht Holtmeyers eine gewisse Bestätigung, der aus archäologischen Gründen die ersten Anfänge der alten Klosterkirche in Schlüchtern in das Zeitalter der Karolinger verlegen zu können glaubt.

Als weitaus ältester Bauteil der alten Kirche, auf den Holtmeyer seine Meinung gründet, ist eine Krypte (Grabkammer) anzusehen, die, unter dem Chöre der alten Klosterkirche liegend, nur durch eine in der östlichen Abschlußwand des Chors liegende Tür über Kohlen und Gerümpel hinweg erreicht werden kann.

„Es ist eineKripte", sagt Holtmeyer, „von jener Stollen­form, wie wir sie in Deutschland nur noch vereinzelt antreffen. An einem tonnengewölbten Eingang, dessen Enden von eingestürzten Mauermassen verschüttet sind, schließt sich östlich die ebenfalls mit der Tonne überdeckte Grabkammer des Heiligen an. Kein Pilaster, kein Ge- fimfe gliedert die niedrige Zelle; hier war offenbar die Farbe zu Worte gekommen, die ergreifender von den Erdenleiden und den Himmelsfreuden des Verewigten erzählte, als der kalte Stein. Was die Nischen an den Wänden enthielten, wir könnnen es nur vermuten; aber das dürfen wir aussprcchen, daß diese geheimnis­volle Gruft noch' der Gründungszeit der Kirche, dem 8. Jahrhundert, entstammt.

Weihevoller wurde die Krypte kaum, als man in romanischer Seit die Ostwand durchschlug, um in gleicher Breite einen Raum anzuschließen, dessen Mauern den verlängerten Chor trugen. Allein sowenig stimmungs­voll wie jetzt ist sie wohl zu keiner Seit gewesen. Kohlen und Brennholz, Kisten und Fässer, Gerümpel