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Nr. 12

c^^^^^^^^c^^c^>c^> Unsere

Heimat ^^i^^^^r^^/^ß^ßsJß^ Seite 135

dem herrschaftlichen Boden wurden gewaltsam ver­teilt. Auch! hatten in den folgenden Tagen Plün­derungen, Zerstörungen und Verbrennungen von Forst- und direkten Skeuerkttteralien unter ver­schiedenen Excessen zu Sterbfritz bei Förster Tile- mann, zu Oberzell bei Förster Sander und zu Alten- gronau bei Förster Ellenberger und dem Licentauf- seher Suffner statt; nicht weniger eine erzwungene Verteilung des Salzes im Magazin des Bürger­meisters Auffarth zu Weichersbach. Das Blau- farbenwerk (in Mottgers) war bedroht worden; ein Angriff darauf jedoch unterlassen."

Wie in Hanau scheinen fi^ die Aufrührer auch im Amt Schwarzenfels mit der Zerstörung der ver­haßten Steuer- und Abgabenlisten und mit der ge­waltsamen Verteilung von aufgespeicherter Frucht

und Salz begnügt zu haben; da von weiteren Ge­walttätigkeiten nichts berichtet wird.

Von der alsbald vom Justizami gegen die Auf­rührer eingeleiteten Untersuchung erfahren wir nur, daß sie zunächst nur stückweise und kraftlos gefüllt wurde. Der Kriminalsenat in Hanau sah sich da­her 1834 genötigt, zur Wetterführung der Unter­suchung in der Person des Justizbeamten Franz Zahn zu Bieber einen besonderen Kommissar nach Schwarzenfels zu entsenden, der am 27. Sept. seine Tätigkeit begann. Bis Ende Januar 1836 dauerte die Untersuchung; über ihren Ausgang erfahren wir aus dem vorliegenden Schriftstücke leider nichts.

Inzwischen war am 25. Aug. 1831 der Ver­trag, durch den Kurhessen dem Preußischen Zoll­system beitrat, abgeschlossen worden und das Land aus namenlosem Elend" dadurch errettet worden.

Jn treuer Pflichterfüllung fielen ferner für das Vaterland:

aus S ch l ü ch t e r n :

33. Unteroffizier Karl A l t, Sohn des Kaspar Alt, geb. am 11. Februar 1886, Inhaber des Eisernen Kreuzes, am 30. Oktober 1916 in den Kämpfen bei Verdun.

34. Gefr. August Schreiber, gestorben in Wiesbaden an einem Leiden, das er sich im Felde zugezogen hatte. 26 Monate war er im Felde. Auf dem Schlüchterner Fried­hof wurde er am 12. Nov. 1916 bestattet.

35. Musketier Karl Walther, Sohn desIBahnwärters W., starb im Feldlazarett 5 des . . Armeekorps am 12. Nov. 1916 an den Folgen eines Lungen- und Bauch­schusses. Er ruht im Einzelgrab 219 auf dem Militär­friedhof in Villers-Guislain.

aus Niederzell:

7. Gefreiter Adam Simon, am 3. August 1915 bei Brest- Litowsk.

£8. Adam Schmidt bei einem Sturmangriff im Ailly- Walde bei St. Mihiel im Mai 1915.

aus Heubach:

15. Johannes Müller, 21 Jahre alt, am 30. August 1916 an der Somme.

16. Johann Peter Will, 20 Jahre alt, am 21. Sept. 1916 in Galizien.

17. Heinrich Müller, 26 Jahre alt, am 30. August 1916 in Rußland an einer Krankheit gestorben.

aus Oberkalbach:

6. Jäger Nikolaus Heil, 22 Jahre alt, am 26. Sept. 1916 in den Karpathen.

aus Uttrichshausen:

13. Philipp Friedrich Keßler, 24 Jahre alt, am 19. Sept. 1916 vor Peronne.

aus Oberzell:

15. Gefr. Heinrich G l o ck. Er wurde am 20. Sept. 1916 durch Gewehrschuß in den Kopf schwer verwundet und starb am 22. Sept. im Feldlazarett.

aus S a n n e r z :

7. Kaspar Paul, Sohn des Bauers Iohs. Paul, starb

am 4. Nov. 1916 an seiner am 1. Nov. erhaltenen schweren Verwundung.

aus Mottgers:

4. Wehrmann Johann Georg Fuchs, in den Kämpfen an der Somme.

aus H o h e n z e l l:

9. Wehrmann Friedrich Gutermuth, der am 26. September 1914 vermißt wurde, am 2. Oktober 1914 in St. Menehould

a. d. Marne in französischer Gefangenschaft verstorben. Er hinterläßt 2 Waisen.

In französische Gefangenschaft geriet am 1. November 1916 der Musketier Iohs. Heinbuch aus Hohenzell.

In französische Gefangenschaft gerieten Nikolaus und Adam Zahn aus Marjoß.

In rufs. Gefangenschaft geriet Leonard Kolb (aus d. Mühle) von Herolz.

Vermißt wird Gefr. Konrad Lins von Oberzell.

Das Eiserne Kreuz f. Klaffe

erhielt der Füsilier Melchior Kolb aus Bellings von Sr. Majestät für hervorragende Tapferkeit in der Somme- Schlacht.

Das Eiserne Kreuz 2. Klaffe

erhielten aus Sterbfrih: Offiziers-Aspirant Rudolf Koch.

aus Marjoß: Michael Weigand, Philipp Bohnert, Peter Heinicke.

aus Schlüchtern: Res. Friedrich Blum und Heinrich Freund (Kapelle).

aus Kerbersdorf: Musketier Friedrich Weber nebst Beförderung zum Unteroffizier.

aus Mottgers: der Wehrmann Konrad Herzog von hier, welcher neuerdings in französische Gefangenschaft geraten ist.

aus Hohenzell: die beiden Brüder: der Dragoner Iohs. Üffelmann und der Musketier Hans Uffelmann.

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Es gibt wohl keinen denkenden Menschen, der das, was das vorstehende Schreiben des Heimatbundes von den Führern der Gemeinden erbittet, für überflüssig hält. Dieöffentliche Meinung" ist eine Macht. Sie entsteht aber auf dem Lande nicht durch die Presse, sondern dort, wo man sich a u s s p r i ch t. Das Neue, Fremde, was so schnell vor uns aufstieg und noch kommt, muß verwirrend wirken. Tief greift die Gegen­wart in alle Verhältnisse ein; die Not der Zeit wirft um,

verändert, führt weg, bringt Ungeahntes, für unmöglich Ge­haltenes. Wer nicht gleich begreift, der vergleiche nur einmal die Kreisblätter von 1916/15 mit denen von 1913 ! Die Zeit der Not zwingt zu Schritten, die wir im Frieden bekämpften. Da findet sich nicht jeder gleich in's rechte Geleis. Es ist nicht alles böser Wille, was widerstrebt, sondern meist Sorge, Bangen, Nichtwissen, Mißverstehen. Bewahren, Aufklären ist besser als Strafen. Man spreche sich über das Neue aus,