8 Jahrgang
Schlüchtern / März Mpril 7^6
Hummer 3/4
T\er aus den Karlen Dornenhecken Die rote Kose glühend schafft, Der kann und will auch dich erwecken slus tiefem Leid zu junger Kraft
Deibet
Tinfer frerr Gott hat den jüngsten Tag nicht allein in die Dächer, sondern auch in die Däume hineingeschrieben, wenn die Däume im Lenze ausschlagen, denke ich an den großen Tag des Herrn.
Luther,
RrLegsostern.
Ostern, fest des jungen Lichts, Ostern, fest des neuen Lebens Und des frohen flufwärtsstrebens, Dringst heut' Tage des Verzichts.
srühlings flagge weht Halbmast Zum Gedächtnis unsrer Toten, Denn nach eisernen Geboten hält die Trauer bei uns Kaft
steh, wer wälzt den schweren Stein Von Millionen Lserzenstüren?
Wer Rarfreitagsweh muß spüren, Dem verlor der Tag den Schein.
Doch ein srühlingsmorgen tagt, Den verhüllt kein Trauerschleier, Und zu fel'ger Osterfeier Eint stch, wer heut' mutlos zagt, helene Vrehm.
Herzlichen Ostergruß den Kriegern aus der Heimat!
tn dumpfes Dröhnen drang in den letzten Tagen durch die laue Frühlingsluft in unsere Heimatberge, ein tiefer Baß zum hellen Ge- zwitscher unserer Frühjahrssänger. Wir hörten das Donnern der schweren Geschütze vor Verdun. Bis dahin lasen wir vom Krieg, hörten von ihm aus dem Munde unserer Urlauber, sahen ihn in ihren ernsten Zügen und an ihren Wunden — nun haben wir ihn selbst in seiner furchtbaren Sprache von der gewaltigen Frühjahrsoffensive im Westen reden hören.
Und unter dem dumpfen Dröhnen bebte unser Herz mit. Wir gedachten an Euch, sonderlich an diejenigen unter Euch, die nicht nur aus der Ferne dem Donner lauschen, sondern mitten drin stehen, und unser Gedenken wurde zum Gebet: Gott schütze Euch und gebe Euch und uns den Sieg.
Ihr habt Kraft nötig, je länger je mehr. Hinter Euch und vor Euch steht die Kraft, die in diesen Tagen so Gewaltiges leistet, die in riesigen Munitionslagern aufgespeichert liegt und aus Tausenden