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Fjeimnt £^r^£^^^£^^^^^^ß^ Nr. 5/6
hätte. Viele haben ihre Beiträge freiwillig erhöht, und eine erstaunlich große Zahl von Sondergaben ist uns zugegangen. Diese Opferbereitschaft macht alle, die in der Bundesarbeit stehen, mit Recht arbeitsfröhlich. Auch den Heimatkalender haben wir trotz der Kriegszeit erscheinen lassen können. Er hat einen Absatz über alles Erwarten gefunden. Hunderte von Exemplaren wurden mehr begehrt, als bereit waren. Der nächstjährige Kalender, der in einem neuen und schöneren Gewände erscheinen soll, ist in Vorbereitung. Um sein Absatzgebiet zu erweitern, haben Verhandlungen mit Persönlichkeiten aus benachbarten Gebieten des Vogelsberges stattge- funden, die zu einem vorläufigen Uebereinkommen führten. Alle Heimatbundarbeit wäre aber nicht möglich gewesen, wenn seine Leute nicht so treu zu ihm gehalten hätten. Selten ist ein Mitglied abgesprungen. Zahlreiche sind eingetreten. Der H.-B. besitzt gegenwärtig 909 zahlende Mitglieder, von denen 305 außerhalb des Kreises wohnen. Die im Kreise wohnenden sind in 42 Ortsgruppen eingeteilt. Nur in 4 Gemeinden hat der Bund keine Werbekraft gehabt. Es sind Ahl, Eckardroth, Neustall und Wahlert. Helfer ohne Erfolg haben wir leider immer noch in Marborn, Reinhards, Sarrod, Ulmbach, Züntersbach. Die größte der Ortsgruppen ist Schlüchtern mit 232 Mitgliedern. Besonders rührig waren die Helfer in Breunings (Lehrer Zinkhan), Hintersteinau (Lehrer Naumann), Soden (Fräulein Walter), Vollmerz (Lehrer Euler). Ihnen besonderen herzlichen Dank! Lassen Sie uns werben, daß das erste Tausend in diesem Jahre voll werde!“
Der gefallenen Mitglieder des Bundes gedachte der Vorsitzende mit ehrenden Worten. Sie haben ihre Treue für die Heimat mit dem Blute besiegelt und damit das Wertvollste für sie dahingegeben: das Leben. Gott lohne ihnen; wir Könnens nicht. Aber ihr Gedächtnis soll in Ehren gehalten werden bis in die fernste Zeit.
Den Kassenbericht gab Herr Weichel. Die durch Herrn Landesrentmeister Bathelmes geprüfte Rechnung lag vor. Dank der besonderen Zuwendungen kamen wir durch; doch müssen wir, soll das Werk weiter gedeihen, auch weiterhin um Hilfe bitten.
Im weiteren Verlauf der Helfertagung nahm die Besprechung des gegenwärtigen Standes der Iugendflege im Kreise eine besondere Stelle ein. Offene Aussprache war gewünscht worden, und so ließ dieselbe denn auch an Offenheit und Gründlichkeit nichts zu wünschen übrig. Sie ergab sehr wertvolle aus mehrjähriger Erfahrung genommene Winke bezüglich ihrer weiteren Ausgestaltung im Kreise. Daß die Jugend vom 14.—20. Jahre sich nicht mehr selbst überlassen werden kann und darf, ist keine Frage mehr. Daß eine zweckentsprechende Jugendführung da, wo die geeigneten Persönlichkeiten sich finden, auch bei uns möglich ist, steht ebenfalls außer allem Zweifel. Nur das „Wie?" macht überall noch Schmerzen. Die Mehrzahl derer, die zu der Frage sprachen und auf dem Gebiet tätig gewesen waren, glaubt ohne Zwang nichts Ersprießliches und Dauerhaftes erreichen zu können. Mir war Zwang auf diesem Gebiete immer in der Seele zuwieder. Doch wurden seitens der Praktiker so gewichtige Gründe für Staatszwang angeführt, daß ein jeder der Anwesenden mit dem Herzen auf feiten der Freiwilligkeit stand, mit dem Verstände aber für Zwang zu stimmen gezwungen war. Möchte doch bald der rechte Weg gefunden werden. Einig waren auch alle in dem Gedanken, daß es mit einer bloßen „körperlichen Ertüchtigung" nicht getan sei und sittlich-religiöse Einwirkung unter keinen Umständen fehlen dürfe. Die Seele ist auch da. Sie kämpft und leidet auch.
Leider konnte in eine Erörterung der übrigen Punkte der Tagesordnung (Volksbibliotheken, „Kriegsschäden der Heimat") nicht eingetreten werden, da Herr Professor Ehring- Haus aus Kassel denen, die am Abend seinem Lichtbildervor- trage nicht beiwohnen konnten, allerlei Wissenswertes nach Hause mitgeben wollte. —
Mit den Berichten aus den Ortsgruppen, die wiederholt für den 1. jeden Monats erbeten wurden, sind einige beharrlich im Rückstand.
Die Schtüchterner feldgrauen werden gebeten,
Gerichtsvollzieher a. D.
Aus Soden geht uns von unserer dortigen Helferin, folgender Bericht gu:
Auch in diesem Monat ist bei uns, Gott sei Dank, kein Kriegertod oder eine schwere Verwundung zu verzeichnen. Unsere Lazarette wurden freilich mehrfach aufgefüllt und bis zum äußersten belegt, sehr erfreulich sind die guten Heilerfolge. Am 1. Mai beginnt die Badesaison, auch in Soden sollen Kriegsbeschädigte auf Kosten der Fürsorge Aufnahme zur Kur finden, Herr Hauptmann Berta hat die Besorgung von Quartieren übernommen, es ist von Herzen zu wünschen, daß diese von mancherlei Leiden schwer Geplagten durch die Heilquellen, und alles was Soden an Erholung bietet, Linderung ihres Zustands finden. Die Unterbringung der El- säffer Flüchtlinge ist nunmehr geregelt. Herr Kantor Frischkorn in Salmllnster ist zum Kommissar bestellt und sorgt als Flüchtlingsvater für Unterkunft, Dienststellen, kauft Schuhe usw. Neben Unzufriedenheiten kann man auch gutmütige Einordnung in die Dinge beobachten. — Da ist sogar eine alte Großmutter mit einem 14jährigen Enkel in einer Metzgerei, in der der Junge als Lehrling eintrat, die würde gern hier wohnen bleiben, und ihr Sohn in Rußland ist es zufrieden, weil sie doch kein festes Heim haben. 2 Frauen haben sich auch Bürgerrecht auf dem Friedhof erworben.
Vor 14 Tagen konnte Soden zum ersten Mal wieder seit 4 Jahren altbekannte Sommergäste begrüßen unter großem Jubel von Jung und Alt. Durch das anhaltende Regenwetter war die Kinzig wieder übergetreten und der Wiesengrund zum See geworden. Dieses verlockende Jagdgebiet hatte wohl diese Gäste zur Niederlassung bewogen, man konnte sie öfters eifrig fischend am Ufer dieses Sees stehen sehen. Weil sie sich verhältnismäßig spät im Jahr eingestellt haben, glaubt man, es seien Flüchtlinge aus der Gegend von Verdun, die, aus dem Süden heimkehrend, ihre alte Heimstätte zerstört, zerschossen vorfanden und sich ostwärts wandten, um sich fern vom Kriegsschauplatz und Geschützdonner in unserm friedlichen Tal auf dem verlassenen Nest des Huttenschlosses eine neue Heimat zu suchen. Aber so ganz ohne weiteres ging das auch nicht ab. Wie es der Lauf der Welt ist, wollte dem Frieden und Schutz suchenden Storchenpärchen eine Schar von sieben neidischen und habsüchtigen Artgenossen das schöne kaum gefundene Nest streitig machen, — um das Nest herum und auf den umliegenden Dächern gab's eine Keilerei, sie hieben und stießen sich mit den Schnäbeln blutig, bis zuletzt noch ein Zweikampf über das Besitzrecht entschied, aus dem anscheinend der erste Besitzer als Sieger hervorging, während sein Gegner das Weite suchte. Dann begann das Pärchen alsbald den Ausbau des alten Nestes, und nun kommen die Ansichtspostkarten vom Schloß, die das Storchnest mit Bewohnern zeigen, wieder zu ihrem Recht. —
Auch diesmal ist das Blatt eine Doppelnummer für Mai und Juni geworden; die nächste erscheint am 1. August.
Res. Z. im Felde: Nein. Berichterstatter des S.-Boten ist Herr Pfarrer Kurz in Salmünster. Flg.
Als Sondergaben für „Unsere tfemiat” sandten Herr N. S. (aus d. Felde) 1 M., Frau A. Hölzinger in Hanau 3 M., Herr Lehrer Traudt in Gundhelm 3 M., Herr Iohs. Blum aus Gundhelm (z. Zt. im Felde) 2 M., Herr W. Siemon aus Gundhelm (z. Zt. im Felde) 1 M., Frau Lehrer Eucker in Frankfurt a. M. 3 M. (3. Gabe), Fräulein Luise Freund in Weitmar 5 M, Frau Haarmann in Weitmar 5 M., Frl. Frieda Roth, Kriegspflegerin 2 M., Ungen. Hannover 5 M., Herr Siegmund Sichel (aus dem Felde) 5 M., Rudolf Battenhausen 2 M. (2. Gabe.)
Herzlichen Dank! Weitere Gaben sehr erwünscht.
Der Vorstand des Freimatbundes -
Medizinalrat Dr. Lauer.
Aenderungen in den Anschriften sofort Herrn wiegand mitzuteiien.
Als Manuskript gedruckt: H. Steinfeld Söhne, Schlüchtern. Schriftleitung: Lehrer Flemmig in Schlüchtern.
Verlag des Heimatbundes in Schlüchtern.