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Nr. s/4 c^i^^c^c^c^i^^i^i^c^ Unsere

Heimat ß^ß^ß^ßiJß^ß^ßi’ß^ßi’ß^ßSßi? Seite 41

und sonnenlos. Ein rechtes, trautes „zu Hause", wenn aus allerlei Gründen bald dahin, bald dorthin umgezogen werden muß? Und von seinem Weib und seinen Kindern erzählt er mir, wie sie immer so blast aussähen, wie teine rechte Kraft in ihnen wäre. Wohl ginge die Mutter, so ost es sich an- lieste, mit den Kindern auf den grünen Platz mitten im Strastengewirr, und sonntags zögen sie allesamt hinaus ins Freie, in den Wald, den sie alle so lieb­ten ; aber er liegt nur so weit von dem „zu Hause"; doch wie froh und glücklich wären sie da immer, El - tern und Kinder! Auch gingen sie dann und wann

denn so oft dürften sie ja mit den Kindern nicht kommen — in die Laubenkolonie zu einem Freunde. Wie schön wäre es auch da immer! Ach, ein Häus- cheN) nur ein winzig Häuschen draußen vor der Stadt, das ist des Kameraden ganzes Sehnen. Er wolle arbeiten und fleißig sein, vielleicht gelänge es ihm.

Und dabei leuchteten seine Augen. Ich habe ihn mit seiner Familie zu uns auf einige Wochen ein­geladen. (Hoffentlich! lehren wir beide heim!) Da hab' ich eine Träne in seinem Auge gesehen.

In den Zeitungen habe ich! von den Kriegerheim- stätten gelesen. O, ba^ das doch Wahrheit würde!

Meine Seele glüht in diesem von mir begeistert weitergetragenen Gedanken, und ein paar Verse er­fühle ich:

Sie werden kommen:

Mutter Deutschland, tilg’ den Heimatbodenwucher, viele deiner Söhne werden kommen

mit der heil'gen Sehnsucht: Heimatsucher!

Last sie steh'n voll Glückes: Heimatfinder.

Mutter Deutschland, deine treusten Kinder, Lebensschirmer, Feindesüberwinder! — Viele deiner Söhne werden kommen! —

Und weiter webt's und lebt's in meiner Seele und ist eine große Feierlichkeit darinnen:

O, daß es Wahrheit werde:

Heimstatt auf Heimaterde!

Will's Gott: das friedensvolle

Heimglück auf eigner Scholle!

Wir und die Kinder froh^ gesund

in Lust und Licht aus eignem Grund,

drauf fest das liebe Leben steht! — Still, mich bewegt’s wie ein Gebet . . .

O, dast es Wahrheit werde:

Heimstatt auf Heimaterde!

Ja, du deutsches Volk, das muß Wahrheit wer­den! Ein Heimatvolk sollst du sein! Dafür kämp- fen wir und opfern das Leben! Dafür kämpft, auch ihr, ihr Heimgebliebenen! Dafür laßt uns alle kämpfen mit Edelmut und heiliger, nie ermattender Liebe in des Friedens Tagen! Der große, fegens- volle Bodenreformgedanke wachse in dir, und du wäd}ft mit ihm!

Mir ist's, als ob die Heimat „Amen!" sage. — Alarm gellt in mein Sinnen. Ich fasse mein Ge­wehr. Heimat! Leb' wohl! Ich kämpfe für dich!

R. Braun.

Von alten Doktern in unserer Heimat

früheren Zeiten ist der „Doktor" nicht so T häufig zu den Kranken gerufen worden wie / heutzutage. Es hat dazumal, wie die Alten er­zählen, nicht so viele „neumodische" Krankheiten ge­geben wie jetzt. Für das bißchen „Fluhß", „Rot- laaf", „Dühsel" und andere „Moleste" gabs Haus­mittel genug. Die Arm- und Beinbrüche heilten die Dorfhenkünstler, meistens Schäfer. Wollte aber die „Kranket" gar nicht weichen und hinderte die Arbeit, dann mußte schon mal zum Doktor gegangen werden. Nicht immer ging der Leidende selbst; meistens mach­ten den Gang die nächsten Verwandten. Das meiste Vertrauen genoß das „Dällwiger Hannesje", ein Bauersmann namens Ackermann in Döllbach im Kreise Fulda. Auch die „Schmierlieb" im „Jröesch- Hause", die ihren Namen von den Fetteinreibungen der Haut der Kranken hatte, wurde gerühmt. Auch der „gelernte" Arzt verband mit seiner Heilkunst die „Sympathie". Wer von den Alten hat nicht oen Doktor Brehm in Schwarzenfels genau gekannt, und wer von dem jüngeren Geschlecht hört ihn nicht jetzt noch rühmen? — „ ’n Aagedokter, bie's heut känn meh! gilt! Do woar mein Bruder Schursch, der Hat ömmer böse Aage. Banns goar ze schlimm war, daß er die Schmerze niet meh auskonnt gehall on konnt niet meh in's Licht geguck, gong e noch Schwarze­sels. Der aal Brehm moacht 'm e boar Trappe enein, do wursch gleich besser. Der Schursch wollt gern e Meddel, bu e mit häm konnt genahm. Do seegt der aal Brehm: „Mein lieber Jung, oas brauchst du nicht. Die böse Auge, die dauern, bis de 21 Jahr alt bist. Nachher verzieht sich die Krank­heit von selber." — No, boas mänt ’r? Bie der Schursch 20 Joahr aalt woar, mußt 'e zu der

Mustering. Wege de böse Aage war e zeröckgestaalt. Bie e zum zwättemoal zu der Mustering mußt, war ’e gezoge. On bie e bei de Suldoare woar, hat sich richdig die Kranket verzöge".

„Doa woar der aal Durn, der woar so oarg dempsch. Bann e de Büel nauf gong, Huet men em Darf schleabäuch (schnaufen). Etz rächt (rauchte) der aal Mann auch noch so ’n kurze Stinkklowe; do devon wuesch doch nach niet groad besser. Letzt wuesch so oarg, daß e sich noch Schwoazefels moacht. Heän nohm nach sein aale Klowe mit in 'm Dokder sein Stuwe. Etz, bie e' sein Not gekloagt hat, säät der Dokder: „Sagt e mal, Durn, wann habt ^hr dann zum letzlemal Euer Peife ausgeputzt? Die brutzelt ja ordentlich! Gebt mer e mal den Klowe". Noacht gong e naus en die Köche on schnied sich! e Reis aus 'm Böse on seegt: „Jetzt wolle mer mal erst die Peife sauber mach!" Noacht fuhrwerkt e' mir ’m Besereis em Ruhr on em Suddersack on em Peufekoop eröm on schafft 'r 'n Unreal eraus, daß sich! der aal Durn sälwer en Dod verwonnert. Rocht seegte: „So, etz geht heim on halt Euer Peife sauber. Eingenahm (einnehmen) braucht Ihr nichts. Geht e mal schön langsam, und wenn Ihr drüwe auf der Sterbfritzer Höh' seid, wird's Euch schon besser sein!" On bie der aal Durn en die Westedösche greef (griff) on frägt: „Herr Dokder, boas fein ich schölk?" säär e’: „Durn, ich hab Euch ja nir verschriewe; der gute Rat und das Peifeausputzen geht dasmal für ume= sucht!" — Sinter dere Zeit is More bei ons en G., bann ärmer fchleabäucht, doa hääßt's als: „No, mir män, dein Peufe hät kän Luft meh! Loaß! oesche emoal en Schwoazefels ausbutz!"

Walther.