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Seite 40 ß2ßi>ß2ß5ß2ß<9ß;>ß2ß2ß3ß5ß5> Unsere fjeimot ߣß2ß3ß2ßi>ßi>ßi>ß2ߣ>ß2ß2ßi> Nr. 3/4

LseLmat,

Die Kraft, durch die ein ganzes Volk sich aufwärts lebt und Großes schafft, ist wunderbar, unwandelbar aus Heimatgrund die Heimatkraft.

nun bin ich wieder unter meinen Kameraden hart am Feind. O du Herzliebe Heimach und du bist wieder fern, und das große Heimweh ist abermals da und beginnt zu brennen. Herzliebe Heimat, wie lieb war es in dir! So schön hab' ich dich nimmer geschaut. Sind denn meine Augen andre geworden? Ist mein Herz ein anderes? Ja! muß ich sagen. Das große Heimweh hat die Augen ge­lehrt, recht von innen zu sehen, immer wieder in allem nach Heimatähnlichkeit zu schauen. Dabei sind sie hell geworden von der Sehnsucht. Und das ist gekommen, weil das Heimweh da inwendig saß, und das Herz anders machte, das harte, kampfrauhe Männerherz! Heimweh ist Schmerz, und doch sage ich: Glück! Es pflügt arg den Herzensboden auf. Das schmerzt! Aber wir merken nicht, wie es dabei heimlich, helle Saat einsenkt, und wie dann aus dem Dunkel ein Neues blüht. Lauter Liebes, Helles^ Gu­tes, was bei vielen nimmer gekommen wäre, hätten sie daheim im satten Frieden ihr Leben weiter ge­lebt. Heimweh, das wahre, große, wie wir es drau­ßen empfinden, schmerzt heraus aus dem Heimat­gefühl und ist nun wieder sein wunderbarster Segen. Das Heimweh reinigt, vertieft, stärkt, heiligt es. Das hab' ich gespürt, als ich heimkam. Heimat­gefühl hatte ich schon früher. Aber nun war es doch wohl erst das rechte, da draußen unter heimlichen Schmerzen, in der Fremdheit der Erde und den Tod- gefahren des Kampfes geworden.

Diese tiefe, unsagbar tiefe Seligkeit, die mein ganzes Wesen durchströmte, werde ich nie vergessen. Da lag sie vor mir, die Heimat, an einem frühen Morgen, friedevoll, überjauchzt vom ersten Glanz der Sonne, alles das Alte, Seligvertraute: das Kirchel, die Schule, der Teich, und dort mit dem hohen Dach Vaters große Scheune. Da hab' ich die Arme weit gebreitet, als wollte ich das alles mit überströmendem Herzen umfangen, und Heimat! Heimat! hab' ich gerufen. Ja, meine Augen waren andre geworden, mein Herz war ja ein anderes, und wie ein Liebes, das ich dem Tod abgerungen, das mir gnadenvoll wiedergegeben worden war, hab' ich die alte Heimat neu angeschaut.

Und gesegnet hab' ich das Heimweh ....

Dieses heilige Weh, männlich erlebt und bezwun­gen, durchglüht jetzt uns Millionen Heimatschirmer. Diese Glut kann unserm Menschentum nie verloren gehen; sie ist zu sehr eingeglüht in die Tiefe un­serer Seelen, und wir werden sie weiterglühen, wenn wir als Sieger heimgekommen sind. Dazu haben wir erlebt, grausam erlebt, wie die Brüder für die Heimat fielen, wie sie leiden.

Drum sagen wir:

Unser tiefster, herzlichster Dank muß unser wahres Heimatmenschentum sein!

Denkt einmal nach, welche unendlich große Fülle von Liebe, Kraft, Sehnsucht, Einigkeitsgefühl, Ernst, Pflichtempfinden, Schönheit-leben, Lust und Freude im Heimatmenschentum liegt!

Heimat und wir :

Ein Unlösbares, und selbst im Tode; denn die teure Erde schließt uns ein, und unseres Lebens Saa­ten stehen im heiligen Grunde.

Daß wir hier draußen so voll Kraft und Opfer- glut kämpfen, ist in den letzten Wurzeln Heimat­kraft. Darum : Wachsen wir noch tiefer in das echte Heimatmenschentum hinein, und wir werden das stärk­ste, gesündeste, das unüberwindbare Volk der Erve sein! Jeder einzelne aber muß hineinwachsen in dieses Menschentum, und wir sind verantwortlich, daß unsere Kinder schon hineinblühen. Da liegt mir

Ansicht von Marjoh.

Phot. von H. Lippelt.

noch etwas auf dem Herzen, und ich muß es sagen, weil ich mich für das Wohl meiner Brüder und ihrer Lieben mit verantwortlich fühle. Ich habe eine liebe, schöne Heimat. Und ich fühle die ganze Köst­lichkeit dieses Wortes mit meinen Sinnen, meiner Seele aus, und ich. weiß, daß auf Erden kein Wort so heilig und wunderbar klingt wie unser deutsches „Heimat". Aus dem Worte gibt sich uns eben dar die ganze, tiefinnige Seele unseres Volkes.

Aber haben alle eine solche schöne Heimat wie ich ?

Ich habe einen lieben Kameraden im Schützen­graben, einen strebsamen Handwerkermann aus der Großstadt. Er hat mir von seinem „zu Hause", erzählt. Ja, ist denn das ein „zu Hause", in einer Mietswohnung auf dem Hose, 4 Treppen hoch, eng