Einzelbild herunterladen
 

Nr. 3/4 c^c^^^c^c^i^t^i^c^c^c^ Unsere Heimat ^i^^c^c^i^c^^c^rsk^rs Seite 37

Bauart IT) auf sein hohes Alter hinweist, sondern auch! deshalb, weil vieles dafür spricht, daß dieses Haus einst dem adligen Geschlecht der von Schlüch- tern genannt Katzenbiß zugehört hat.

Das jetzige erste Pfarrhaus stammt, wenn die über seiner Kellertür eingehauene Jahreszahl das Erbau- ungsjahr richtig angibt, aus dem Jahre 1599. Die über seiner Eingangstür angebrachte Jahreszahl 1746 mag daher nur das Jahr eines größeren Üm-

Untertor in Schlüchtern um das "fahr 1680.

Gezeichnet von R. Estler in Hanau.

und Ausbaus angeben. Es gehört dem Kloster eigentümlich zu, ebenso wie ursprünglich das bis in unsere Zeit hinein als zweites Pfarrhaus benutzte alte Haus auf der sog. Kapelle. Das Erbauungs- jahr des ehemaligen zweiten Pfarrhauses ist nicht be-

") Die gotische Bauart weist nicht nur der massive Unterstadt, sondern auch der ganz aus Eichenholz errichtete Oberbau auf. Bei dem letzten Umbau des Hauses waren im Innern aus Eichenholzbalken gezimmerte Spitzbogentüren freigelegt.

sannt; doch weisen die gotischen Bauformen seines Unterstocks auf fein hohes Alter hin. Mit seiner nach Süden zu liegenden Seite stieß dieses Haus früher an die im rechten Winkel zu ihm liegende St. Lorenz- kapelle, einen frühromanischen Bau, der im Jahre 1832 abgebrochen ist und an den nur noch der Name, den sein einstiger Standort trägt, erinnert.

An Kirchen besaß Alt-Schlüchtern die alte Kloster­kirche, in der regelmäßig der Mittagsgottesdienst ab­gehalten wurde und die eigentliche Städtkirche, in der nur vormittags Predigt stattfand. Die letztere war, worauf der von ihr allein übrig gebliebene Turmschaft heute noch hinweist, ursprünglich ein goti­scher Bau mit aus dem Achteck geschlossenem Ehor. Um sie herum lag der von einer Mauer eingefaßte städtische Totenhof.

Das Trink- und Gebrauchswasser für Schlüchtern lieferten Schachtbrunnen, aus denen das Wasser mit Eimern, die an einer Kette hingen, Herausbesöroert wurde. Genannt werden der Obergässer-Brunnen am Stern, der Untergässer-Brunnen, der Brunnen beim Pfarrhaus, der Spitalbrunnen und der sog. Kesselersbrunnen. Für die ständige Unterhaltung der Brunnen hatten die Schmiede zu sorgen. So übernahm 1724 der Schmiedemeister Joh. Wilhelm Lampert „den Spitalbronnen und den Kesselers- bronnen im Zeug zu erhalten; und zwar die Eimer zu beschlagen, so deren abgehen, neue auf seine Kosten anzuschasfen und zu bezahlen; auch die eingefallenen Eimer wieder herauszuziehen; Summa alles in guter Ordnung zu unterhalten, davon ihm jährlich 1 Gul­den und nicht mehr von denen jeweiligen Bürger­meister nach dem mit ihm getroffenen Akkord sollte gereicht werden". Nimmt der Leser hinzu, was schon früher in diesen Blättern über das alte Rat­haus, die Stadtschenke, das städtische Hospital, das von Lautersche Schloß und die verschiedenen Kloster­bauten gebracht worden ist, so wird er fid} ein Bild von dem alten Schlüchtern machen können, das kaum wesentliche Lücken aufweisen wird.

Er wird zu dem Schluß, kommen, daß das alte Schlüchtern wohl malerischer als das neue gewesen ist. Er wird aber auch anerkennen müssen, daß, es für das, was es an Malerischem eingebüßt hat, Ein­richtungen, namentlich in sanitärer Beziehung, einge­tauscht hat, die seinen Bürgern zu Gute kommen und sie in vieler Beziehung ein Leben führen lassen, von dem sich die Alten des 17. Jahrhunderts schwerlich einen Begriff hätlen machen können.

Den Herren Professor Ernst Zimmermann und Maler R. Estler zu Hanau, die ihre Kunst in so freundlicher Weise in den Dienst dieser Arbeit gestellt haben, hatte ich auch an dieser Stelle verbindlichsten Dank ab.

Dom überwundenen deutschen parLikuLurismus,

Von Wilhelm Rullmann, Erinnerungen an den 1866er Heldzug

in halbes Jahrhundert ist vergangen, seit sich in Zentraleuropa Vorgänge und Reibungen abfpielten, die zu der blutigen Auseinander­setzung zwischen Oesterreich., aus dessen Seite auch die große Mehrheit des deutschen Bundes stand,

Schlüchtern.

im westlichen Deutschland.

und Preußen führten, dem nur wenige der kleineren Bundesstaaten Gefolgschaft leisteten. Am 14. Juni 1866 kam es dann zu dem verhängnisvollen Bun­desratsbeschlusse, der den Ausbruch des Krieges zur Folge hatte, und am 25. Juni fand bereits das