Nr. 2 ^r^^^^^^^r^^^^ Unsere Heimat k^i^c^^^i^i^^^i^^c^ Seite 23
oder vom „guten Kameraden" und „den Vöglein int Walde" oder „Heimat, o Heimat, ich muß dich verlassen" u. a. m.
In besonderen Konferenzen und zahlreichen Einzel- besprechungen wurden die neuen Aufgaben, die der Krieg dem Unterrichte gestellt, und die Richtlinien, die dieser nunmehr zu befolgen hatte, seitens des Lehrerkollegiums festgelegt und durch Kenntnisnahme einschlägiger Abhandlungen in pädagogischen Blättern geklärt und erweitert. Die Unterrichtsarbeit selbst aber erhielt wesentliche Unterstützung und Erleichterung durch zweckmäßig ausgewählte und in Benutzung genommene Handbücher und Lehr- behelfe. Namentlich leistete das für die drei oberen Klassen angeschaffte Anschauungswerk „Der Weltkrieg in Bildern", das den Bilderschatz der „Leipziger Illustrierten Zeitung" der Schule nutzbar macht, erhebliche Dienste.
Ebenso erhielt die Schulbücherei eine zeitgemäße Ergänzung durch die Anschaffung einer ganzen Reihe für die Jugend geeigneter Kriegsschriften, die besonders von den Knaben eisrig gelesen werden. Außerdem konnte man etwa 250 Stück „Kriegsatlanten" unter den Kindern ab setzen, der vielen „Krirgs- marken" und „Kriegspostkarten", die ständig angeboten wurden, gar nicht zu gedenken. Selbst von dem Kunstblatte „Die treuen Verbündeten" (Kaiser Wilhelm II. und Kaiser Franz Joseph) wurden 240 Stück an die Schüler verkauft. Auch wurde dieses von der Schulleitung zum Schmucke aller Klassenräume und des Lehrerzimmers beschafft. Die Schülerbücherei überließ dem Kriegslazarett im Krankenhause eine Anzahl Schriften zur Unterhaltung der verwundeten Soldaten.
Auch den besonderen Aufgaben, die der Krieg der Schule stellte, suchte diese so weit als möglich gerecht zu werden. So wurden die Merkblätter der Postverwaltung über die Feldpostfendungen in den oberen Klassen eingehend besprochen und die Kinder im Schreiben richtiger Soldatenadressen geübt. Nicht minder erhielten diese Belehrungen über die Seuchen- gefahr und über unsere Ernährung im Kriege. Ja schon lange vorher, ehe eine behördliche Anweisung erfolgt war, hatten Rektor und Lehrer die Kinder an einen sparsamen Verbrauch des Brotes und zu einer Einschränkung und Vermeidung von Ueber-
bleibseln und Resten, die man früher in reicher Fülle in den Brotkörben finden konnte, zu gewöhnen gesucht. Trotz des manchmal heftigen Widerspruchs unverständiger Mütter, die sich diese vermeintliche Beschränkung ihrer elterlichen Rechte nicht gefallen lassen wollten, gelang dies überraschend schnell, und heute sind nicht nur die unverhältnismäßig großen Frühstücksbrote verschwunden, man findet auch kaum mehr einen Brotrest in den Klassen, wofür schon der Umstand Zeugnis ablegt, daß die Mäuse, die früher im Winter eine wahre Plage bildeten, den Schul- räumen fern bleiben.
Das Betragen der Schüler in der Kriegszeit war im allgemeinen gut zu nennen. Nur während der Obstreife liefen verschiedene Klagen über Obstdieb- stähle ein. Letzteren suchte die Schule, soweit es in ihren Kräften stand und im Bereiche ihrer Pflichten lag, tatkräftig entgegen zu wirken. Die übertriebene und im Kerne nicht zutreffende Beschuldigung, als wären die hiesigen Schüler „verwilderte Subjekte", „Wegelagerer" und „Flegel", unter denen „Zügellosigkeit", „Verrohung" und „Entar- ung" herrsche, und als sei bei den Lehrern die Treue des Wirkens anzuzweifeln, die in einem Einzelfalle von dem Herausgeber der „Steinauer Zeitung" in einer seiner Stilübungen öffentlich erhoben wurde, fand kräftige Abweisung.
Rückblickend darf man somit wohl ohne Ueber« Hebung sagen, daß die Steinauer Schule bis jetzt die Pflichten, die ihr der Krieg auferlegte, in rechter Weise zu tun versucht hat, und auch in der Folge nicht anstehen wird, diese nach Maßgabe ihrer Kräfte weiter zu erfüllen. Namentlich wird sie nicht verfehlen, bei ihren Schülern einen echt vaterländischen Sinn zu pflegen, sie zu erziehen und bei ihnen jene edle Kriegsbegeisterung zu erwecken, deren in ursprünglicher Frische ja nur eine jugendliche Seele fähig ist, eingedenk des schönen Wortes, das einstmals der Philosoph Friedrich Adolf Trendelenburg in seinem Schriftchen „Das Turnen und die deutsche Volkserziehung" (Frankfurt a. M. 1843) niederschrieb : „In der Zeit des Krieges ist die Stimmung der Jugend die Federkraft der Ratio n." —
Maldfeld, R.
Paffer onn Saalz.
Doa sann se als: „Boas der Bauer niet kennt, doas freßt e niet!" So Leut honn gut rere. Etz baßt nur emoal auf, bie miersch emoal gange is:
Ich muß emoal onse aal Herr Poarr Mala
Ihr jonge Käuz hoar'n niet meh gekahnt noach Schlüchder foahr. Heän wollt sich verääß (verreisen). Heän woar en krenklichte (kränklich) Mann on hat vil! mir'm (mit dem) Moage sein Last. Weil'e die schwer Kost niet verdrug, mußt die Fraa Poan ömmer für en gebrutzel (braten). Ich wollt mich en Schlüchder aach niet aufhall, mir hare noch Kühl daus, die wollt ich noch erein schaff, on doa haar ich mer e richdig Stück Schwoartemoage on en düchdige Ranke Brot eingestoackt, doas honn ich hämmgu gesse. Etz bie ich om Poarrhaus vorbei« fuhr, rief mer die Fraa Poan zu, ich sött erscht enein
komm on Meddoag Hall. No, doacht ich, banns ooch off'm Dösch steht, doa solls aach niet zukomm! Ich schirrt erscht aus on ging gleich enüh en's Poarrhaus. Mir woann jo goar gure Noachber. „No", säär idji, „Fraa Poan, Sie honn sich äwer rechde Oemstänn gemoacht; doas wär niet nötig gewäst." „Goar kään Oemstänn", seegt se, „äwer äbbes Eures triefe se doch! Mein Mann sott erscht noch e Däubje eß, äwer heän hat känn Appetit on hott mesch loafß steh! Sie wesse joa, bies mit seim Esse is." — No, ich sann Euch weiter niest, es woar nur gut, daß ich önnerwegs doas Stöck Schwoartemoage bei mich gepackt hat. Ich hat mich joa on doas gebroare Däubje drongemacht, on boas ich eroagebroacht honn, doas hoat nur gut geschmoackt. Aewer letzt für ich doch, bie se frägt: „Fraa Poann,