Einzelbild herunterladen
 

Seite 22 c^^^i^i^i^^^i^^i^ Unsere Heimat c^^c^c^^^c^s^^c^^ Nr. 2

des Kaisers in herkömmlicher Weise statt. Nachher beteiligte sich die Schule geschlossen an dem Fest­gottesdienste in der Katharinenkirche, wo der Knaben­chor unter Leitung des Lehrers Stück das Altnieder- ländische Dankgebet vortrug. Das Kriegerdenkmal auf dem Kumpen wurde abermals bekränzt und mit einer großen Nachbildung des Eisernen Kreuzes, die an seinem Fuße Aufstellung fand, geschmückt.

Die Schüler spendeten für das Rote Kreuz 86,10 Mark, welcher Betrag am 29. Januar an den Herrn Kreisschulinspektor abgeführt wurde.

Am 13., 17. und 23. Februar wurden die Siege Hindenburgs über die Russen in Masuren mit Be­geisterung gefeiert. Das Bild des verdienten Retters von Ostpreußen wurde angeschafft und in jeder Klasse sowie im Lehrerzimmer aufgehängt. Die Aufnahme­klasse erhielt außerdem den schönen farbigen Kinder­fries in KünstlersteinzeichnungFeldgraue Jugend" von Gertrud Caspari.

Die Schüler spendeten abermals 85,72 Mark. Dieser Betrag wurde am 27. März je zur Hälfte (42,86 M.) an das Zentral-Depot für Liebesgaben in Berlin und an den deutschen Verein für Sanitäts- hunde (z. H. des Herrn Goldschmidt in Mainz) ein­gezahlt.

Am 26. März fand in der letzten Unterrichts­stunde eine angemessene Feier des 100. Geburts­tages des ehemaligen Reichskanzlers Fürsten Bis- marck statt.

Zwecks Förderung der Abführung der Goldbe­stände an die Reichsbank wurden folgende Maß­nahmen getroffen: 1. die Schüler wurden entsprechend bekehrt und mit Aufforderungen an ihre Eltern ver­sehen ; 2. die behördlichen Druckschriften wurden ver­teilt sowie in den Klassen und aus den Gängen und Treppen der Schulhäuser zum Aushange gebracht;

3. Rektor und Lehrer benutzten jede Gelegenheit, auch in der Bevölkerung aufklärend und mahnend zu wirken. Der Erfolg bestand darin, daß dem hiesigen Postamts an manchen Tagen soviel Gold­gelb zugeführt wurde, daß es der Postverwalter aus Mangel an Mitteln nicht alle einzulösen vermochte. Geringere Mengen kamen auch bei dem Lehrer Wagner, dem Kassenverwalter der Welsbergsichen Stiftung, zur Ablieferung.

Am 4. Mai wurde die Feier des großen Durch­bruchsieges unserer Truppen in Westgalizien freudig begangen, ebenso am" 4. Juni die des Falles der Festung PrzemisI und am 23. Juni die der Erober­ung Lembergs.

Während der Heuernte wurde der Unterricht vom 22. Juni bis zu den Sommerferien in den oberen Klaffen (6.- 8. Schuljahr) täglich um 10 Uhr ge­schlossen, um den Kindern Gelegenheit zu geben, bei den Heuarbeilen mittätig zu sein.

Am 29. Juni konnte der Rektor wieder 64,51 Mk. als Ertrag einer Sammlung, die für das Rote Kreuz unter den Schülern verunstaltet worden war, an Herrn Pfarrer Römheld abführen.

Am 6. und 21. August fanden Feiern anläßlich der Eroberung der polnischen Festungen (Warschau, Kowno, Nowo-Georgiewsk u. a. m.) statt.

Die hochbedeutsame Rede des Reichskanzlers bei der Eröffnung des Reichstages wurde auf Anregung des Rektors in den Oberklassen vorgelesen und von den Klassenlehrern mit den Schülern besprochen.

Am 1. September nahm die ganze Schule ge­

schlossen an dem Sedan-Festgottesdienste in der Katharinenkirche teil, nachdem eine kurze Schulfeier in allen Klassen vorausgegangen war.

Die hiesige Lehrerschaft hat sich ebenfalls in leb­hafter Weise durch Belehrung und Anregung um das Zustandekommen der Kriegsanleihe bemüht. Da jedoch die Nachricht von der Anordnung des Herrn Unterrichtsministers, daß eben wegen des Verdienstes, das sich die Schulen in dieser Sache erworben hatten, der Unterricht am 25. September ausfallen sollte, zu spät eintraf und die Herbstferien bereits begonnen hatten, so wurde mit Zustimmung des Herrn Kreis- schulinspektors der erste Schultag des Winterhalb­jahres, also der 18. Oktober, frei gegeben.

Seit Mitte Oktober ist Steinau mit einer Kom­pagnie des 51. Landsturmbataillons belegt. In­folgedessen müssen die Schulräume, namentlich die Turnhalle, vielfach für militärische Zwecke (Unter­richt, Arbeitsdienst, Ererzieren u. s. f.) in Anspruch genommen werden.

Am 21. Oktober wurde der 500. Gedenktag der Hohenzollernherrschaft in Brandenburg-Preußen fest­lich begangen. Die Königliche Regierung überwies anläßlich dessen der Lehrerbücherei durch den Herrn Kreisschulinspektor das Buch von Professor Otto HintzeDie Hohenzollern und ihr Werk". Außer­dem wurden zwei Exemplare derselben Schrift aus Mitteln der Schule für die Schülerbücherei beschafft.

Die Schüler spendeten 58,50 Mark für die deut­schen Kriegsgefangenen in Rußland. Dieser Betrag wurde am 30. Oktober an Herrn Pfarrer Römheld überwiesen. Auch hatten die Knaben wieder alte Patronenhülsen gesammelt, die im September und kurz vor Weihnachten der Ortspolizeibehörde zur Weiterbeförderung übermittelt wurden.

Zur Beschaffung von Weihnachtsgeschenken für arme Kriegerkinder sammelten die Schüler 32 Mark welchen Betrag am 15. Dezember Herr Pfarrer Römheld eingehändigt erhielt.

rreyrer liamm, der, wie oben bemerkt, im Oktober 1914 als Ersatz-Reservist eingezogen worden war, kämpfte nach seiner Ausbildung längere Zeit im Priesterwalde in Lothringen und wurde dort zum Gefreiten ernannt. Im Frühjahr 1915 aber trug er durch einen Granatsplitter eine Verwundung am Halse davon. Er wurde deswegen in ein Lazarett in der Pfalz aufgenommen. Nach seiner Wieder­herstellung gehörte er zunächst einer Genesungsab- teilung in Frankfurt a. M. an und bildete später dort längere Zeit Rekruten aus. Kurz vor Weih­nachten jedoch rückte er mit der 2. Kompagnie des 2. Jnfanteriebataillons wieder ins Feld, erkrankte aber gleich darauf an Scharlach und liegt jetzt im Reserve- Lazarett 2 zu Saarburg in Lothringen. -

Der Unterricht, besonders der in Geschichte, Erd­kunde, Deutsch, Rechnen und Religion wurde schon mit Kriegsbeginn wesentlich auf den Krieg, oas Heerwesen und die militärischen, wirtschaftlichen und sittlichen Kräfte und Leistungen unseres Vaterlandes in dieser großen Zeit eingestimmt. Auch im Gesang­unterrichte traten die altgewohnten Lieder hinter die vaterländischen Gesänge und die neuen Kriegs- lieder zurück. Selbst die ganz Kleinen wollten nicht mehrKommt ein Vogel geflogen" oderFuchs, du hast die Gans gestohlen" oderHopp, hopp, hopp" u. a. singen, sondern das Lied vom Hindenburg, demalten Reck, dem Rüssentod, dem Russenschreck"